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Plakatmotiv: The Founder (2017)
Große Schauspieler in einer
Hymne auf den Gründergeist
Titel The Founder
(The Founder)
Drehbuch Robert D. Siegel
Regie John Lee Hancock, USA 2016
Darsteller Michael Keaton, Nick Offerman, John Carroll Lynch, Laura Dern, Linda Cardellini, B.J. Novak, Justin Randell Brooke, Kate Kneeland, Patrick Wilson, Griff Furst, Wilbur Fitzgerald, David de Vries, Andrew Benator, Cara Mantella, Randall Taylor u.a.
Genre Biografie, Drama
Filmlänge 115 Minuten
Deutschlandstart
20. April 2017
Inhalt

Ray Kroc ist als Vertreter für Milkshake-Maschinen in Illinois unterwegs und hat wenig Erfolg – bis er bei seinen Touren auf die Brüder Mac und Dick McDonald und ihr kleines Burger-Restaurant trifft.

Die Brüder McDonald haben die Arbeitsprozesse so optimiert, dass der bestellte Burger nur wenige Sekunden später beim Kunden ist. Ray ist begeistert und sieht das enorme Potenzial der Idee: McDonald’s soll zum Franchise werden.

Zum Entsetzen seiner Frau Ethel riskiert er sein ganzes Vermögen und sogar das geliebte Eigenheim. Und doch läuft sein Vorhaben nicht richtig an, bis ihm schließlich eine zündende Idee kommt – von nichts und niemandem lässt sich Ray von seinem ambitionierten Plan, ein Imperium zu erschaffen, abhalten, nicht einmal von den eigentlichen McDonald’s-Gründern …

Was zu sagen wäre

„Business ist Krieg“, sagt Ray Kroc den McDonald's-Brüdern am Telefon und erläutert: „Wenn einer meiner Konkurrenten zu ertrinken droht, würde ich zu ihm gehen und noch einen Wasserschlauch in seinen Mund drücken. Würden Sie das auch tun?“ Dann bleibt die Kamera auf Rays Gesicht, während als Antwort nur noch Rauschen aus dem Hörer quillt.

Plakatmotiv (US): The Founder (2017)John Lee Hancock feiert in diesem schauspielstarken, unterhaltsamen Film den amerikanischen Gründergeist als zentrales Motiv des American Dream. Wer stehen bleibt, verliert. Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, verliert auch. Oder, wie Kroc sagt: „Sie mit Ihrer endlosen Parade von Neins. Sie verkriechen sich geradezu vor dem Fortschritt!“ Es muss immer weiter gehen. Think Big! Die sympathischen, dicklichen McDonald's-Brüder haben sich mit ihrem erfolgreichen Konzept nach Jahren der Entbehrung und der Rückschläge eingerichtet. Das reicht den Brüdern, die wir auf ihrem geschäftlichen Peak erleben.

„Wenn künstliches Milchshake-Pulver Ihre Vorstellung von Fortschritt ist, dann haben Sie aber gründlich missverstanden, was uns hier beim McDonald's wichtig ist!“
„Ich verstehe sehr viel besser, was McDonald's ausmacht, als Sie zwei Hinterwäldler!“

Kroc, dessen Name an das Krokodil gemahnt, aber der historischen Figur entspricht, vertieft den amerikanischen Gedanken, denkt größer und bleibt hungrig. Michael Keaton verkörpert diesen Traum leidenschaftlich, mit Biss, Humor und schnellen Strategiewechseln, eine großartige One-Man-Show – never give up, gehe notfalls über Leichen, um Deinen Traum zu verwirklichen: „Mit Verträgen ist es wie mit Herzen. Die müssen gebrochen werden.“

Unternehmertum schafft Leben, sagt der Film, weil er Arbeit und Arbeitsplätze schafft. Zweimal erleben wir den selbsternannten Gründer, wie er versonnen mit der Hand in die Erde eine künftigen Restaurants greift und diese zwischen seinen Fingern zermahlt, so, wie das ein Landwirt macht, der seinen Boden auf Fruchtbarkeit prüft. Für Ray Kroc trägt fruchtbares Land den Samen für Bau- und Geschäftsland, nicht Ackerland. „Sie sind nicht im Hambuger-Business“, sagt ein Finanzmann. „Sie sind im immobilien-Business. Man baut kein Imperium auf mit einem Anteil von 1,4 Prozent an einem 15-Cent-Hamburger. Man baut es auf, indem einem das Land gehört, auf dem dieser Burger gerillt wird!“

Ein faszinierendes, zeithistorisches, unterhaltsames Porträt über unsere Gesellschaft des Fressen-und-Gefressen-werdens.

Wertung: 6 von 8 €uro
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