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Kinoplakat: James Bond 007 – Der Hauch des Todes

Ein neuer James Bond
der zum Weichei wird

Titel James Bond 007 – Der Hauch des Todes
(The Living Daylights)
Drehbuch Richard Maibaum + Michael G. Wilson
nach Motiven und mit Charakteren von Ian Fleming
Regie John Glen, UK 1987
Darsteller Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhys-Davies, Art Malik, Andreas Wisniewski, Thomas Wheatley, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Geoffrey Keen, Walter Gotell, Caroline Bliss, John Terry, Virginia Hey u.a.
Genre Thriller, Action
Filmlänge 130 Minuten
Deutschlandstart
13. August 1987
Website 007.com
Inhalt

„Smiert Spionem!“ („Tod den Spionen“) verrät KGB-General Georgi Koskov, ein sowjetischer Überläufer – es gebe ein KGB-Programm, nach dem westliche Spione ausgeschaltet werden sollen.

Es ist ein altes, eigentlich längst eingemottetes Programm, das der neue Leiter der Spionage-Abteilung des KGB, General Leonid Pushkin, wiedererweckt hat. Koskov verfügt über eine Liste der Agenten, die getötet werden sollen. Ziel des Planes sei es, die Großmächte gegeneinander auszuspielen und so einen Krieg zu provozieren.

Bei seinen Ermittlungen stellt Bond Unstimmigkeiten zwischen Koskovs Angaben und den Fakten fest. Er reist nach Wien und nimmt Kontakt zu Koskovs Freundin auf, der Cellistin Kara Milovy. Im Zuge dieser Ermittlungen erfährt 007, dass Koskov offensichtlich mit dem in Tanger lebenden Waffenhändler Brad Whitaker zusammenarbeitet, um mit KGB-Geld Opium zu kaufen.

Der Drahtzieher sitzt im KGB, ohne dass der KGB-Boss das weiß. Die Sowjets und James Bond tun sich zusammen …

Was zu sagen wäre

007

Auftritt für einen neuen James Bond. Der Shakespeare gestählte, vor allem dem Theater bekannten Schauspieler Timothy Dalton übernimmt die rolle des Agenten im Geheimdienst Ihrer Majestät. Für die Rolle war von den Produzenten ursprünglich Pierce Brosnan vorgesehen, der aber vertraglich unabkömmlich war. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Ian Fleming und war mit 35 Millionen Dollar Produktionskosten der teuerste Film der Geheimdienstserie.

Jedem seine zweite Chance; aber dieser hier hat sie nötig. Timothy Dalton und James Bond haben noch keine Überschneidungspunkte – Dalton fremdelt mit der Rolle, anstatt sie sich anzueignen. Aber auch Roger Moore passte der Bond-Anzug erst beim dritten Mal, „The Spy who loved me“, also will ich das nicht zu hoch hängen. Andererseits sind so viele klare Charaktereigenschaften angelegt worden, die den Agenten aus den 1950er Jahren in der Neuzeit verankern sollen, dass zu befürchten steht, die Bondproduzenten wollten sich gerade selbst entleiben.

Kinoplakat: James Bond 007 – Der Hauch des TodesMit Dalton legen die Produzenten ihr Augenmerk wieder mehr auf Härte und Realismus; weniger Frauen, mehr politischer Hintergrund. Im Zeitalter von AIDS wird der harte Agent mit einem Mal schmusig und die weibliche Cellospielerin von Szene zu Szene großäugiger. Der libidonöse Geheimagent verliert die Libido – und wenn er dann doch mal darf, wirkt das wie einstudiert. Mein Name ist Bond, Romantiker im Dienste der Queen.

James Bond zieht den Zuschauer mitten hinein in den russisch-afghanischen Krieg, den die Russen wegen der – wie wir in diesem Film nun lernen – tapferen und aufopferungswilligen Mudschaheddin nicht für sich entscheiden können. John Glen, alter Bond-Recke schon als Cutter, inszeniert packendes Action-Kino mit hohem Unterhaltungswert. Aber sobald James Bond die Szene betritt, läuft‘s nicht rund.

Zu den technischen Neuheiten des Bond-Autos Aston Martin DB5 gehören u.a. selbstregulierende Schneereifen und ein in der Radnabe eingebauter Laser.

Wertung: 7 von 9 D-Mark
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