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Plakatmotiv: Murphys Gesetz (1986)
Mittelmäßige Brutalo-Action
mit müdem Charles Bronson
Titel Murphys Gesetz
(Murphy's Law)
Drehbuch Gail Morgan Hickman
Regie J. Lee Thompson, USA 1986
Darsteller Charles Bronson, Kathleen Wilhoite, Carrie Snodgress, Robert F. Lyons, Richard Romanus, Angel Tompkins, Bill Henderson, James Luisi, Clifford A. Pellow, Janet MacLachlan, Lawrence Tierney, Jerome Thor, Mischa Hausserman, Cal Haynes, Hans Howes u.a.
Genre Action, Crime
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
12. Juni 1986
Inhalt

Los Angeles: Jack Murphy, Polizist beim LAPD ist frustriert. Seine Karriere entwickelt sich nicht weiter und seine Ex-Frau arbeitet jetzt als Stripperin. Murphy ertränkt seinen Kummer in Alkohol.

Die ehemalige Strafgefangene Joan Freeman, für deren Überführung Murphy verantwortlich war, kommt aus dem Gefängnis frei und will sich an ihm rächen. Sie ermordet seine Ex-Frau mit seiner Waffe. Die Strafverfolgungsbehörden verhaften ihn und ihm gelingt zusammen mit Arabella McGee, einer großmäuligen Autodiebin, die Flucht aus der Untersuchungshaft.

Kurz darauf entführt Freeman Arabella. Murphy versucht, sie zu befreien …

Was zu sagen wäre

Charles Bronson hat sich eingerichtet in der Rolle des einsamen Mannes, der als Freunde nur Johnny Walker und Jack Daniels kennt. Solche Rollen beherrscht das alte Knautschgesicht im Schlaf (Nevada Pass – 1975; „Ein stahlharter Mann“ – 1975; Der Mann ohne Nerven – 1975; Ein Mann sieht rot – 1974; „Kalter Hauch“ – 1972; Chatos Land – 1972; Die Valachi-Papiere – 1972; Rivalen unter roter Sonne – 1971; „Kalter Schweiß“ – 1970; Spiel mir das Lied vom Tod – 1968; Das dreckige Dutzend – 1967; „Vier für Texas“ – 1963; Gesprengte Ketten – 1963; Die glorreichen Sieben – 1960), eine vage Mischung als bemitleidenswertem Pudel und harter Dogge.

Der Filmtitel, der auf das Sprichwort anspielt und im Titelsong nochmal erklärt wird, also die Regel, dass, was potenziell schiefgehen kann auch schief geht, spielt im Film keine herausgehobene Rolle, wird zu Beginn in einem Cop-Capo-Dialog einmal durchdekliniert und dann zu den Akten gelegt. Die Story ist zeitgenössische Buddy-Action, die Walter Hill mit „Nur 48 Stunden“ (1982) salonfähig gemacht hat. Statt Nick Nolte und Eddie Murphy schickt Regisseur J. Lee Thompson Charles Bronson und Kathleen Wilhoite durch das nächtliche Los Angeles. Lee Thompson („Quatermain – Auf der Suche nach dem Schatz der Könige“ – 1985; Die Schlacht um den Planet der Affen – 1973; Eroberung vom Planet der Affen – 1972; Mackenna's Gold – 1969; Die Kanonen von Navarone – 1961) hat der Geschichte allerdings Witz, Charme und Dramaturgie ausgetrieben – sogar Leichen, die vor Stunden mit einer Plasiktüte erstickt wurden, flackern noch mit den Augenlidern.

Der Showdown immerhin verstrahlt eine für Kinonostalgiker wehmütige Eleganz, bietet er doch ein Wiedersehen mit dem Bradbury Building, das mit Blade Runner (1982) zur Ikone wurde, weil dort Androiden-Konstrukteur Sebstian wohnt.

Geblieben ist ein routiniert runtergekurbelter Brutalo-Actioner, mit einem Cop, dem keiner glaubt, obwohl es eher unwahrscheinlich sein dürfte, dass er all die Morde begangen hat, und einer jungen Autodiebin, die uns allerlei lustige Schimpfworte lehrt. Die 22-jährige Schauspielerin Kathleen Wilhoite ist, wenn man das in diesem Genre sagen kann, mit ihrem schnoddrigen Charme, eine Entdeckung.

Wertung: 3 von 10 D-Mark
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