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Kinoplakat: Hollywood Monster
Effekte ohne Handlung
Schauspieler ohne Timing
Titel Hollywood Monster
(Hollywood Monster)
Drehbuch Roland Emmerich + Thomas Kubisch + Oliver Eberle
Regie Roland Emmerich, USA, Deutschland 1987
Darsteller

Jason Lively, Tim McDaniel, Jill Whitlow, Leonard Lansink, Paul Gleason, Ian MacNaughton, Chuck Mitchell, Julian Curry, Cynthia Frost, Andreas Kovac-Zemen, Toby Kaye, Larry Pennell, Ernie Lively u.a.

Genre Fantasy
Filmlänge 85 Minuten
Deutschlandstart
25. Juni 1987
Inhalt

Fred und sein Kumpel Warren leben für den Film und von der Hand in den Mund. Bislang sind alle Versuche, sich bei den Studiobossen ins Gespräch zu bringen gescheitert. Ihre Versuche, einen eigenen Film zu drehen, scheitern daran, dass ihre Freundin Laurie keine Lust mehr hat, mit ihnen zu drehen; sie verdient ihr Geld als Bedienung im Diner und findet es ätzend, dass Warren bei Dreharbeiten dauernd versucht, sie „mit Zunge” zu küssen. Kurz: Die Jungs sitzen gerade mal wieder auf dem Trockenen.

Ein Großonkel stirbt und Fred soll die Erbschaft antreten. Die entpuppt sich als Tischuhr – augenscheinlich zu nichts weiter gut, als auf den Kaminsims gestellt zu werden. Dann, um Mitternacht, stellt sich aber heraus, dass in der Uhr ein Geist wohnt – ein guter Geist, Louis. Louis war der Butler des Verstorbenen und den plagt seit vielen Jahren das schlechte Gewissen.

Louis hatte den Großonkel einst auf dessen Wunsch hin mitsamt seinen Millionen im Keller seines Hauses eingemauert. Fred und Warren sollen ihn nun ordentlich bestatten, damit Butler Louis endlich Ruhe findet. Die lassen sich das nicht zweimal sagen, schließlich winken nebenher auch Millionen von Dollar. Blöd nur, dass keiner weiß, wo Großonkels Haus heute steht.

Und es wird nicht besser, als sie Großonkels altes Haus schließlich finden. Es befindet sich mitten auf dem Gelände des erfolgreichen Film-Moguls Stan Gordon und soll gerade dem Erdboden gleich gemacht werden. Die filmvernarrten Jungs fragen sich: Wieso steht eigentlich heute ein Filmstudio dort, wo der millionenschwere Großonkel sein Haus stehen hat ..?

Was zu sagen wäre

Ich bewundere Träumer, die alle Hindernisse aus dem Weg räumen, um ihre Träume zu verwirklichen. Roland Emmerich, gewesener Filmstudent aus Sindelfingen mit hilfreichem Vater, der ihm Fabrikhallen als Studiogelände zur Verfügung stellen kann, träumt davon, Popcorn-Kino „Made in Germany” zu drehen. Aus dieser Perspektive: Respekt! Durchgesetzt! Gemacht! Zuerst Joey (1985). Jetzt „Hollywood Monster” – die Leistung ist nicht zu unterschätzen im Land der Dichter und Denker, in dem die Kreativen jedem kommerziellen Ansinnen zunächst einmal mit Abscheu und spitzen Fingern begegnen.

Abseits dieser Bewunderung und nur für sich betrachtet ist der Film „Hollywood Monster” aber langweilig. Der Titelvorspann verströmt den Charme der fröhlichen 60ies Filme mit lustigen Comicaugen und natürlich steigt der Film, der im weitesten Sinne im Filmbusiness spielt, mit einer Szene ein, die sich als Film-im-Film entpuppt. Seine Helden sind zehn Jahre älter, als der Held des letzten Films, Joey; besser sind die Darsteller auch nicht. Warren wird gespielt von Jason Lively, einem Halbbruder der 20 Jahre später kurzzeitig sehr erfolgreichen Blake Lively („Green Lantern” – 2011; „Gossip Girl” – TV 2007 – 2012). Das ist dann schon das Erwähnenswerteste an dem Film.

Die Dialoge sind unterirdisch: "Wach auf, Du bist nicht in einem von Deinen bescheuerten Filmen. Das hier ist die verdammte Realität und irgendjemand ist aus unerfindlichen Gründen scharf auf den Koffer. Und wir sollten besser herausbekommen, aus welchem verfluchten Grund!" und dabei sieht man förmlich jedes „verdammt” und jedes „bescheuert” säuberich im Script stehen als Ausdruck gelebter Sprache. "Sagen wir einfach, ich sammle Koffer … es gibt Leute, die sammeln Schlimmeres!", knurrt Filmproduzent und Bösewicht Stan Gordon und overactet fürchterlich. Und Karl Walter Lindenlaub schreibt fürcherliche Musik dazu.

Die Schauspieler lassen jedes Gespür für Timing vermissen. Szenen dauern zu lang und sehen häufig aus, als warteten alle darauf, dass der Regisseur nun endlich „Cut!” ruft. Über weite Strecken wirkt der Film billig und improvisiert mit Klischeefiguren in Klischeeszenen, die Klischeedialoge aufsagen. Nichts ist echt.

Wertung: 4 von 10 D-Mark
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