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Plakatmotiv: Held der Arena (1964)
Ein bunter Zirkus-Reigen
mit dramatischen Häppchen
Titel Held der Arena (aka: Zirkuswelt)
(Circus World)
Drehbuch Ben Hecht + Julian Zimet + James Edward Grant + Bernard Gordon + Nicholas Ray + Philip Yordan
Regie Henry Hathaway, USA 1964
Darsteller John Wayne, Claudia Cardinale, Rita Hayworth, Lloyd Nolan, Richard Conte, John Smith, Katharyna, Katherine Kath, Wanda Rotha, Margaret MacGrath, Miles Malleson, José María Caffarel, Kay Walsh, Francois Calepides, Robert Cunningham u.a.
Genre Drama, Western
Filmlänge 135 Minuten
Deutschlandstart
10. Dezember 1964
Inhalt

Matt Masters, amerikanischer Zirkusbesitzer des frühen 20. Jahrhunderts, fasst den Entschluss, mit seiner erfolgreichen Show auch durch Europa zu reisen. Insgeheim hofft er, dabei die untergetauchte Artistin Lili Alfredo wiederzufinden, bei der es sich um die Mutter seines Mündels Toni handelt.

Vor vielen Jahren verband ihn und Lili zudem eine tiefe Liebe. Als jedoch Lilis Ehemann, der damals beste Trapezkünstler des Zirkus, Wind davon bekam, stürzte er sich aus Eifersucht in den Tod. Voller Schuldgefühle für seinen Selbstmord verließ Lili daraufhin den Zirkus und damit auch ihre kleine Tochter Toni, die anschließend in Matts Obhut aufwuchs und nie erfuhr, wie sie ihre Eltern verloren hat.

Plakatmotiv (US): Circus World (1964)Bei der gefeierten Ankunft des Zirkusschiffes in Barcelona kommt es zu einer Katastrophe: Zunächst geht ein Mann über Bord, worauf sich die große Menge an Passagieren neugierig auf nur eine Seite des Schiffs bewegt, das dadurch kentert.

Zwar können alle Menschen und Tiere gerettet werden, doch die technische Ausstattung des Zirkus, insbesondere das große Zelt, ist verloren. Matt, Toni und ihrem Verehrer Steve McCabe bleibt nichts anderes übrig, als vorerst in einer lokalen Wild-West-Show aufzutreten.

Aufgrund ihres großen Erfolgs bei dem Spektakel ist Matt wider Erwarten fest entschlossen, seinen Zirkus in Spanien während der Wintermonate neu aufzubauen. Zu diesem Zweck reisen sie durch ganz Europa, um die besten Artisten unter Vertrag zu nehmen, wie etwa Aldo Alfredo, den Bruder von Lilis Ehemann, den sie als Hochseilkünstler engagieren.

Als Matt eines Tages Lili im Publikum erkennt, versucht er sie zur Rede zu stellen. Sie schämt sich zutiefst für ihr Leben und ihre inzwischen heruntergekommene Erscheinung. Sie möchte auf keinen Fall, dass Toni von ihr erfährt.

In Hamburg findet Matt heraus, dass Lili viele Jahre im Kloster lebte und danach immer stärker dem Alkohol verfiel. Umso mehr ist er überrascht, als Lili ihn eines Abends um eine Arbeit als Hochseilartistin bittet. Dabei beharrt sie weiterhin darauf, ihre Identität vor Toni zu verbergen. Zunächst scheint dies auch zu funktionieren, dann jedoch bricht Aldo Alfredo, Lilis ehemaliger Schwager, sein Schweigen und lässt Toni anonym einen Zeitungsartikel zukommen, in dem die Umstände, die zum Tod ihres Vaters führten, durch eine schamlose Affäre von Lili und Matt maßlos übertrieben dargestellt werden.

Toni ist fassungslos und fühlt sich von allen hintergangen …

Plakatmotiv (US): Circus World (1964)

Was zu sagen wäre

Mit Henry Hathaway kehrt das Kino zu seinen Anfangen zurück. Er inszeniert einen bunten Jahrmarkt mit spektakulären Artisten, magischen Bildeffekten und wuchtigen Katastrophen; alles, was die Menschen einst auf den Jahrmarkt und heute in den Zirkus zieht.

Bunte Nummern wechseln mit einem romantischen Familiendrama im Westernstyle, in dem John „The Duke“ Wayne John Wayne spielt, einen halsstarrigen Dickkopf mit wunder Seele und ganz weichem Herz (Hatari! – 1962; Der Mann, der Liberty Valance erschoss – 1962; Das war der Wilde Westen – 1962; Alamo – 1960; Rio Bravo – 1959; Der letzte Befehl – 1959; Der schwarze Falke – 1956; Rio Grande – 1950; Der Teufelshauptmann – 1949; „Red River“ – 1948; Ringo – 1939). Wayne, der alte Bummbär, kommt nach Europa, um seine große Liebe wiederzufinden – chercher la femme à l'Europe.

Sein herzschmerziges, aber spannungsarmes Drama verabreicht Hathaway in homöopathischen Dosen, um dann die nächste bombastische Zirkusshow zu zeigen mit Pferden, Cowboys und Indianern, Clowns auf dem Hochseil und fauchenden Löwen in der Arena. Da bleibt – auch bei einer Lauflänge von zwei Stunden, 15 Minuten – für eine feine Figurenzeichnung wenig Raum. Das Drama lebt von seinen Typen, neben Wayne, der als besorgter Vater seiner Rolle parodistische Züge gibt, ist das vor allem Rita Hayworth als hart gewordene Trinkerin, die Waynes Schmerz spielt, und Claudia Cardinale (Der rosarote Panther – 1963; „Der Leopard“ – 1963; „Cartouche, der Bandit“ – 1962), die Waynes erblühende, fröhliche Ziehtochter spielt.

Hayworth ersetzte Lilli Palmer, die sich ebenso aus dem Projekt zurückzog, wie David Niven, der Waynes Partner Cap Carson spielen sollte und wegen diverser Änderungen im Drehbuch ausstieg. Die Änderungen hatte John Wayne erzwungen, der darauf bestand, das Originalskript von Ben Hecht durch seinen Lieblingsautor James Edward Grant überarbeiten zu lassen. Deswegen sprang dann auch noch Regisseur Frank Capra ab; Henry Hathaway übernahm (Das war der Wilde Westen – 1962; „Prinz Eisenherz“ – 1954). Unterm Strich ist ihm ein knallbuntes Kinospektakel mit dramatischer Einlage gelungen, das die Artisten in der Zirkuskuppel feiert.

Die Dreharbeiten fanden unter Mitwirkung des damaligen „Rennbahn-Circus Franz Althoff“ statt, dessen spezielle Bauweise in die Filmhandlung integriert wurde. Drehorte waren Barcelona, die Samuel Bronston Studios in Madrid, Aranjuez, Toledo, London, Paris und Wien.

Wertung: 4 von 7 D-Mark
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