Kinoplakat: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Familientreffen: Der lustige
Onkel ist in die Jahre gekommen
Titel Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
(Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull)
Drehbuch David Koepp + George Lucas + Jeff Nathanson
mit Charakteren von George Lucas und Philip Kaufman
Regie Steven Spielberg, USA 2008
Darsteller Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent, Igor Jijikine, Dimitri Diatchenko, Ilia Volokh, Emmanuel Todorov, Pavel Lychnikoff, Andrew Divoff, Venya Manzyuk, Alan Dale, Joel Stoffer, Neil Flynn, V.J. Foster, Chet Hanks, Brian Knutson, Dean Grimes u.a.
Genre Abenteuer, Action
Filmlänge 122 Minuten
Deutschlandstart
22. Mai 2008
Inhalt

Und plötzlich steckt er bis über beide Ohren im Stress. Die Russen sind da. Offenbar sind sie hinter einem machtvollen Artefakt her, einem Schädel aus Kristall, der unglaubliche Macht verleihen soll.

Wir schreiben „mitten im kalten Krieg“ – Anfang der 1950er Jahre – und die Russen würden diesen nun gerne für sich entscheiden. Der Schädel soll helfen. Indiana Jones soll's verhindern.

Auf die Spur gebracht wird er von einem jungen Halbstarken, den seine Mutter schickt, die wiederrum ihren befreundeten Professor Harold Oxley sucht, den auch Indiana nur zu gut kennt. Im südamerikanischen Urwald findet die Jagd nach dem Schädel ihre Auflösung, die einen ordentichen Teil Regenwald vorzeitig vernichtet.

Und der Zuschauer erfährt: „Wissen ist der eigentliche Reichtum. Wissen ist Schatz!“

Was zu sagen wäre

Ein ehrwürdiges Unterfangen ist auf hohem Niveau gescheitert. Dass ausgerechnet Lucas & Spielberg, die Erfinder des CGI-Films, nochmal einen Abenteuerfilm nach klassischer Manier – mit so wenig Computer-generierten-Bildern (CGI = computer genarated image) – gedreht haben, ist schön. Schließlich wurde schon der erste Star Wars (heute Episode IV: Eine neue Hoffnung) und der erste Indy mit dem Wunsch gedreht, einen Film zu produzieren, „wie wir ihn früher selber im Kino gerne gesehen haben”. So sieht der vierte Indiana Jones nun auch aus. Nostalgisch, flott und etwas abgegriffen. Und am Ende wird dann sogar geheiratet.

Albern, aber Indiana Jones

Natürlich ist es schön, Indiana wieder sagen zu hören „Die Legende sagt …“. Und entgegen den Bedenkenträgern im deutschen Feuilleton ist auch die Indy-rettet-sich-im-Kühlschrank-vor-dem-Atomblitz-Szene witzig geraten – so witzig wie (natürlich) unmöglich, aber, hey, das ist Indiana-Jones-Kino.

Aber so richtg klar, wie jetzt Professor Oxley in die Sache verstrickt ist (dessen Verschwinden die Suche ja immerhin auslöst), warum der in einem mittelamerikanischen Grab sein soll, was an diesem Grab ein paar Giftpfeile verschießende Indios zu suchen haben, die nach kurzem Kampf einfach aus der Handlung geschrieben werden, warum Indiana, eben noch rehabilitiert, plötzlich doch seinen Lehrstuhl räumen muss und warum die Handlung nach einer halben Stunde in einem Loch verschwindet, aus dem sie irgendwann mit einer wirklich lustigen Verfolgungsjagd und Riesenameisen mitten im Dschungel wieder auftaucht … all das bleibt dem Zuschauer verborgen.

Harrison Ford ist Indiana Jones

Schön ist, dass Harrison Ford keine zwei Sekunden braucht, um wieder auszusehen und fahrig gehetzt zu agieren, wie in seinen besten Indy-Jahren – ihm sieht man am allerwenigsten an, dass 19 Jahre vergangen und die Macher allesamt älter und satter geworden sind.

Wertung: 3 von 6 €uro