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Kinoplakat (Japan): Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah (1964)
Bombastische Monster-Action mit
einem beleidigten Godzilla
Titel Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah
(San daikaijû: Chikyû saidai no kessen)
Drehbuch Shin'ichi Sekizawa
Regie Ishirô Honda, Japan 1964
Darsteller

Yôsuke Natsuki, Yuriko Hoshi, Hiroshi Koizumi, Akiko Wakabayashi, Emi Itô, Yumi Itô, Takashi Shimura, Akihiko Hirata, Hisaya Itô, Minoru Takada, Someshô Matsumoto, Ikio Sawamura, Kôzô Nomura, Kenji Sahara, Susumu Kurobe u.a.

Genre Monsterfilm
Filmlänge 93 Minuten
Deutschlandstart
13. August 1998
Website Godzilla-Wiki
Inhalt

Ein gewaltiger Meteorit stürzt auf die Erde, irgendwo in den Bergen Japans. Gleichzeitig springt die Thronfolgerin eines befreundeten Landes während einer Reise nach Tokio, wo sie sich Unterstützing gegen Putschisten in ihrem Land erhofft, aus dem Flugzeug, nachdem sie von einem Licht geblendet wurde und Stimmen hörte.

Assistenzprofessor Murai, der auf der Reise zum Einschlagsort des Meteoriten ist, erzählt der mit ihm befreundeten Journalistin Naoko und deren Bruder Shindō, einem Polizisten, von dem Meteoriten. Shindō war ursprünglich als Leibwächter für die Prinzessin während ihres Staatsbesuches abkommandiert, denn es gibt den dringenden Verdacht, dass die Putschisten ihr nachgreist sind und sie in Japan töten wollen („Unfassbar! Frauen und Politik vertragen sich einfach nicht!“). Als am Krater des Aso-Vulkans in Kyushu, in dem vor einigen Jahren das Flugmonster Rodan bei einem Ausbruch eingeschlossen wurde, eine selbsternannte Prophetin einer außerirdischen Zivilisation auftaucht und die Menschen vor Rodan warnt, erkennt Shindō in ihr sofort die Prinzessin wieder.

Rodan taucht tatsächlich aus dem Krater des Aso auf und fliegt in Richtung Norden. Naoko interviewt in der Zwischenzeit die Shōbijin – die Zwillingspriesterinnen der Riesenlarve Mothra (die in „Godzilla und die Urweltraupen“ ebenfalls 1964 erstmals auftreten). Dabei taucht auch die merkwürdige Prophetin am Hafen auf und warnt die Shōbijin davor, mit dem Schiff rauszufahren – es würde etwas Schreckliches geschehen. Schon bald erfüllt sich auch diese Prophezeiung der Prinzessin: Godzilla taucht aus den Fluten des Meeres auf und zerstört das Schiff, mit dem die Shōbijin hätten nach Hause fahren sollen. Godzilla erreicht den Hafen von Yokohama, das Militär beginnt sofort mit der Evakuierung. Plötzlich taucht auch noch Rodan über Yokohama auf und Godzilla folgt ihm ins Landesinnere.

Shindō und Naoko bringen die Prinzessin am nächsten Morgen ins Labor von Dr. Tsukamoto, da sie endlich wissen wollen, was mit ihr los ist und wie man ihr helfen könne. Nicht weit davon tauchen auch Godzilla und Rodan auf und beginnen miteinander zu kämpfen. Zur gleichen Zeit erfüllt sich nun die dritte Prophezeihung der Prinzessin: Aus dem Meteoriten bricht direkt vor den Augen von Professor Murai und seinem Team das dreiköpfige Drachenmonster King Ghidorah hervor und macht sich direkt über die ersten Städte her. Die Prinzessin erläutert, dass sie von der Venus käme und Ghidorah ihren Heimatplaneten bereits vor Jahrtausenden schon verwüstet hätte.

Naoko fährt gemeinsam mit Murai und den Shōbijin nach Tokio, wo sie die Lage vor Politikern, Wissenschaftlern und Militärvertretern erläutern. Gemeinsam entscheidet man sich nun, dass die Shōbijin Mothra herbeiholen sollen, damit Japan wenigstens eine Hilfe im Kampf gegen diese Übermacht von Monstern an seiner Seite weiß. Kurz darauf taucht King Ghidorah über Tokio auf und verwüstet die komplette Stadt innerhalb nur weniger Minuten. Derweil haben die Killer die Prinzessin ausfindig gemacht und brechen nun ins Labor von Tsukamoto ein und es kommt zu einem Schusswechsel mit Shindō. In dem Augenblick kommen auch Murai und Naoko zurück und gemeinsam gelingt es Murai und Shindō, die Gangster zu verjagen.

Gemeinsam mit Tsukamoto und der Prinzessin fahren sie zum Schauplatz des Kampfes der Monster Godzilla und Rodan, denn Mothra ist aufgetaucht und versucht, die beiden Ungeheuer davon zu überzeugen, ihr im Kampf gegen Ghidorah zu helfen. Ganz in der Nähe taucht der dreiköpfige Drache auf und fällt über die umliegenden Dörfer her. Dabei löst er eine Steinlawine aus, die das Fahrzeug der Killer unter sich begräbt. Allerdings kann einer lebend mit einem Scharfschützengewehr entkommen.

Mothra gelingt es nicht, Godzilla und Rodan auf ihre Seite zu bringen, und zieht unverrichteter Dinge los, um alleine gegen King Ghidorah zu kämpfen, doch alleine hat die verhältnismäßig kleine Raupe keine Chance gegen das übermächtige Drachenmonster. Da tauchen plötzlich Godzilla und Rodan auf …

Was zu sagen wäre

Es ist Nacht in Japan, aber wir hören über Tokio den weltberühmten Klang der Glocken des Londoner Big Ben. Dazu wird eine Journalistin gleich von mehreren Wissenschaftlern ins Achtung gestellt, weil deren weiblichwe „Hirnwellen“ eine dringend erwartete Antwort aus dem All blockiere. Die Wissenschaftlern beobachten seit geraumer Zeit den Himmel und senden Signale ins All, hoffend auf extraterrestrische Intelligenz. Es hat nämlich in den vergangenen Wochen ungewöhnliche Naturereignisse gegeben. 26 Grad, mitten im Januar, treiben Japan um und der Chef  der Wissenschaftsgruppe weiß zu berichten, dieses Phänomen sei „in der gesamten Galaxis zu beobachten“. Es geht um – irgendwie – Außerirdische. Und dann geht es auch schon los.

In einer TV-Show sollen die Mini-Zwillinge die gute alte Mothra herbeirufen – als könne man Monster mal einfach so in eine TV-Show einladen. als dann die Prinzessin rätselhafterweise verschwunden, statt ihrer eine geheimnisumflorte Wahrsagerin, die sich „von der Venus“ kommend wähnt, auftritt, erleben wir modernen Nachrichenjournalismus japanischer Prägung. Der Chefredakteur gibt die Linie vor: „Wir setzen den Fokus auf die Venus-Dame. Und diese Geschichte kommt mit rein. Was tut sie? Was sagt sie? Und was ist ihre Voraussagte. Daraus schnitzen wir die Story, klar? Dieser Stil wird unserer Sendung das richtige Gesicht verleihen! (…) Strengt Euch mal an! Fragt Eure Informanten, wo diese (Venus-Frau) sein könnte!“

Schließlich – nach gut einer halben Stunde – erhebt sich eine fette Henne aus Vulkangestein und greift an. Es fällt im Zuschauersessel schwer, schockiert zu sein. Andererseits befinden wir uns im Toho-Sandkasten, in dem sich im allgemeinen Gummi-Godzilla und seine Freunde austoben. Darüberhinaus fällt es wie immer schwer, die asiatischen (mutmaßlich: japanischen) Schauspieler auseinanderzuhalten; da sind wir froh, wenn endlich urzeitliche Giga-Echsen die Regie übernehmen. Irgendwie entwickelt sich eine Geschichte, der man – auch wegen der so gleich ausschauenden Gesichter – nur schwer folgen kann, mit außerirdischen Prinzessinnen, die unablässig vor einem King Ghidorah warnen, und uralten Mythen, aber wenn nach 45 Minuten endlich Godzilla auftaucht, sinken wir erlöst in den Kinosessel und lassen das Desaster über uns hinweg rollen. „Das bedeutet das Ende Eurer schönen Welt!“, sagt die geheimnisvolle Venus-Lady, die bis vor Kurzem noch einfache Prinzessin war, „Ihr solltet weglaufen. Eure Erde ist ein toter Planet!“. Diese Filme leben von einer naiv anmutenden Anything-Goes-Mentalität. Schurken sind hagere Sonnenbrillenträger und schießen im entscheidenden Moment daneben („Jetzt wird kurzer Prozess gemacht. Wir müssen uns nicht mal die Hände schmutzig machen!“); Helden benehmen sich von Beginn an, als hätten sie die Lösung mit Löffeln gefressen.

Während sich dann Godzilla und Rodan ihr Gefecht liefern, taucht („Phantastisch, es entsteht etwas!“) … Ta–daaaaaaaaa … Ghidora aus dem Meteorit, der ein Ei ist, auf. In der Folge erleben wir Japaner, geübt darin, ihre Läden zu verrammeln, ihr Hab und Gut vor Naturgewalten in Sicherheit zu bringen. Wird das reichen?? Und dann prophezeihen die Zwillinge: „Godzilla, Rodan und Mothra können Ghidorah bekämpfen. Wenn alle drei zusammen kämpfen, haben wir eine Chance gegen das Weltraummonster!“

Godzilla entwickelt sich zum Menschenfreund und muss heftige Schläge einstecken. Vor allem die Blitze in die … Genitalgegend müssen schmerzhaft sein. Bei aller Männer-in-Gummianzügen-haftigkeit … wenn Mothra, Godzilla und Rodan schließlich aufeinandertreffen, sich prügeln und dann verbünden, ist das schönstes Anything-goes-Kino, das in einer großen Liebet Euch alle-Message gipfelt.

„Kämpft nicht gegeneinander“, übersetzen die Zwillinge eine wichtige Nachricht Mothras an Godzilla und Rodan. „Kämpft zusammen. Schützt die Erde vor King Ghidorahs Überfall!“
„Verstehen Godzilla und Rhodan das?“, fragen die Menschen.
„Nein. Godzilla und Rhodan sagen, es wäre ihnen egal“, erwidern die Zwillinge und den konsternierten Menschen bleibt nur die Feststellung: „Diese Mistviecher, verfluchte.“

Aber so einfach machen es die Zwilling den Menschen nicht.

„Godzilla sagt, er sehe nicht ein, weshalb er die Menschen retten sollte. Sie würden ihn ständig nur schikanieren und jagen. Und Rodan ist auch seiner Meinung.“ ZACK! Da muss des Menschen Aggressivität sich nochmal an einen runden Tisch setzen und Klarheit schaffen. Mit dem Auftritt Mothras also lernen wir Urzeitmonster kennen, die alltägliche Zickereien verarbeiten müssen. „Mothra sagt, lasst uns die Vergangenheit vergessen! Godzilla und Rodan sagen aber, die anderen müssen sich erst bei ihnen entschuldigen!“ „Und ich dachte, nur wir können so stur sein.“ Sagt Shindō, der Polizist.

Süß!

Und während dann – irgendwo am Rande der monströsen Handlung – Journalisten, Professoren und Polizisten die mysteriöse Prinzessin suchen (die einerseits die Handlung bisher vorangetrieben, andererseits aber die Monsteraction verhindert hat), stürzen sich die Monster – Godzilla, Rodan und Mothra auf der einen, Ghidorah auf der anderen Seite – ins letzte Gefecht! Im großen Final Fight toben drei Monster gegen und miteinander. Drei Männer im Gummikostüm (glaubhaft) gegeneinander ins Feld zu schicken, bedarf des Verständnisses hoher SFX-Kunst

Ja: Es sind Puppen. Und ja: Das ist uns egal!

Wertung: 4 von 7 D-Mark
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