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Plakatmotiv: Jumanji – The next Level (2019)

Ähnlich wie der Vorgänger,
nur noch weniger originell

Titel Jumanji – The next Level
(Jumanji: The next Level)
Drehbuch Jake Kasdan + Jeff Pinkner + Scott Rosenberg
nach dem Buch "Jumanji" von Chris Van Allsburg
Regie Jake Kasdan, USA 2019
Darsteller

Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black, Karen Gillan, Awkwafina, Nick Jonas, Alex Wolff, Morgan Turner, Madison Iseman, Ser'Darius Blain, Danny DeVito, Danny Glover, Rhys Darby, Colin Hanks, Rory McCann u.a.

Genre Abenteuer, Action
Filmlänge 123 Minuten
Deutschlandstart
12. Dezember 2019
Inhalt

Als Spencer verschwindet, ist Martha schnell klar: Der Junge, in den sie sich einst verliebte, der aber nun doch nur noch ein guter Freund ist, ist erneut im Videospiel Jumanji gelandet. Gemeinsam mit der blonden Instagramfreundin Bethany und dem Footballspieler Anthony „Fridge“ Johnson will sie ihn retten und erneut in das Spiel eintauchen. Doch leider landen dabei auch Spencers Großvater Eddie und dessen Kumpel Milo in der wundersamen Welt von Jumanji. Und Bethany bleibt draußen.

Während Martha nun wieder im Körper von Bad-Ass Kämpferin Ruby Roundhouse steckt, wird das Abenteuer dadurch erschwert und gefährlicher, dass die Senioren als Abenteurer Dr. Smolder Bravestone sowie Zoologe und Waffenspezialist Moose Finbar nicht gerade eine große Hilfe sind.

Auch Fridge muss sich erst einmal daran gewöhnen, nun den dicken Bauch von Kartograf Shelly Oberon zu haben …

Was zu sagen wäre

Alt werden ist scheiße“, sagt Danny DeVito, der zusammen mit Danny Glover neu ins Spielteam von Jumanji einsteigt. Zwei Filmstunden und etliche Kinoabenteuer später ist ihm die Erkenntnis gereift, dass „Alt werden ein Geschenk“ ist. Das ist die Neuigkeit dieser Neuauflage des Abenteuercomics, das vor zwei Jahren in die Kino kam: Es geht einmal nicht um den Erkenne-Dich-und-akzeptiere-Dich-so-wie-Du-bist-Trip, der sonst immer im Mittelpunkt dieser juvenilen Hürdenläufe steht. Jetzt geht es ums Alter. Wenn sonst schon nichts passiert.

Das "Jumanji"-Franchise ist in die Terminator-Gasse eingebogen. Jetzt wird das Baby gemolken, bis es komplett trocken ist. Und es ist doch einigermaßen überraschend, dass Drehbuch und Regie einen Film mit dem Potenziell zu mindestens einer ordentlichen Achterbahntour auf der Leinwand – Inhalt erwartet ja keiner – so versammeln können; in der ersten halben Stunde passiert gefühlt nichts. DeVito und Glover zicken sich an, weil der eine den anderen vor vielen hundert Monden mit dem gemeinsam betriebenen Café sitzen ließ und müssen dann ausgiebig, beide sind ja alte Leute und also mit Computerspielen auf natürlichem Kriegsfuß, erklärt bekommen, was nun wie funktioniert. Das dauert.

Es folgt ein Wettlauf gegen eine Horde wild gewordener Straußenvögel in der Wüste, ein paar schlüpfrige Sprüche, die sich vornehmlich um wieder aufblühende Libido alter Männer in jungen Körpern drehen, eine Massenschlägerei – also ein Dwayne Johnson gegen hunderte Spielfiguren und irgendwann gibt es tatsächlich sowas wie eine fantasievolle Actionsequenz. Die hat mit schwebenden Hängebrücken und zahllosen Mandrills zu tun. Natürlich sind auch die Mandrills wild. Wild und bissig. Aber drum herum ist Jake Kasdan ein schönes Ballett gelungen.

Der Bossfight findet in den eisigen Bergen auf einer abgelegenen Burg statt gegen Jürgen, den Brutalen, der von Rory McCann gespielt, bzw. dargestellt wird; das ist der, der in acht Staffeln "Game of Thrones" den hünenhaften Sandor Clegg, "The Hound", gegeben hat. Der Bossfight findet also statt – Dwayne Johnson übernimmt den körperbetonten Teil (Fast & Furious: Hobbs & Shaw – 2019; Skyscraper – 2018; Rampage – Big meets Bigger – 2018; Central Intelligence – 2016; San Andreas – 2015; Empire State – 2013; Zahnfee auf Bewährung – 2010; Die Jagd zum magischen Berg – 2009; Welcome to the Jungle – 2003; The Scorpion King – 2002) –  und ist irgendwann zugunsten unserer freundlichen Heldenschar entschieden; das Dazwischen ist wenig spannend, uninspiriert choreografiert und so unoriginell, wie der ganze Film zuvor.

Schon der erste Teil der Neuauflage des Franchise, das als Irgendwie-Fortsetzung erzählt wurde, glänzte nicht gerade vor Originalität, aber immerhin hatten die Autoren ein paar schöne Ideen für die Metaebene, auf der sich Mensch, Avatar, Spiele- und Realwelt in zündende Gags auflösen. Hier erschöpft sich das im Abspielen des Lawrence-von-Arabien-Theme immer dann, wenn die Figuren durch die Wüste irren – was sie zu Beginn recht lange machen.

Die Mid-Credit-Scene, in der eine Horde wild gewordener Straußenvögel durch die Real-Stadt rannen, lässt die Stoßrichtung des zu erwartenden dritten Teils erahnen. Damit wäre der Kreis geschlossen. Im Original-Jumanji tobten sich die Kreaturen ja sowohl in der Jumanji- als auch in der realen Welt aus.

Wertung: 3 von 8 €uro
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