Kinoplakat: Spuren (2013)
Großes Abenteuer, glaubhafte
Figuren, dramatische Landschaften
Titel Spuren
(Tracks)
Drehbuch Marion Nelson
nach dem autobiographischen Roman von Robyn Davidson
Regie John Curran, Australien 2013
Darsteller
Mia Wasikowska, Philip Dodd, Fiona Press, Daisy Walkabout, Rainer Bock, Lily Pearl, Felicity Steel, John Flaus, Ian Conway, Evan Casey, David Pearce, Jessica Tovey, Darcy Crouch, Brendan MacLean, Jamie Timony u.a.
Genre Biografie, Abenteuer
Filmlänge 112 Minuten
Deutschlandstart
10. April 2014
Website tracks-movie.com
Inhalt

Die 24-jährige Robyn Davidson zieht 1975 von der Großstadt Brisbane in den kleinen Ort Alice Springs mitten in der Wüste. Sie will gegen alle Widerstände von Freunden und Familienmitgliedern von dort bis an die Westküste wandern. Zunächst fehlt ihr das nötige Geld für Ausrüstung und Verpflegung, aber nach zwei Jahren hat sie alles Nötige zusammen und begibt sich nur von einem Hund und vier Kamelen begleitet auf einen 2.700 Kilometer langen Selbstfindungstrip.

Auf der Reise durch eine ebenso majestätische wie feindliche Natur trotzt sie wilden Tieren und Wassermangel, während der „National Geographic“-Fotograf Rick Smolan, den Robyn kurz vor ihrer Abreise kennengelernt hat, sporadisch dazustößt: Er hat die Aufgabe, ihre Erlebnisse für die Ewigkeit festzuhalten …

Was zu sagen wäre
Über weite Strecken eine Meditation in Weite, Schönheit und dem Wert des Lebens. Eine Flucht aus einer Welt voller Menschen, die leer sind, so leer, dass sie hysterisch Mikrofone strecken, Kameras zücken, wenn sie der Camel-Lady ansichtig werden, deren Leben die Leere ist – die majestätische Leere der Wüste. Ein berauschender Film, den sich Mia Wasikowska („Only Lovers Left Alive“ – 2013; „Alice im Wunderland“ – 2010; „The Kids Are All Right“ – 2010) wie eine zweite Haut überstreift. In früheren Plänen, Robyn Davidsons Buch zu verfilmen, sollen auch schon Julia Roberts und die (immerhin) Australierin Nicole Kidman im Gespräch gewesen sein; das kann man sich nach einer halben Stunde gar nicht mehr vorstellen.

Diese halbe Stunde braucht der Film, um zwei Jahre Vorbereitungszeit, argwöhnische Menschen, hilfreiche Menschen, böse Menschen zu installieren sowie das eher dünne Gerüst der Story, die bald zu einem großen, wahnwitzigen Abenteuerfilm mutiert. Ohne mir annähernd die Strapazen einer solchen Wanderung vorstellen zu können, habe ich den Eindruck, manchmal geht der Film zu salopp über die schwindelerregende Dimension dieser Reise hinweg. Da kommt der Tod des geliebten Hundes dramatischer daher, als Angriffe wilder Kamele oder zwischenzeitliche Orientierungslosigkeit.

Der Film ist eines jener seltenen Kunstwerke, denen es gelingt, einen inneren Monolog (meistens ist die junge Frau allein) mit großartigen Aufnahmen zu kompensieren und die Spannung hoch zu halten.

Wertung: 7 von 8 €uro