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Kinoplakat: Hatari!
Spektakuläre Aufnahmen
in einem eher lahmen Film
Titel Hatari!
(Hatari!)
Drehbuch Leigh Brackett + Harry Kurnitz
Regie Howard Hawks, USA 1962
Darsteller John Wayne, Hardy Krüger, Elsa Martinelli, Red Buttons, Gérard Blain, Bruce Cabot, Michèle Girardon Michèle Girardon, Valentin de Vargas, Eduard Franz u.a.
Genre Abenteuer
Filmlänge 157 Minuten
Deutschlandstart
21. Dezember 1962
Inhalt
Eine Tierstation in Tansania, Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre. Sean Mercer und eine Gruppe professioneller Großwildjäger jagen Tiere für Tierparks in aller Welt. Jedoch benutzen sie keine Kugeln – sie fangen die wilden Tiere mit Seilen. Die tiere sollen ja lebendig in den Zoos ausgestellt werden.

Das Leben ist so abwechslungsreich oder so eintönig, wie es die Tiere und der Job halt zulassen. Wenn einer aus der Gruppe bei der Jagd durch ein Tier verletzt wird, ist das Tage lang Thema bei gemeinsamen Trinkabenden. Der Mitarbeiter „Little Wolf" muss, von einem Nashorn gefährlich verletzt, ins Krankenhaus nach Arusha gebracht werden. Er überlebt durch die spontane Blutspende des zufällig hinzugekommenen Franzosen Charles, der sich bei der Gelegenheit um Mitarbeit auf der Fangstation bewirbt.

Kinoplakat (US): HatariDie Station gehört Brandy de la Court, seit ihr Vater gestorben ist. Sean und die anderen sehen die 22-Jährige als ihr Adoptivkind; als Frau sehen sie sie eher nicht. Und dann kommt eine Frau ins Camp. Die Italienerin Anna Maria D'Allesandro, die alle der Einfachheit halber „Dallas" nennen, soll für einen Zoo in der Schweiz Fotos machen, die – möglichst spektakulär – zeigen, wie die Männer in Kenia arbeiten. Alle mögen Dallas. Nur Sean nicht, der nach einer zurückliegenden Enttäuschung mit Frauen eigentlich nichts mehr anfangen möchte.

Charles („Chips") wird bald als Mitarbeiter eingestellt, während Little Wolf sich von der Verwundung erholt. Charles wetteifert mit dem deutschen Rennfahrer Kurt Müller um Brandy, bis sich herausstellt, dass sie den naiv-eigenartigen Tüftler Pockets liebt.

Gegen Seans Willen nimmt Dallas ein verwaistes Elefantenkalb unter ihre Fürsorge, dessen Mutter erschossen werden musste. Nacheinander gesellen sich noch zwei weitere junge Elefanten dazu, die sie ebenfalls hingebungsvoll versorgt, wovon Sean zwar sehr beeindruckt ist, doch schafft er es nicht, seinen Gefühlen für Dallas Raum zu geben.

Als am Ende der Fangsaison gefeiert werden soll, bleibt Dallas, enttäuscht von Seans Zurückhaltung, der Gesellschaft fern und reist in der Nacht klammheimlich nach Arusha ab

Was zu sagen wäre

Ein langweiliger Film. Jedenfalls, wenn man auf dramatische Geschichten steht, die im Kino erzählt werden sollen. „Hatari!“ wirkt statt dessen eher so, als hätten die Männerfreunde Howard Hawks („Rio Bravo“ – 1959; Blondinen bevorzugt – 1953; Liebling, ich werde jünger– 1952; „Das Ding aus einer anderen Welt“ – 1951; Tote schlafen fest – 1946; Haben und Nichthaben – 1944; Leoparden küsst man nicht – 1938), John Wayne, Hardy Krüger und Red Buttons eine private Großwildsause finanzieren müssen und kurzerhand einen Spielfilm gedreht. Und dabei hatten sie offensichtlich viel Spaß. „Wayne means Adventure!“ steht auf den Plakaten. Mehr ist aber auch nicht. „Hatari!“ ist ein Film, der von seinen spektakulären Aufnahmen bei der Jagd lebt. Abenteuer für den abenteuerhungrigen Bildungsbürger daheim in der zivilisierten Ersten Welt.

Mit Mühe bauen die Autoren Leigh Brackett und Harry Kurnitz einen Konflikt auf; ein Nashorn, das zu Beginn entkommt und dabei Little Wolf verletzt, wird zum großen dramatischen Alpha und Omega, das am Ende gefangen werden muss. In den zweieinhalb Stunden dazwischen allerdings gibt es außer den spektakulären mit-der-Kamera-mittendrin-Jagdaufnahmen nur John Wayne, der sich verliebt. Und „John Wayne, der sich verliebt“ ist als Sujet verfehlt (Der Mann, der Liberty Valance erschoss – 1962). Aber damit – immerhin – punktet der Film in der Kategorie Humor. Er ist mit zweieinhalb Stunden zwar viel zu lang, aber er ist witzig. John Wayne veralbert sein Image ein wenig, Elsa Martinelli gibt einen patenten Kumpel im Frauenkörper – dass es für Hawks eine Italienerin sein musste, mag damit zusammen hängen, dass ihr Akzent sie weiblicher macht, als sie in ihrer Rolle sein darf.

„Hatari!“ ist wie ein früher Vorläufer der Scripted Reality. Wir erleben viel Leben und Jagen in Tansania und Kenia, unterhaltsam verknüpft mit einer dünnen Geschichte, die den Bildern kaum im Wege stehen.

Kinoplakat: Hatari

Wertung: 4 von 7 D-Mark
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