Kinoplakat: Jenseits der Träume
Ambitioniert gescheiterte Fantasy
Titel Jenseits der Träume
(In Dreams)
Drehbuch Bruce Robinson + Neil Jordan
nach dem Roman „Doll's Eyes“ von Bari Wood
Regie Neil Jordan, USA 1999
Darsteller Annette Bening, Katie Sagona, Aidan Quinn, Robert Downey Jr., Paul Guilfoyle, Kathleen Langlois, Jennifer Berry, Emma J. Brown, Jennifer Dragon, Samantha Kelly, Jennifer Caine Natenshon, Bethany M. Paquin, Erica Sullivan, Amelia Claire Novotny, Kristin Sroka u.a.
Genre Fantasy, Drama
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
12. August 1999
Inhalt

Kinderbuch-Autorin Claire Cooper wird seit frühester Jugend von Visionen bedrängt. Die Visionen zeigen immer einen kleinen Jungen, der einst in einem Dorf wohnte, das geflutet wurde. Jetzt befindet sich ein See an dieser Stelle, an dem sie wohnt.

Dieser Junge wurde von seinen Eltern zurückgelassen und konnte sich, als das Dorf geflutet wurde, mit Mühe und Not befreien, wurde aber in der Folgezeit wahnsinnig. Claire weiß nicht, was diese Visionen zu bedeuten haben, denn sie kennt den Jungen in ihrem Kopf nicht. In der letzten Zeit sind die Visionen und Träume wieder stärker geworden, was in Claire eine schreckliche Vorahnung aufkeimen lässt.

Ihr Mann Paul interessiert sich dafür nur am Rande; er ist mit seiner Arbeit als Pilot zu sehr beschäftigt. Nach einer Schulaufführung verschwindet ihre Tochter Rebecca spurlos und Claire hat kurz darauf eine Vision. Sie sieht, wie eben jener Junge aus ihren Träumen, der mittlerweile erwachsen geworden ist, ihr Kind umbringt. Als kurz darauf Rebeccas Leiche im See gefunden wird, wird Claire klar, dass sie die Zukunft gesehen hat …

Was zu sagen wäre

Ich habe zunehmend den Eindruck, dass ich das alles schon in tausend Variationen gesehen, gelesen und gehört habe. Das ist nicht grundsätzlich schlecht, macht es aber jedem weiteren Werk, das es sich mit den oben genannten Zutaten zwischen Drama und Fantasy einrichtet, noch etwas schwerer. Wo ist die Überraschung? Wo ist das Neue?

Okay: Annette Bening gibt alles (Ausnahmezustand– 1998; Mars Attacks! – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; „Bugsy“ – 1991; „In Sachen Henry“ – 1991), um die Balance zwischen vernachlässigter (also moderner) Ehefrau, erfolgreicher Kinderbuchautorin und von Dämonen gescheuchter Frau zu halten – und das macht sie gut. Dass sie die Rolle der modernen Ehefrau beherrscht, beweist sie demnächst in in American Beauty (1999).

Neil Jordans Filme wie „The Crying Game“ oder „Interview mit einem Vampir“ gehören in die Kategorie kunstvoll und finanziell erfolgreich. und diesem Ruf wird er auch hier gerecht. Aber gegen die Schwäche des Drehbuches, das eben an den entscheidenden Stellen nichts Neues bietet, kann auch Jordan nicht anfilmen.

Der Film bleibt ein ambitioniert gescheitertes Experiment.

Wertung: 5 von 11 D-Mark