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Kinoplakat: Jagd auf einen Unsichtbaren
John Carpenter geht unter die
konventionellen Filmemacher
Titel Jagd auf einen Unsichtbaren
(Memoirs of an Invisible Man)
Drehbuch Robert Collector + Dana Olsen + William Goldman
nach dem gleichnamigen Roman von Harry F. Saint
Regie John Carpenter, USA, Frankreich 1992
Darsteller
Chevy Chase, Daryl Hannah, Sam Neill, Michael McKean, Stephen Tobolowsky, Jim Norton, Pat Skipper, Paul Perri, Richard Epcar, Steven Barr, Gregory Paul Martin, Patricia Heaton, Barry Kivel, Donald Li, Rosalind Chao u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 99 Minuten
Deutschlandstart
24. September 1992
Website theofficialjohncarpenter.com
Inhalt

Nick Halloway ist ein charmanter Tagedieb, der sich stets mit dem geringsten Widerstand durchs Leben schummelt. Nach einer Tagung in einem Bürogebäude, in dessen Untergeschoss ein Laborunfall stattfindet, erwacht er auf einem Sofa und stellt fest, dass er ebenso wie Teile des Hauses unsichtbar geworden ist.

Kinoplakat: Jagd auf einen UnsichtbarenDie CIA heftet sich sofort an die Fersen Nicks, um ihn als Versuchskaninchen zu gewinnen. Dank seiner Unsichtbarkeit kann Nick den Häschern des CIA-Söldners Jenkins entkommen. In der hübschen und smarten Alice findet Nick sogar eine Mitstreiterin bei der Flucht vor dem Geheimdienst. Doch Jenkins lässt nicht locker, und so kommt es auf dem Dach eines Hochhauses zum letzten Aufeinandertreffen der Kontrahenten …

Was zu sagen wäre

John Carpenter ist unter die konventionellen Erzähler gegangen. Der Film ist nett anzuschauen, die Unsichtbarkeit-Effekte liefern mehrere Hingucker, aber die Story, die dem Originaltitel zufolge per Rückblende erzählt wird, folgt einem oberflächlichen Erzählschema. Weil Unsichtbarkeit immer ein schwieriges Unterfangen für das Bildmedium Film ist, konzentriert sich die Story auf eben dies: die Schwierigkeit, unsichtbar im Alltag zu sein. Der Film zeigt, wie Nick raucht, trinkt und Kaugummi kaut und die betreffenden Substanzen in seinen unsichtbaren Innereien sehen kann.

Verkauft wird der Film allen Ernstes als Komödie. Nur ist er gar nicht komisch, aber die bizarren Überzeichnungen einer Komödie, einer mittelmäßigen zumindest, hat er schon. John Carpenter kann aber keine Komödie, das hat schon „Big Trouble in Little China“ (1986) gezeigt. Er hat das Gespür für Grusel-Timing, nicht fürs komödiantische Timing. Seine „Jagd auf einen Unischtbaren“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Harry F. Saint, der wiederum H. G. Wells' Der Unsichtbare (The Invisible Man) verulkt.

Weil es eine Komödie ist, darf einer wie Chevy Chase die hauptrolle spielen. Sein Versuch, mal nicht den Komiker zu geben, sondern den Drama-King, endet in der Erkenntnis, dass er über die schauspielerischen Qualitäten eines TV-Serien-Akteurs nicht hinausreicht. Die ein oder andere Comedyszene, die die drei Autoren ihm in den Film geschrieben haben, ist witzig. Das macht den Film nicht besser, aber peppt die müde Dramaturgie ein wenig auf. Und die kleinen Arschlöcher im Leben leiden an Ejaculatio praecox.

Sam Neill als David Jenkins, dem intriganten Chef einer bösen Unterabteilung der CIA kann dieser Rolle ein paar blitzende Augenblicke abgewinnen, mehr kann aber auch er nicht aus dem lahmen Skript ziehen. Und Daryl Hannah, die groß auf dem Plakat steht?

Hannah ist nicht ganz so halbseiden (angezogen), wie das Plakat sie verkaufen möchte und spielt charmant auf höherem TV-Niveau die Rolle der netten, zuverlässigen Freundin, die einen SWAT-Haudegen auf die Bretter schickt und am Ende das höchste Glück erfährt, das eine Hollywood-Durchschnittsproduktion einer Frau gönnt – sie verlässt ihren nervenden TV-Job und wird Mutter; ”Es wird wohl schwierig werden, unsere Kinder im Auge zu behalten“, witzelt der unsichtbare Vater.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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