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Kinoplakat: Highlander – Es kann nur einen geben
Ein Abenteuer mit
Wumms und Charme
Titel Highlander – Es kann nur einen geben
(Highlander)
Drehbuch Gregory Widen + Peter Bellwood + Larry Ferguson
Regie Russell Mulcahy, UK 1986
Darsteller Christopher Lambert, Roxanne Hart, Clancy Brown, Sean Connery,Beatie Edney, Alan North, Jon Polito, Sheila Gish, Hugh Quarshie, Christopher Malcolm, Peter Diamond, Billy Hartman, James Cosmo, Celia Imrie, Alistair Findlay u.a.
Genre Abenteuer, Action, Fantasy
Filmlänge 116 Minuten
Deutschlandstart
28. August 1986
Inhalt

Schottland, 16. Jahrhundert: Connor MacLeod wird 1536 in einer Schlacht der MacLeods gegen den Clan der Fraser von einem hünenhaften schwarzen ritter tödlich verwundet. Connor stirbt aber nicht und gesundet innerhalb kürzester Zeit. Das ist zu viel für seinen Clan: Seine Leute, sogar seine Geliebte Kate bezichtigen ihn, mit dem Teufel im Bunde zu stehen und treiben ihn in die Verbannung.

Mit Heather richtet sich Connor in den nächsten Jahren in einem halbverfallenen Broch mitten in den Highlands ein neues leben ein. Erst als er von dem spanischen Adeligen Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez aufgesucht wird, erfährt er, was er ist: Es gibt „Unsterbliche" unter den Menschen. Mit dem ersten gewaltsamen Tod wird die Unsterblichkeit bei diesen Auserwählten wirksam; fortan altern sie nicht, können keine Kinder zeugen und nur durch Enthaupten getötet werden. Sie bekämpfen sich in der Folge gegenseitig, um die Kräfte aller Unsterblichen (die sogenannte „Belebung“ Quickening) in sich zu vereinigen und die Welt beherrschen zu können.

Nur einer von ihnen kann schließlich überleben, um am Ende die gesammelte Kraft führen zu dürfen.

Manhattan, heute: In der Tiefgarage des Madison Square Garden enthauptet Connor MacLeod seinen Gegner Iman Fasil. Dessen Kraft geht von der Leiche auf ihn über und zerstört dabei Teile der Tiefgarage. MacLeod versucht zu fliehen, wird jedoch von der Polizei verhaftet; sein Schwert kann er vorher aber in der Garage verstecken.

Die Polizei kann MacLeod, jetzt ein Antiquitätenhändler, den Mord an Fasil nicht nachweisen, obwohl er noch argwöhnisch von ihr beobachtet wird. Von der Mordwaffe konnten nur Splitter gefunden werden; diese wecken jedoch die Neugier der Pathologin Brenda Wyatt, zusätzlich Autorin über die metallurgische Geschichte antiker Schwertschmiedekunst. Das Katana, das Connor beim Kampf im Madison Square Garden benutzte, gehörte ursprünglich Ramírez und wurde schon 593 Jahre vor Christi Geburt, lange vor der Entstehung der Schwertschmiedekunst im japanischen Mittelalter, vom Vater seiner japanischen Braut angefertigt.

Fasziniert von der möglichen Existenz dieses Schwertes, beginnt Brenda Connor nachzustellen und entdeckt schließlich Hinweise auf sein Leben als Unsterblicher. Connor gesteht Brenda letztendlich sein Geheimnis, und beide beginnen eine Liebesaffäre.

Derweil taucht auch Kurgan in New York auf, der Mann, der Connor einst als Schwarzer Ritter getötet hat, und schnell kommen er und Connor miteinander in Konflikt. Kurgan benutzt Brenda als Geisel, um die finale Auseinandersetzung zu erzwingen …

Was zu sagen wäre

Ein optischer Leckerbissen mit eleganten Übergängen, einer komplexen Handlung, der einzelne Fäden davon rollen und einem Schmachtfetzen mit Silberblick (jedenfalls aus weiblicher sicht) in der Titelrolle.

Dieser „Highlander“ ist eine Wuchtbrumme an Film, dem man gerne zusieht, vielleicht auch, weil Christopher Lambert (Subway – 1985; Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen – 1984), jener Silberblick, auf so angenehme Weise nicht zum schauspielern verführt wird und somit Russell Mulcahys visuelles Design nicht zerstört. Sein Gegenspieler ist Clancy Brown, ein Mann, den man im Kino gerne als Schurken besetzt („Die Braut“ – 1985; Buckaroo Banzai – Die 8. Dimension – 1984), und der das hier als Victor Kruger/The Kurgan herrlich überzeichnet als grunzender, zähnefletschender Halbirrer durch die nächtlichen Regenkulissen stromert. Beinahe hätte Brown die Rolle angelehnt; wegen einer Allergie gegen bestimmte Make-up-Materialien befürchtete er gesundheitliche Probleme durch die Prothesen, die er gegen Ende des Films tragen musste.

Sean Connery in der wichtigen Nebenrolle

Elegant unaufdringlich kommt Sean Connery (James Bond 007 – Sag niemals nie – 1983; „Flammen am Horizont“ – 1982; „Time Bandits“ – 1981; Outland – Planet der Verdammten – 1981; „Meteor“ – 1979; „Der erste große Eisenbahnraub“ – 1978; „Die Brücke von Arnheim“ – 1977; Robin und Marian – 1976; „Der Mann, der König sein wollte“ – 1975; Die Uhr läuft ab – 1975; Mord im Orient-Express – 1974; James Bond 007 – Diamantenfieber – 1971; Marnie – 1964; Die Strohpuppe – 1964; James Bond 007 jagt Dr. No – 1962) daher als spanischer Edelmann, der Connor in die Kunst des Schwertkampfes einführt und alsbald verstirbt. Connery hat das Alter erreicht, in welchem männliche Schauspieler in die Nebenrolle der skurrilen Alten oder des Mentors geschickt werden. Seine Szenen mussten binnen sieben Tagen abgedreht sein. Er wettete mit Regisseur Russell Mulcahy, dass dem die sieben Tage nicht reichen würden; Connerys Arroganz-Ausbrüche am Set sind legendär. Mulcahy gewann de Wette.

Ein bisschen hopplahopp kommt dann eine Lovestory daher, die dem Abenteuer für Jungs eine weiche Seite geben soll. Die erste Frau verstößt ihn, mit der zweiten lernt er, dass er seine Liebe immer verlieren wird, weil sie altert, er nicht und die dritte, gespielt von Roxanne Hart, ist lediglich ein Drehbuchkniff, um diese romantische Nummer erzählen – und erklären – zu können und ein bisschen Schwert-Talk zu schwätzen; darüberhinaus hat sie keine Funktion und damit weniger als Christopher Lambert, der wenigstens kämpfen und überleben muss. Lambert war nicht erste Wahl.

Wumms in der Montage

Regisseur Mulcahy wollte ursprünglich den 1982er-„Beastmaster“ Marc Singer haben. Vor ihm hatte schon fest Ex-Klapperschlange Kurt Russell im Highlander-Sattel gesessen, der dann wieder absprang; im Gespräch sollen auch Mickey Rourke, Michael Douglas, Kevin Costner, Sting, Mel Gibson und Patrick Swayze gewesen sein. Dass es dann doch Lambert wurde, ist umso erstaunlicher, als der Highlander kaum ein wort englisch konnte. In Greystoke, seiner ersten und bis dato einzigen englischen Produktion hatte er als Tarzan of the Apes nur wenige Sätze (mehr) grunzen müssen. Mit einem Dialogcoach trainierte er sich einen Akzent an, der keiner spezifischen Region Schottlands zugeordnet werden kann.

Solche Klischees werden aber durch Russell Mulcahys Wumms in der Montage überspielt – sein Abenteuer inszeniert er wie einen zweistündigen Musicclip: ausgetüftelte Kamerafahrten, Lichteffekte, bombastische Musik; da bleibt für die Frage nach Logik im Raum-Zeit-Kontinuum gar keine zeit im Kinosessel.

Wertung: 8 von 10 D-Mark
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