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Kinoplakat: Hellboy
Eine dieser Fortsetzungen, die
wir nicht verpassen wollen
Titel Hellboy 2 – Die Goldene Armee
(Hellboy II: The Golden Army)
Drehbuch Guillermo del Toro + Mike Mignola
nach den Comics von Mike Mignola
Regie Guillermo del Toro, USA 2008
Darsteller Ron Perlman, Selma Blair, Doug Jones, John Alexander, James Dodd, Seth MacFarlane, Luke Goss, Anna Walton, Jeffrey Tambor, John Hurt, Brian Steele, Andrew Hefler, Iván Kamarás u.a.
Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
16. Oktober 2008
Inhalt

Die ewige Waffenruhe zwischen unserer Welt und den unsichtbaren Gefilden der fantastischen Unterwelt hat ein Ende. Die schlafende „goldene Armee” wurde von einem grausamen Herrscher der Finsternis, Prinz Nuada, zu neuem Leben erweckt, und die einzige Chance der Menschheit? Der rot gehörnte Katzenfreund aus der Hölle – Hellboy.

Gemeinsam mit seiner Feuer beherrschenden Freundin Liz, dem Tiefsee-Empathen Abe und dem Protoplasma-Seher Johann stellt sich Hellboy den unheimlichen Kreaturen Nuadas entgegen. Mehrere mörderische Zahnfeen, die Horde goldener Krieger, ein buchstäblicher Berg von einem Monster, ein vieläugiger Engel des Todes und ein haushoher Krake sind nur einige der Wesen, die Hellboy zu schaffen machen.

Und außerdem muss er sich um seine Beziehung zu Liz kümmern – die will nicht nur aus der gemeinsamen Behausung ausziehen, die ist auch noch schwanger – und als Geschöpf und Außenseiter beider Welten seinen eigenen Weg finden …

Was zu sagen wäre

Eine gelungene Fortsetzung. Sie übertrifft sogar den Vorgänger; lange Einführungen seltsamer Charaktere in eine seltsame Welt müssen dem Popcorn einwerfenden Publikum nicht mehr lange plausibel gemacht werden – sowas sind alle jetzt gewohnt.

Kinoplakat: Hellboy

Ron Perlman ist immer noch erfrischend rotzig, erweitert aber seine Emotionsspanne. Seine Liz macht ihm Feuer unterm Hintern, will endlich Ordnung in der Bude, ein irgend menschenmöglich geregeltes Leben … und sie ist schwanger. Ziemlich viel für einen Jungen aus der Hölle. Höhepunkt ist Perlmans Gebrochene-Herzen-Blues mit Amphib Abe bei einigen Flaschen Bier.

Auch Selma Blair ist erfischend erkennbar Hellboys Love Interest Liz. Im Vorgänger war das noch mehr Behauptung als sichtbar; heute scheint Selma Blair sich mit der Rolle der Liz angefreundet zu haben. Genau genommen ist sie es, die den ganzen Film über die Fäden in der Hand hält. Ihr Lover wird als tumber Prügler gezeichnet, sie als diejenige, die bewusst hinguckt, die Zukunft im Auge hat und dabei sorgfältig abwägt – klare Klischee-Verteilung in der Comicwelt. Die Heroen aus dem DARKHORSE-Verlag machen da keine Ausnahme.

Gullermo Del Toro ist es gelungen, über das geforderte Action-Comic-Fun-Movie hinaus einen sehr komplexen Blick auf unsere Menschen-Welt zu werfen. Seine Sympathie gehört dabei eindeutig den „Bösen” – die so böse gar nicht sind. Die Naturwesen, die Helboy und seine Truppe zu bekämpfen haben – Elfen, Kobolde, Oger – wollen lediglich ihren Anteil an dem uralten Handel zwischen Mensch und Elf. Statt dessen baut der Mensch die Natur „mit Parkplätzen und Einkaufszentren zu”. Sichtbar wird Del Toros Liebe für die Natur, als ein gigantischer Waldgeist für Aufregung sorgt. Nachdem Hellboy für klare Verhältnisse gesorgt hat, bleibt beim Zuschauer ein bitterer Nachgeschmack.

Wertung: 5 von 6 €uro
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