Kinoplakat: Guardians of the Galaxy
Eine moderne Space-Odyssey
mit Rock n‘Roll-Attitüde
Titel Guardians of the Galaxy
(Guardians of the Galaxy)
Drehbuch James Gunn + Nicole Perlman
nach den Comicbooks von Dan Abnett + Andy Lanning
Regie James Gunn, USA 2014
Darsteller

Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel (Stimme), Bradley Cooper (Stimme), Lee Pace, Michael Rooker, Karen Gillan, Djimon Hounsou, John C. Reilly, Glenn Close, Benicio Del Toro, Laura Haddock, Sean Gunn, Peter Serafinowicz u.a.

Genre Comicverfilmung, Science Fantasy, Abenteuer
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
28. August 2014
Inhalt

USA, der Mittelwesten, 1988: Peter Quill kommt nicht wirklich dazu, um seine soeben verstorbene Mutter zu trauern. Kaum hat sie ihren letzten Atemzug getan, wird er von Außerirdischen entführt.

26 Jahre später ist aus Peter, der sich inzwischen gerne Star Lord nennt, ein Schmuggler geworden, ein Weltraumplünderer, der zur Bande seines Entführers, des Außerirdischexn Yondu Udonta, gehört. Von seinem Leben auf der Erde ist Peter nur sehr wenig erhalten geblieben, eigentlich nur ein alter Walkman und eine Kassette mit alten Popsongs, die ihm seine Mutter zusammengestellt hat. Eines Tages bekommen er und Yondu den Auftrag, eine Metallkugel, den sogenannten Orb, aus einer Ruinenstadt zu bergen. Doch kaum hat Peter die Kugel in der Hand, wird er von Korath und dessen Männern angegriffen, Gefolgsleuten eines gewissen Ronan. Peter kann entkommen; er hintergeht Yondu und will den Orb dem Hehler, der die Bergung in Auftrag gegeben hat, auf eigene Rechnung verkaufen. Aus Rache für diesen Verrat setzt Yondu ein hohes Kopfgeld für Peters Gefangennahme aus.

Peter hat keine Ahnung, dass hinter Ronan die Figur Ronan der Ankläger steht, ein Angehöriger des Volkes der Kree und fanatischer Feind der Bewohner des Planeten Xandar. Die Bewohner dieser einflussreichen, fortgeschrittenen Welt haben vor einiger Zeit einen Friedensvertrag mit den Kree ausgehandelt; Ronan akzeptiert den aber nicht. Um seine Rachegelüste zu befriedigen, hat er mit Thanos, dem Eroberer ein Abkommen geschlossen: Er, Ronan, beschafft den Orb, dafür vernichtet Thanos Xandar.

Als Aufpasser und Unterpfand für dieses Bündnis hat Thanos seine Adoptivtöchter Gamora und Nebula, zu Cyborgs umgebaute Meuchelmörderinnen, an Ronans Seite gestellt. Als der erfahren muss, dass Korath beim Bergen des Orbs versagt hat, gibt er Gamoras Drängen nach und schickt sie aus, um das Objekt wiederzubeschaffen.

Währenddessen trifft Peter den Hehler in dessen Laden auf Xandar. Als der hört, dass auch Ronan hinter dem Orb her ist, bricht er abrupt die Verhandlungen ab und drängt Peter aus seinem Laden. Kaum draußen, wird Peter angegriffen, sowohl von Gamora, die den Orb an sich nehmen will, als auch von den Kopfgeldjägern Rocket und Groot. Die beiden sind auf die Prämie für Peters Ergreifung aus. Am Ende werden alle vier vom Nova Corps, den Sicherheitskräften Xandars, verhaftet und ins Kyln gesteckt, ein mitten im All gelegenes Gefängnis. Dort wird Gamora, die wegen ihrer Verbindung zu Thanos und Ronan einen schlechten Ruf genießt, von mehreren Mithäftlingen mit dem Tod bedroht, darunter Drax, der seine Familie an Ronan verloren und ihm dafür Rache geschworen hat. Peter, der Gefallen an Gamora gefunden hat, befreit sie aus dieser Situation. Gamora, die Thanos hasst, schlägt im Gegenzug vor, den Orb an einen Interessenten, den sie kennt, zu verkaufen und die beträchtliche Belohnung dafür untereinander aufzuteilen.

Gesagt, getan: Die neuen Partner brechen aus dem Hochsicherheitsgefängnis aus und reisen nach Knowhere, einer vom Verbrechen zerfressenen Minenkolonie, und kommen dort in Kontakt mit Gamoras Kunden, dem Collector Taneleer Tivan, der die seltensten und seltsamsten Dinge des Universums hortet …

Was zu sagen wäre

Rock‘n‘Roll meets the Universe. Ein großartiger Spaß, der seine Figuren ernst nimmt, sich selbst aber nicht so sehr. Dass der allmächtige Ronan am Ende allen Ernstes per Dance-Battle in die Knie gezwungen wird, zeigt, wo‘s langgeht. Peter, der charmante, dreitagbärtige Outlaw im Universum mit wechselnden Bettgeschichten ist sowas wie ein Han Solo 4.0; wo der den schnellsten Schrotthaufen der Galaxis kommandierte, trägt Quill immer einen Sony Walkman mit sich herum, für dessen Erhalt er nofalls sein Leben riskiert – schließlich läuft auf dem dem die alte Musikcassette seiner Mutter mit all den schönen Rocksongs. Ein Film, mit Liebe gemacht und Nostalgie gewürzt. Neben den Songst schafft es sogar der Spielhallen-Klassiker aller Spielhallen-Klassiker in den Film: Wenn sich das Nova-Corps gegen Ronan zusammenstellt, erinnert das sicher nicht zufällig an „Asteroids“.

„Die „Guardians“ gehören zum Universum der Marvel-Helden, treten aber selten mit den besser bekannten Avengers, Spider-Man oder X-Men in Kontakt. Diese erste Verfilmung der Comicfiguren ist aber gleich die erfolgreichste aller Marvel-Filme. Dieser Erfolg mag auch den sehr gut dosierten Special Effects und den elegant choreographierten Actionszenen geschuldet sein – aber das alles wäre nichts ohne das wunderbar ausbalancierte Personal, aus dem Waschbär Rocket – „Was ist ein Waschbär? Ich bin kein Waschbär! Ich bin Opfer genetischer Experimente!“ – heraus sticht, dem im Original Bradley Cooper (American Hustle – 2013; Silver Linings – 2012; The Place Beyond the Pines – 2012; Ohne Limit – 2011;Das A-Team – Der Film – 2010; „Hangover“ – 2009) Charme und Stimme leiht. Sein Partner im All ist ein sprechender Baum – das heißt, sprechen ist gut; er sagt nicht mehr als „I am Groot“. Aber das heißt jedesmal was anderes und wird von Rocket entsprechend übersetzt. Das funktioniert so gut wie damals bei Han Soli und Chewbacca. Die Star-Wars-Analogien drängen sich auf. Die „Guardians“ haben heutzutage kaum mehr die Chance, zu einem Klassiker im kulturellen Kanon der Generatonen zu werden, wie einst der Krieg der Sterne. Dafür fehlt ihnen dann das Außergewöhnliche, das Lucas‘ Film damals hatte.

Die „Guardians of the Galaxy“ sind mitreißend erzählt, aber am Ende steckt doch eine sehr klare, gern genutzte Struktur dahinter – die egoistischen Einzelkämpfer, die sich aus Not zusammentun, Partner werden, ein Team bilden und schließlich den Bösen im zweiten Anlauf besiegen. Weniger diese Storyline macht Lust auf die Fortsetzung, aber die Machart und die Typen. Sowas schaffen in diesen Tagen offenbar nur die Marvel-Studios. Als hätten sie ihren Comicerfolg einfach mal eben so auf die das Medium Film übertragen.

Wertung: 6 von 8 €uro