Kinoplakat: Fast & Furious 6
Ein Familienfilm mit fliegenden Autos
und explodierenden Flugzeugen
Titel Fast and Furious 6
(Furious 6)
Drehbuch Chris Morgan
mit Charakteren von Gary Scott Thompson
Regie Justin Lin, USA 2013
Darsteller

Vin Diesel, Paul Walker, Dwayne Johnson, Jordana Brewster, Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Sung Kang, Gal Gadot, Ludacris, Luke Evans, Elsa Pataky, Gina Carano, Clara Paget, Kim Kold, Joe Taslim u.a.

Genre Action
Filmlänge 130 Minuten
Deutschlandstart
23. Mai 2013
Website thefastandthefurious.com
Inhalt
Nach dem erfolgreichen Raub in Rio sind Dominic „Dom“ Toretto und seine Crew in den Ruhestand gegangen: Dom lebt mit Elena Neves, seiner Schwester Mia, Brian O’Conner und dem gemeinsamen Sohn zusammen auf den Kanarischen Inseln. Gisele und Han planen nach Tokio zu ziehen und Roman und Tej führen ein Leben im Luxus.

DSS-Agent Luke Hobbs und seine Partnerin Riley sind mit der Untersuchung der Zerstörung eines russischen Militärkonvois betraut, für den der ehemalige britische SAS-Soldat der Special Forces, Owen Shaw, verantwortlich war. Shaw plant den Raub weiterer Komponenten für eine Waffe, welche in der Lage ist, die Kommunikationsmittel eines ganzen Landes zu blockieren.

Hobbs macht Dom ausfindig und bittet ihn im Rahmen der geplanten Verhaftung Shaws um Mithilfe. Dom lehnt zunächst ab, ändert seine Meinung jedoch, als er von Hobbs erfährt, dass seine Ex-Freundin Letty, die er für tot hielt, an den Überfällen beteiligt war.

Dom ruft seine Crew zusammen, die sich bereit erklärt, Hobbs bei der Festnahme von Shaw zu helfen. Im Gegenzug erhalten sie vollständige Amnestie für ihre Verbrechen …

Was zu sagen wäre

„Ich habe Dir fünf Minuten verschafft”, sagt seine Partnerin Riley. „Ich brauche nur zwei“, brummt da Muskelberg Hobbs aka Dwayne Johnson aka „The Rock“ vor der Befragung eines Verdächtigen und Lookalikes Vin Diesels, der dann auch brav erklärt „I aint telling You shit!“ Und natürlich kommt The Rocks Replik „I was hoping you'd say that!“ Was im Verhörzimmer dann folgt, lässt einen beobachtenden Beamten an der Rechtmäßigkeit des Beobachteten zweifeln, „Ist das legal?“, woraufhin Riley (Gina Carano aus Haywire – Trau‘ keinem – 2011) sagt „Nein. Aber wollen Sie da rein gehen und ihm das sagen?“ Man kann sich die Bilder zu diesen Dialogsätzen lebhaft vorstellen – sie sind immer gleich: Talking Heads und Prügel-Glas-Splitter-Tisch-zerbrech-Szenen. Filme wie „Furious 6“ leben nicht vom klugen Bild, sie leben von der Tonspur; die sagt alles, was ich wissen muss und ist ohnehin nur Übergang zur nächsten Actionszene.

Diese Actionszenen sind … klasse! Hanebüchen. An den Haaren herbei choreografiert. Jeder Physik spottend und keinem Zeitmaß gehorchend. Da jagen sie zwanzig Minuten über eine Startbahn und hindern eine ausgewachsene Antonow am Durchstarten. So lang ist – bei dem Tempo – keine Startbahn der Welt. Es wäre aber schade, den Spaß einzukürzen, den die Produzenten da veranstalten.

Oder: Da jagen sich auf einer spanischen Autobahn Autos und ein großer Panzer, es wird scharf geschossen reifen-ge-quitscht, zermalmt und durch die Luft geschleudert, dass man irgendwann aufgibt, den erhabenen Finger des och-Kinder-bitte-haltet-doch-mal-an-Euch zu erheben. Diese Szene ist fun to watch und sie ist vor allem echt. Da gehen echte Autos zu Schrott – den hochbezahlten Akteuren mag man ansehen, dass sie im Cockpit vor Greenscreen agieren, oder an Drahtseilen Flug- und Rettungsmanöver vollführen. Aber die Autos, die fliegen, sind Autos die fliegen, mit Stuntleuten am Steuer – keine Pixel aus dem Rechner.

Ein erheblicher Teil dieses fun-to-watch beruht darauf, dass ich alle Figuren dieser großen Vin-Diesel-Familie mag. Seit dem vierten Teil hat sich die Serie ganz hin zu einem Familienfilm entwickelt – hinter und vor der Kamera. Die gute Stimmung springt über. Ich kann den Stuntleuten für ihre großartige Arbeit applaudieren und freue mich, dass begrenzt talentierte – oder vielleicht nur begrenzt geforderte, so genau lässt sich das angesichts knapper Sentenzen nicht sagen – Schauspieler ihre Szenen gerade heraus bringen und sympathisch lächeln oder wenigstens ein schönes Gesicht haben.

Der Charakter des Familienfilms funktioniert wunderbar auf diesem Testosteron-Vehikel: Wenn Dom Toretto sagt „You're family“, dann gibt das diesem Comic einfache, pathetische Wärme. Obwohl es diesmal gegen Ende ein paar traurige Momente gibt (die sich abgezeichnet haben in der Klippschuldramatik, in deren Duktus die Drehbücher geschrieben sind) ist doch insgesamt klar: „Hier stirbt niemand vom Inner Circle.“ Also: Buckle Up, Just Enjoy The Ride and don't take it too serious – so was wie The Avengers lassen wir doch auch passieren.

Hier war das Produktionsbudget sichtbar üppiger: 160 Millionen US-Dollar hat die Produktion gekostet. Aber an der Kinokasse flossen dann weltweit auch 789 Millionen US-Dollar zurück.
Wertung: 5 von 7 €uro