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Kinoplakat: Howard – ein tierischer Held
„Anything goes“ mit einer
schlecht gestalteten Ente
Titel Howard – ein tierischer Held
(Howard the Duck)
Drehbuch Willard Huyck + Gloria Katz
nach den Marvel-Comics von Steve Gerber
Regie Willard Huyck, USA 1986
Darsteller

Lea Thompson, Jeffrey Jones, Tim Robbins, Ed Gale, Chip Zien, Tim Rose, Steve Sleap, Peter Baird, Mary Wells, Lisa Sturz, Jordan Prentice, Paul Guilfoyle, Liz Sagal, Cherry Bomb, Dominique Davalos, Holly Robinson Peete u.a.

Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
18. Dezember 1996
Inhalt

Howard hat sich auf einen ruhigen Abend eingerichtet – ein Bier, Fernsehen und dann ins Bett, der Tag war hart. Es kommt anders. Er hat noch nicht das richtige TV-Programm für seinen Abend gefunden, da wird er samt Fernsehsessel quer durchs Mietshaus geschleudert, raus auf die Straße in den Orbit ins Universum durch ein Wurmloch … nach Cleveland, Ohio, USA, Planet Erde. Ach so: Howard ist ein Erpel. Auf seinem Heimatplaneten war er nichts besonderes. In Cleveland schon.

Hier lernt er Beverly kennen, Sängerin einer Band, die sich in Kneipen gerade so durchschlägt. Ein sprechender Erpel in Anzug und Krawatte, das hat was mit Wissenschaft zu tun, so viel ist Beverly klar, also stellt sie Howard den Labor-Assistenten Phil vor, der zunächst mehr an einem Nobelpreis interessiert ist, als Howard zu helfen, in seine Heimat zurückzukehren.

In der Zwischenzeit braucht Howard wohl Geld, er kann ja nicht ewig auf Beverlys Kosten leben; das Arbeitsamt vermittelt ihn an ein Bordell – da soll der Erpel als „Wasserexperte“ die Abflüsse der Whirlpools reinigen – allerdings noch während man sich darin amüsiert. Das ist nicht sein Stil. Howard kündigt und presst kurze Zeit später Beverlys Manager dazu, die Band aus dem Knebelvertrag zu entlassen.

Phil findet Walter Jenning, den Leiter eines missglückten Experiments, das offenbar die Ursache für Howards unfreiwillige Versetzung auf die Erde ist. Jenning will Howard helfen. Aber wieder geht etwas schief und nun ergreift ein außerirdischer Dämon Besitz von Jenning. Nach einer Flucht vor der Polizei entführt er Beverly. Der Dämon will mit dem Laser, der schon Howard und ihn auf die Erde brachte, einen weiteren Außerirdischen in Beverlys Körper transferieren …

Was zu sagen wäre
Kinoplakat: Howard – ein tierischer Held

Irgendwie das Beste an diesem Film ist der Titelsong, den Beverly und ihre Band am Ende auf der Bühne intonieren – „Howard the Duck“ ist bester 80ies Schrammelrock. Der Film ist auch sehr 80ies und setzt schon am Premierentag Patina an. Im Mittelpunkt dieses „George Lucas präsentiert …“-Films steht eine Ente mit starren Gesichtszügen, unbeweglichem Schnabel, deren Mimik sich auf Augen aufreißen beschränkt. Das ist im Jahr Drei nach Jabba the Hut (ebenfalls aus George Lucas' Küche) enttäuschend wenig. Schlimmer noch: Buch und Regie halten sich viel zu lange mit ihrem Fish-out-of-Water-Phänomen „Sprechende Ente im Anzug auf der Erde“ auf, ohne daraus was zu machen; niemand in Cleveland scheint den Erpel ernsthaft für etwas Besonderes zu halten. Die behandeln den Erpel alle, als wäre er einer von ihnen.

Die Jungs im Kino können in der Zwischenzeit wenigstens ein bisschen die süße Lea Thompson (Der richtige Dreh – 1983) anschmachten, die wir bisher vor allem als Michael J. Fox‘ Mutter in Zurück in die Zukunft (1985) kennen. Aber was sollen die Mädchen im Kino machen? Am besten nicht reingehen. Es vergeht etwa eine Stunde, bis sich so etwas wie eine Geschichte heraus schält, die über das Ente-in-Anzug-und-Krawatte-Ding hinaus geht. Da wird dann das Motto der fröhlichen Kino-80ies gefeiert: „Anything goes“, Hauptsache mit viel Getöse. Und so landen wir bei einer Art Ableger der Ghostbusters (1984) – es glitscht und lichteffektet gewaltig, schließlich gibt es eine ordentliche Explosion, alles Außerirdische ist gebannt und alle Figuren für eine Fortsetzung in Stellung gebracht. Zu der ist es dann nicht mehr gekommen.

Die Produktion dieses Films kostete 37 Millionen US-Dollar; weltweit an den Kinokassen kamen 37,9 Millionen US-Dollar zurück. In Emotion statt nackter Zahlen ausgedrückt heißt das: Der Film ist eine Enttäuschung.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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