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Kinoplakat: I … wie Ikarus

Yves Montand erlebt die Rätsel
des Attentates auf Kennedy

Titel I … wie Ikarus
(I … comme Icare)
Drehbuch Didier Decoin + Henri Verneuil
Regie Henri Verneuil, Frankreich 1979
Darsteller

Yves Montand, Michel Albertini, Roland Amstutz, Jean-Pierre Bagot, Georges Beller, Maurice Bénichou, Edmond Bernard, Françoise Bette, Roland Blanche, Benoît Brione, Jacques Bryland, Gabriel Cattand, Nanette Corey Nanette Corey, Jacques Denis, Erick Desmarestz u.a.

Genre Drama, Thriller
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
25. April 1980
Inhalt

Aus dem spannenden Wahlkampf um die Präsidentschaft geht Jary erneut als Sieger hervor. Vom Volk gefeiert, fährt der Politiker zum Palais. Bevor er jedoch die Regierungsgeschäfte aufnehmen kann, ist er ein toter Mann. Schüsse aus dem Hinterhalt haben seinem Leben ein Ende gesetzt. Für die Untersuchungskommission besteht kein Zweifel: Jary wurde das Opfer eines paranoiden Einzelgängers.

Generalstaatsanwalt Volney zweifelt. Speziell, als ihm Filmmaterial zugestellt wird, das eine Verschwörung zum Mord des Präsidenen nahelegt und verschiedene Zeugen am Tatort mittlerweile unter seltsamen, aber nie natürlichen Umständen zu Tode gekommen sind.

Volney ermittelt, gegen den ausdrücklichen Wunsch der Obrigkeit und wird schließlich selbst zur Zielscheibe …

Was zu sagen wäre

Ein intelligenter und kühl inszenierter Polit-Thriller, der ohne genretypische Action auskommt; die Nerven kitzelt „I ... comme icare“ über seine zwingende, dichte Dramaturgie. Ein Übriges leistet Yves Montand („Die Liebe einer Frau“ – 1979; „Der unsichtbare Aufstand“ – 1972; „Cesar und Rosalie“ – 1972; „Vier im roten Kreis“ – 1970; „Grand Prix“ – 1966) in einer überraschend wenig körperbetonten Rolle.

Cover Soundtrack-LP (ital.): i... wie IkarusDie Zeiten des viril Gitanes-kauender Kerl sind vorbei; hier gibt Montand den akribischen Rechercheur, der den Fall mit bedacht und Vorsicht aufrollt – sich hierbei freilich ebenso wenig beeinflussen lässt, wie seine früheren Rollen. Die Grundstory erinnert an den Kennedy-Mord 16 Jahre vor dieser Filmproduktion, die entstand, als sich zum wiederholten Mal Untersuchungsausschüsse mit dem Attentat auf den US-Präsidenten befassten.

Regisseur Verneuil („Der Körper meines Feindes“ – 1976; „Der Clan der Sizilianer“ – 1969; „100.000 Dollar in der Sonne“ – 1964; „Ein Affe im Winter“ – 1962) bedient sich freizügig bei vielen Motiven aus dem tatsächlich historischen Fall. Ein gefälschtes Foto des angeblichen Einzeltäters, das ihn mit Waffe zeigt, Zeugen, die sterben und geheime Hintermänner, die in den tatsächlichen Verschwörungstheorien einem „militärisch-industriellen Komplex“ zugerechnet wurden.

Die im Film erwähnten Experimente, in denen Probanden Freiwilligen tödliche Stromstöße versetzen sollen, hat es tatsächlich gegeben. Sie wurden Mitte der 70er Jahre unter dem Namen „Milgram-Experimente“ bekannt. Den Probanden wurde von einem Versuchsleiter (= „Autorität mit weißem Kittel“) vorgegaukelt, man wolle herausfinden, ob sich Menschen unter Androhung körperlicher Züchtigung besser konzentrieren könnten. Dazu sollten Fragen beantwortet werden. Jede falsche Antwort sollte mit einem Stromstoß bestraft werden – jedes Mal mit etwas höherer Volt-Zahl.

Tatsächlich ging es aber darum, zu testen, wie weit Menschen bereit sind, unschuldige Mitmenschen zu quälen, nur weil es „die Obrigkeit“ anordnet. Die Ergebnisse machten deutlich, dass Menschen sehr weit gehen, wenn sie ihre Taten hinter Anordnungen höherrangiger Personen verstecken können.

Wertung: 9 von 9 D-Mark
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