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Kinoplakat: Hot Shots! Der 2. Versuch
Nochmal versenkt! Aber
nicht ganz so lustig!
Titel Hot Shots! Der 2. Versuch
(Hot Shots! Part Deux)
Drehbuch Jim Abrahams + Pat Proft
Regie Jim Abrahams, USA 1993
Darsteller

Charlie Sheen, Lloyd Bridges, Valeria Golino, Richard Crenna, Brenda Bakke, Miguel Ferrer, Rowan Atkinson, Jerry Haleva, David Wohl, Mitchell Ryan, Michael Colyar, Ryan Stiles, Rosemary Johnston, Ben Lemon, Buck McDancer u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 86 Minuten
Deutschlandstart
23 September 1993
Inhalt

Die Zeit des Kriegs ist für Topper Harley endgültig vorüber; er hat sich in ein thailändisches Kloster zurückgezogen, wo er sich durch Zweikämpfe etwas dazu verdient. 

Währenddessen irgendwo anders: Ein US-Sondereinsatzkommando schleicht sich in den Palast von Saddam Hussein ein, um Hussein zu eliminieren und die bei der Operation Desert Storm in Gefangenschaft geratenen Soldaten zu befreien. Die Mission scheitert und endet mit der Gefangennahme des Teams. Es ist nicht die erste gescheiterte Mission dieser Art – eigentlich sind alle Missionen dieser Art in jüngster Zeit gescheitert; im Weißen Haus wird daher Sabotage durch einen Maulwurf vermutet.

Der verantwortliche Colonel Walters erinnert sich an den ausgeschiedenen Kriegshelden Topper Harley. Er begibt sich mit der CIA-Agentin Michelle Huddelston dorthin, aber Harley hat dem Krieg abgeschworen und kann nicht überredet werden, an der nächsten geplanten Mission mitzuwirken.

Dvd-Cover (US): Hot Shots! Der 2. Versuch

Erst als Walters bei dem nächsten Befreiungsversuch selbst in Gefangenschaft gerät und im Fernsehen medienwirksam vorgeführt wird, entschließt sich Topper Harley zu handeln. Er begibt sich ins Weiße Haus und bietet Tug Benson, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, seine Dienste an. Hierbei trifft er auch Michelle wieder und verbringt die Nacht mit ihr, doch wird er immer noch von seinen Erinnerungen an seine alte Liebe Ramada geplagt, die urplötzlich und ohne eine Erklärung aus seinem Leben verschwunden ist …

Was zu sagen wäre

Lloyd Bridges ist nicht mehr General, er ist jetzt Präsident der Vereinigten Staaten – aber immer noch komplett durchgeknallt. Alles andere ist eigentlich, wie im ersten Hot-Shots-Film. Es wäre ja auch doof, das Erfolgsmuster zu verlassen; darunter leidet ein wenig die Originalität, aber die ZAZ-Combo ist auch dann immer noch origineller, als so manch andere Witz-Filmer in Übersee. Es gibt aber auch noch genug Stoff zum parodieren.


Das Wesen der Parodie ist, eben nichts Neues zu zeigen, sondern altbekanntes einen Tick zu überdrehen. Deshalb spielt etwa Richard Crenna die Rolle, die er auch in Rambo II gespielt hat, welcher dieser Parodie die grobe Storyline liefert, und er spielt ungerührt total Colonel-Trautman-mäßig und wirkt in dieser krachledernen Hölzernheit urkomisch; sein Rambo heißt diesmal Topper, iust aber genauso schweigsam. Parodiert wird, neben Rambo, alles, was Erfolg hatte auf der Leinwand. Zur Aufführung kommen unter anderem Phantom-Kommando, Predator, Der Pate, „Susi und Strolch“, „Casablanca“, Die Kanonen von Navarone und viele andere Perlen der Kinogeschichte. An Star Wars wird erinnert, wenn sich Präsident Benson und Saddam Hussein mit Laserschwertern duellieren.

„Apocalypse Now“ wird zitiert, wenn Topper auf einem Fluss Martin Sheen begegnet (Charlie Sheens Vater) und sich beide gegenseitig zurufen „Du warst super in Wall Street!“ Natürlich kommen aktuelle Powerfilme wie Terminator 2 und Basic Instinct zu Ehren. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer die Filme nicht kennt, hat nur viertel so viel Spaß am „Part Deux“ – ob ein von einer Bogensehne abgeschossenes, glubschäugig gackerndes Huhn als solches lustig ist, muss jeder selbst entscheiden; in der Inszenierung, die an die ikonografische Bogenszene aus „Robin Hood – König der Diebe“ erinnert, sitzt der Lacher. Wenn Topper mit seinem Maschinengewehr feuert und dabei wie in einem Videospiel der Bodycount läuft, bis es triumphierend heißt „Der BLUTIGSTE Film aller Zeiten!“, ist das albern; vor dem Hintergrund, dass gewisse Filme so für sich werben, iust es brüllkomisch (und dass Topper irgendwann unter den verschossenen Patronenhülsen verschwindet, ist der Lächler obendrauf).

Und jetzt kommt der Ropfen Wasser in den Wein: Die Filme „Die nackte Kanone“ und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ – beide ebenfalls aus der ZAZ-Schmiede – waren lustiger.

Wertung: 9 von 10 D-Mark
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