Plakatmotiv: The Ward – Die Station
John Carpenter tobt sich
an jungen Frauen aus
Titel The Ward – Die Station
(John Carpenter‘s The Ward)
Drehbuch Michael Rasmussen + Shawn Rasmussen
Regie John Carpenter, USA 2010
Darsteller
Amber Heard, Mamie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh Claire, Lyndsy Fonseca, Mika Boorem, Jared Harris, Sali Sayler, Susanna Burney, D.R. Anderson, Sean Cook, Jillian Kramer, Mark Chamberlin, Andrea Petty, Tracy Schornick u.a.
Genre Horror
Filmlänge 89 Minuten
Deutschlandstart
29. September 2011
Website theofficialjohncarpenter.com
Inhalt

Nachdem sie ein abgelegenes Haus angezündet hat, wird Kristen völlig verstört und ohne jegliche Erinnerung an die Zeit vor dem Brand in das North Bend Psychiatric Hospital eingeliefert.

Dort wird sie mit vier unberechenbaren Mädchen zusammengelegt: Sarah, eine kokette und freche Besserwisserin; Iris, eine sensible und begabte Künstlerin; Emily, eine rücksichtslose, aber verspielte Außenseiterin; und Zoey, die sich hinter einer kindlichen Fassade versteckt.

Kirstens Therapeut, Dr. Stringer, versucht die Ursachen ihres Zusammenbruchs freizulegen, jedoch sträubt sie sich trotz seiner ruhigen und verständnisvollen Art gegen jeden Versuch, ihr zu helfen und sie zu rehabilitieren. Doch die Anstalt ist nicht die Zufluchtsstätte, die sie vorzugeben scheint. Kristen findet heraus, dass vor ihr auch eine Alice in der Klinik lebte. Sie war niemals beliebt bei Sarah, Iris, Emily, Zoey und den anderen Mitbewohnern. Alice wurde deswegen von den anderen getötet. Kristen nimmt nachts ein schemenhaftes Phantom wahr …

Was zu sagen wäre
John Carpenter () zieht uns in eine psychiatrische Einer-flog-über-das-Kuckucksnest-Location, bei der wir – Film erfahren – gleich mal alle Hoffnung fahren lassen. Hier kommt nie einer raus – außer mit den Füßen voran. Dabei stellt sich hier schnell ein Problem: Was soll uns bei Laune halten? Tatsächlich das Schicksal der jungen Frauen, die hier apathisch durch den Tag trödeln? Dafür sind die alle zu sehr nach Auge als nach Schauspielkunst ausgesucht. Amber Heard (Zombieland– 2009; All the Boys Love Mandy Lane – 2006) spielt wie immer das schöne Opfer, das schließlich zum Gegenangriff übergeht und Lyndsy Fonseca (Kick-Ass – 2010) stirbt zu früh. Reicht sowas für 90 Minuten? Nein.

Bis das Phantom unter der Dusche auftaucht, dessen SFX-Maske an die goldenen 90er Jahre erinnert, gibt es eine rätselhafte Stationsschwester – auch sie kaum mehr als ein gruseln wollender Verweis auf gruslige Kuckucksnest-Zeiten – einen rätselhaft jovialen, aber strengen Doktor und, naja, eben die hübschen jungen Dinger. Da wächst bald die Vermutung, dass hier ein alter Mann Phantasien mit jungen Frauen hinter der Maske eines einstmals interessanten Regisseurs auslebt. Der Mann, der mit Halloween (1978) und Die Klapperschlange (1981) Kinogeschichte geschrieben hat, ist lange schon nur noch ein Schatten.

Seine Psychostation ist handwerklich ordentlich inszeniert, aber ohne den brillanten Thrill, der ihm einst so locker von der Hand ging. In dieser schmierig-schmutzigen Station muss er schon viele Gruselkulisse auffahren, um seine Zuschauer zu fesseln; aber die schauen dann doch eher etwas unbeteiligt zu. Und als dann der – heutztage offenbar obligatorische – Schluss-Schocker kommt, winke ich längst gelangweilt ab.

Wertung: 3 von 7 €uro