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Kinoplakat: Germanikus
Nicht Germanikus lehrt Rom das Fürchten,
sondern Gerhard Polt seine Fans
Titel Germanikus
Drehbuch Gerhard Polt + Franco Ferrini + Hans Weth + Hanns Christian Müller
Regie Hanns Christian Müller, Deutschland 2004
Darsteller

Gerhard Polt, Gisela Schneeberger, Rufus Beck, Anke Engelke, Thiam Aïssatou, Bernhard Hoëcker, Viktor Giacobbo, Hilmi Sözer, Manfred Lehmann, Nadia Rinaldi, Irm Hermann, Nikolaus Paryla, Claudia Wipplinger, Martin Schneider, Jessica Kosmalla u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
25. März 2004
Inhalt

Germanien 374 n. Chr. Ein arbeitsscheuer, bequemer Sumpf-Bavare wird von römischen Sklaven-Jägern nach Rom verbracht und am selben Tag noch an die neureiche Römerin Tusnelda verscherbelt, Inhaberin einer Gladiatoren-Schule, aus der es ihm gelingt zu fliehen.

Gerade entkommen, landet er im nächsten Unglück: Als Vorkoster am Kaiserhof wird er als Kaisermörder verfolgt, gefasst und in die Arena gesteckt.

Mit Hilfe der schwarzen Sklavin Saba besteht er den ungleichen Kampf gegen einen Tiger am Ende doch siegreich, wird dafür gegen seinen Willen zum neuen Kaiser ausgerufen, gibt als solcher den Anstoß zum Fall des Römischen Reiches und flieht erneut – mit Saba als Kaiserin verspricht er sich in seinem Heimatort Sumpfing ganz neue Perspektiven …

Was zu sagen wäre

„Aus den Tiefen des germanischen Waldes kommt ein Mann, der Rom das Fürchten lehrt“, tönt das Plakat zum Film. Darunter Gerhard Polt mit abgebrochenem Wikinger-Horn am Helm und einer Tusnelda, die ihm zu Füßen liegt.

So schlecht ist auch der Film. Nicht dieser Mann lehrt Jemand das Fürchten. Gerhard Polt (Herr Ober! – 1992; „Man spricht deutsh“ – 1988; „Kehraus“ – 1983; „Fast wia im richtigen Leben“ – TV 1979-1988) lehrt seine Fans das Fürchten. Man muss sich ängstlich fragen, was diesen Meister des kunstvoll pointierten Witzes getrieben hat, diese Posse durchgehen zu lassen. Könnte man glaubhaft behaupten, dass der Krach hinter den Kulissen für das Malheur verantwortlich wäre, wäre das wenigstens eine halbwegs plausible Antwort.

Der Film hat lange auf sich warten lassen, war eigentlich 2001 abgedreht. Dann wurde er aber mehrfach umgeschnitten und nachsynchronisiert; es muss, was man so hört, zu ordentlichem Krach zwischen Polt und seinem langjährigen Hausregisseur Hanns Christian Müller gekommen sein. Einzelheiten blieben hinter den Kulissen, Gerhard Polt sagte lediglich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ über die dreijährige Verzögerung des Filmstarts, er sei ”stinksauer“.

In der vorliegenden Fassung schrammt der Film knapp an Schulmädchenreport-Niveau vorbei. Da gibt es diesen gefräßigen Germanen Hermann aus dem kleinen Dorf Sumpfing, der keine Lust hat, mit seinen Nachbarn in den Krieg gegen Rom zu ziehen, bleibt also im Dorf, „um auf Frauen und Kinder aufzupassen“ und wird, höhö, Lustobjekt der gesamten Damenwelt. Natürlich werden einige schwanger, die zurückkehrenden Kriegshelden sauer, der Dicke muss fliehen und wird von der römischen Damenwelt entdeckt.

So ungefähr soll er also sein, der Witz im Kino des 21. Jahrhunderts?

Wertung: 2 von 6 €uro
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