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Kinoplakat: The Gingerbread Man
John Grisham und Robert Altman
passen nicht zusammen
Titel Gingerbread Man
(The Gingerbread Man)
Drehbuch Clyde Hayes
nach dem gleichnamigen Roman von John Grisham
Regie Robert Altman, USA 1998
Darsteller Kenneth Branagh, Embeth Davidtz, Robert Downey Jr., Daryl Hannah, Tom Berenger, Famke Janssen, Mae Whitman, Jesse James, Robert Duvall, Clyde Hayes, Troy Byer, Julia Ryder Perce, Danny Darst, Sonny Seiler, Walter Hartridge u.a.
Genre Drama, Thriller
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
21. Mai 1998
Inhalt

Savannah, gelegen in Georgia, ist ein prachtvolles Städtchen. Prachtvoll für die Erfolgreichen und jene, die dazugehören. Ein Städtchen, in dem hässliche Vorfälle rasch hinter der Kulisse der Macht zu verschwinden pflegen.

Rick Magruder gehört zu den Erfolgreichen. Gerade erst hat er wieder einmal der Polizei des Städtchens nachgewiesen, dass sie sich nicht immer auf dem Boden des Gesetzes bewegt und damit seinen schwerreichen Klienten freigepaukt. Magruders Frau hat ihn irgendwann verlassen und klagt um die Scheidung.

An dem Abend, als Magruder sich für seinen jüngsten Erfolg feiern lässt, lernt er Mallory Doss kennen. Eine junge Frau, die sich ihren Lebensunterhalt als „Zigarettenmädchen“ verdient. Eine Zufallsbekanntschaft. Mallory bedrängt den Staranwalt, ihr Hilfe vor ihrem offenbar wahnsinnigen Vater Dixon zu bieten. Magruder stellt ihr die Arbeit seiner Kanzlei ohne zu zögern zur Verfügung. Ehrensache. Schließlich haben die beiden gerade eine denkwürdige Nacht miteinander verbracht.

Ungehört verhallen die Warnungen von Magruders Assistentin Lois und von dem (ab)gerissenen Privatdetektiv Clyde Pell. Magruder lässt lieber seine Muskeln spielen und bringt den alten Mann hinter die Gitter einer psychatrischen Anstalt.

Doch Mallorys traumatisierte Seele hat nicht lange Ruhe. Während ein Hurrikan heranzieht, kann Dixon flüchten. Angst liegt über der Stadt. Und als das Leben von Magruders Kindern bedroht wird, ist es mit der Ruhe in dem Städtchen endgültig vorbei.

Mit unbegremstem Selbstbewusstsein versucht Magruder, die Gefahr alleine zu beseitigen. Und wird darüber bald zum Gejagten der Polizei (die noch einige Hühnchen mit ihm zu rupfen hat) und dann zum Jäger des Entführers seiner Kinder …

Was zu sagen wäre

Da passt was nicht. Der Stil von Regisseur Robert Altman und der von John Grisham, der die Romanvorlage geschrieben hat, gehen nicht zusammen. Der Film ist irgendwie ganz gut. aber er ist nicht zwingend. Embeth Davidtz (Dämon - Trau keiner Seele – 1998: Schindlers Liste – 1993; „Armee der Finsternis“ – 1992) ist als Mallory irgendwie ganz überzeugend, ebenso irgendwie Kenneth Brannagh. Robert Duvall (Phenomenon – 1996; „Schlagzeilen“ – 1994; Falling Down – 1993; Tage des Donners – 1990; Der Unbeugsame – 1984; Apocalypse Now – 1979; „Die Körperfresser kommen“ – 1978; Der Adler ist gelandet – 1976; Network – 1976; Der Pate 2 – 1974; Sinola – 1972; Der Pate – 1972; THX 1138 – 1971; „M.A.S.H.“ – 1970; Bullitt – 1968) als vermeintliches Monster ist super.

Aber ich werde bei all dem den Eindruck nicht los, als würde ich lauter Einzelteilen bei der Ausübung ihrer jeweiligen Profession zusehen. Und dieses Zusehen geschieht auf hohem Niveau: Die Kameraarbeit von Gu Changwei ist elegant, portraitiert die Schwüle Savannahs in wunderbaren Brauntönen.

Es liegt wohl daran, das John Grisham bei aller kenntnisreichen Komplexität immer schnelle Thriller schreibt, während Robert Altman der Mann für das epische Ausleuchten ganzer Gesellschaften ist („Prêt-à-Porter“ – 1994; Short Cuts – 1993; The Player – 1992). Das passt nicht.

Wertung: 7 von 11 D-Mark
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