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Kinoplakat: Hitch – Der Date Doktor
Eine schöne Lüge über
die Liebe und das Leben
Titel Hitch – Der Date Doktor
(Hitch)
Drehbuch Kevin Bisch
Regie Andy Tennant, USA 2005
Darsteller

Will Smith, Eva Mendes, Kevin James, Amber Valletta, Julie Ann Emery, Adam Arkin, Robinne Lee, Nathan Lee Graham, Michael Rapaport, Jeffrey Donovan, Paula Patton, Philip Bosco, Kevin Sussman, Navia Nguyen, Matt Malloy u.a.

Genre Komödie, Romanze
Filmlänge 118 Minuten
Deutschlandstart
3. März 2005
Inhalt

Als Single in New York hat man(n)'s schwer, die Frau fürs Leben zu finden. Hier hilft Alexander Hitchens, genannt Hitch. Er hilft, Fisch und Fahrrad zusammenzubringen. Seine Überzeugungen:

  1. Keine Frau steht morgens mit dem Gedanken auf, dass sie heute auf keinen Fall jemanden kennenlernen will
  2. Das dritte Date ist das entscheidende

Hitchs Geschäft floriert und die positive Mund-Propaganda kommt irgendwann auch der Klatschkolumnistin Sara gerüchtemäßig zu Ohren. Sie wird hellhörig, ist aber momentan noch mit der Millionenerbin Allegra Cole beschäftigt, die mal wieder von einem Liebhaber betrogen wurde. Bei diesem Fall ist näher an dem Date-Doktor-Gerücht, als sie glauben würde.

Hitchs aktueller Fall: Albert Brenneman - dicklicher Steuerberaterassistent aus dem Wirtschaftsbüro, das Allegra Coles Geld anlegt. Albert Brenneman mit den senfflecken auf der Hose ist in Liebe entflammt – zu Allegra Cole. Eigentich ein hoffnungsloser Fall. Aber Hitch glaubt an seine Überzeugungen und er mag Albert. Also macht er sich an die Arbeit. Dabei lernt er Sara kennen, die Klatschkolumnistin.

Hitch, selbst überzeugter Single, der die Liebe „seit der Geschichte damals” ausschließlich als Broterwerb wahrnimmt, spürt Schmetterlinge in der Herzgegend, während Sara hinter dem liebenswerten Chaoten, als der dieser Hitch ihr erscheint, den berüchtigten Date-Doktor erkennt und dessen Job „Albert und Allegra, die Millionenerbin“ in die Zeitung bringt …

 

Was zu sagen wäre
Das Kinojahr hat zwar gerade erst angefangen, aber dass „Hitch” am Ende unter den Top Ten der besten Filme stehen wird, ist schon klar. Technisch macht er alles richtig – Drama-Aufbau nach Lehrbuch, gute-Laune-Musik, Will-Smith als Sympathie-Bolzen – und dann funktioniert auch noch die Chemie zwischen Will Smith, Eva Mendes, Amber Valletta und Kevin James. Und oben drauf kommen Dialoge, die sitzen wie ein Maßanzug. Wenn Hitch Albert die Aussichtslosigkeit seiner Liebe klar machen will und, warum er, Hitch, die Herausforderung trotzdem annimmt, erinnert er an Michelangelo: Was wohl aus der Kapelle geworden wäre, wenn Michalangelo gesagt hätte Geht nicht!? „Mein Name ist Alexander Hitchens. Lassen Sie uns diese Decke bemalen gehen.”

Kinoplakat: Hitch – Der Date DoktorEine schöne Lüge ist eine schöne Lüge, wenn etwas Wahres dran ist

Schon die Einleitung wärmt das Herz. Sie erzählt drei Liebesgeschichten im Miniformat und serviert die schönste Lüge der Welt als unwiderlegbar, wonach jede Frau und jeder Mann sich immer nach Liebe, nach The One And Only sehnen und man(n) nur „zuhören” muss. Die Unwahrscheinlichkeitsrechnung, die Regisseur Andy Tennant (Anna und der König – 1999; Auf immer und ewig – 1998) und sein Autor Kevin Bisch da aufstellen, geht voll auf – man muss das ja im Alltag nicht zwingend ausprobieren. Eine schöne Lüge ist eine schöne Lüge, wenn etwas Wahres dran ist (dafür gehen wir ja ins Kino). Dass dann „Hitch” auch noch der englische Begriff für Anhänger-Kupplung ist, ist einer dieser vielen kleinen sahnehäubchen, die erst süß schmecken, wenn der Kuchen darunter gut gelungen ist.

Daran anschließend sind wir schonn mitten in der Erörterung der Frage, wer dieser Hitch eigentlich ist und da finden wir ihn mit seinem Kumpel Ben am Billardtisch, der seinem Buddy Hitch gerade anhand eines eindrucksvoll versenkten Tisches erklärt, dass Hitchs Probleme mit dem anderen Geschlecht daher rühren, dass der immer auf die schnellen, eindeutig scheinenden Schönen aus ist und dabei die Long Shots übersieht, mit denen man das Spiel/die Liebe/das Leben gewinnt.

Wir fühlen uns in guten Regie-Händen

Gerade sind also mal zehn Minuten rum, da haben wir schon vier Geschichten erzählt bekommen, unterhaltsam gesprochen, fröhlich komponiert, die uns den ganzen Kosmos der nun folgenden Geschichte offenbaren. Das fließt und ist so gut erzählt, dass man sich zurücklehnen kann, weil man weiß: Ich bin in guten (Regie-)Händen, es ist alles in Ordnung und jetzt bin ich gespannt, wie lustig das wird, wenn Will Smith sich in Eva Mendes verliebt. Es wird sehr lustig.

Hitch und Sara, Albert und Allegra ... der Film ist eine charmante Lüge über die Lügen in Leben und Liebe. Da entflammen die Herzen plötzlich ganz ohne die technokratischen Tipps des vermeintlichen Fachmanns – trotz dieser zwingenden Wahrheiten über das korrekte Dating. Da kommt es dann eben doch auf Alberts charmant-alberne Dance-Moves an und wird der Senffleck auf der Hose zum entscheidenden Kriterium für die Liebe. Und natürlich muss auch Hitch schließlich The Speech halten – die Liebeserklärung mit der er sich um Kopf und Kragen reden und lächerlich machen wird.

Souverän geführte Kamera

Es gibt dann, nachdem sich Hitch und Sara zum ersten Mal in Liebe geküsst haben, so eine wunderbar zufällig anmutende Kameraeinstellung, die so zufällig aussieht wie sie wahrscheinlich ausführlich durchgeplant ist – mit verwackeltem Tele und Will Smith im Vordergrund, als wäre der Kameramensch/Zuschauer noch ganz besoffen von dem Kuss gerade. Da offenbart sich die Souveränität der Macher dieser Romanze und zeigt sich, wie pointiert sie mit dem Medium umgehen.

Will Smith (I, Robot – 2004; Bad Boys II – 2003; „Ali“ – 2002; Wild Wild West – 1999; Der Staatsfeind Nr. 1 – 1998; Men in Black – 1997; Independence Day – 1996) ist very very charming. Eva Mendes („Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit“ – 2003; Irgendwann in Mexico – 2003; 2 Fast 2 Furious – 2003; „All About the Money” – 2002; Training Day – 2001) ist tough und goldig gleichzeitig. Kevin James („50 erste Dates“ – 2004; „King of Queens“ – TV-Sitcom seit 1998) ist als Senffleck-Albert eine komödiantische Wucht. und Amber Valetta („Eine Liebe auf Umwegen“ – 2004; „Der Appartement-Schreck“ – 2003; „Family Man“ – 2000; Schatten der Wahrheit – 2000) als Allegra Cole ist die Entdeckung dieses Films. Keiner der vier präsentiert seine Rolle und seine Dialogzeilen so spontan, verlegen lächelnd, natürlich wie dieses entzückende Poor Rich Girl.

Wirklich wahr: Eine schöne Lüge über die Liebe, das Leben und den ganzen Rest.
Wertung: 6 von 6 €uro
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