Kinoplakat: Jackie Brown
Ein Tarantino ohne
große Überraschungen
Titel Jackie Brown
(Jackie Brown)
Drehbuch Quentin Tarantino
nach einem Stoff von Elmore Leonard
Regie Quentin Tarantino, USA 1997
Darsteller Pam Grier, Samuel L. Jackson, Robert Forster, Bridget Fonda, Michael Keaton, Robert De Niro, Michael Bowen, Chris Tucker, LisaGay Hamilton, Tommy 'Tiny' Lister, Hattie Winston, Sid Haig, Aimee Graham, Ellis Williams, Tangie Ambrose u.a.
Genre Crime
Filmlänge 154 Minuten
Deutschlandstart
16. April 1998
Inhalt
Ordell Robbie schlägt sich durchs Leben. Mal recht, mal schlecht. Ordell handelt illegal, aber nicht allzu ehrgeizig mit Waffen: hier eine kleine Video-Demonstration, dort ein telefonischer Geschäftsabschluss.

Kinoplakat (US): Jackie BrownSein Geld hat Ordell in Mexico deponiert. Deshalb braucht er die Stewardess Jackie Brown. Jackie schmuggelt Dollarbündel für ihn, bis sie eines Tages von Special Agent Nicolet gefasst wird. Der hofft, über Jackie an Ordell heranzukommen, und zwingt sie, ihn in eine Falle zu locken.

Mit dem Mut der Verzweiflung beginnt die clevere Mittvierzigerin, Ermittler und Gangster gegeneinander auszuspielen – ein riskanter Plan, der ihr entweder eine halbe Million bringt, oder den Tod …

Was zu sagen wäre

Quentin Tarantino (Reservoir Dogs – 1992) hat das gemacht, was alle nicht erwartet haben: Er hat keinen zweiten Pulp Fiction (1994) gemacht, sondern einen klassischen Krimi um ausgebuffte Typen, um Loser und andere Figuren, die den Zenit längst hinter sich haben. Prompt fehlt dem Film Überraschendes.

Der klassische Krimi hat seine Momente, hat die Tarantinoesken Dialoge, Bridget Fonda ist süß (City Hall – 1996; „2 Millionen Dollar Trinkgeld“ – 1994; „Codename: Nina“ – 1993; „Singles – Gemeinsam einsam“ – 1992; „Doc Hollywood“ – 1991), Samuel L. Jackson ausgefuchst (187 – Eine tödliche Zahl – 1997; Tödliche Weihnachten – 1996; Die Jury – 1996; Stirb langsam – Jetzt erst recht – 1995) und Robert De Niro ein herrlicher Loser (Wag the Dog – 1997; Cop Land – 1997; Heat – 1995). Aber für zweieinhalb Stunden Film ist das etwas dünn.

Tarantino, in derselben Gegend aufgewachsen, wie seine Hauptfiguren, hat den Roman „Rum Punch“ („Kopf und Kragen“, 1997) von Elmore Leonhard gelesen, aus der weißen Hauptdarstellerin eine schwarze Hauptdarstellerin gemacht und diese mit Pam Grier besetzt, Ikone der Blaxploitation-Movies der 70er Jahre. Tarantino verehrt sie, seit er sie zum ersten Mal im Fernsehen gesehen hat; als er noch in der Gegend wohnte, wo auch seine Hauptfiguren herkommen.

Elmore Leonard zählt zu den populärsten Krimiautoren der USA. Das schräge Gaunerduo Robbie und Louis taucht bereits im „Rum Punch“-Vorgänger „Stitch“ („Wer hat nun wen aufs Kreuz gelegt?“, 1981) auf.

Wertung: 9 von 11 D-Mark