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Kinoplakat: Evolution
Ein Alien-Film zwischen
Lachen und Igitt-Igitt
Titel Evolution
(Evolution)
Drehbuch Don Jakoby + David Diamond + David Weissman
Regie Ivan Reitman, USA 2001
Darsteller David Duchovny, Julianne Moore, Orlando Jones, Seann William Scott, Ted Levine, Ethan Suplee, Michael Ray Bowder, Dan Aycroyd u.a.
Genre Komödie, Romanze
Filmlänge 101 Minuten
Deutschlandstart
19. Juli 2001
Inhalt

Die Nacht legt sich langsam über die Wüste von Arizona. Am Himmel funkeln die Sterne. Unten bereitet sich Wayne Green auf seine Aufnahmeprüfung zum Feuerwehrmann vor. Die Hütte ist in Brand gesetzt, die blonde Plastikpuppe alsbald aus den Flammen gerettet … nur die Bravo-Rufe, die Wayne sich selbst zujohlt werden erstickt von diesem einen Stern. Der schnell größer wird. Und noch größer. Und wäre Wayne nicht im letzten Moment etwa einen Kilometer zur Seite gesprungen, sähe er jetzt aus, wie sein Auto. Wobei … das Auto fährt ja noch. Er wäre Matsch. Ein Meteorit ist eingeschlagen.

Am nächsten Tag: Die Sensation! Lehrer Ira Kane und sein Kollege Harry Block entdecken außerirdisches Leben auf der Erde. In dem Metoriten, der einsam in der Wüste Arizoas dampft, tummmeln sich Einzeller, die sehr offensichtlich nicht irdischen Ursprungs sind. „Der Mensch – immerhin das höchst entwickelte Lebewesen hier unten – kommt mal gerade auf vier Basispaare in seiner DNS. Die Dinger hier kommen auf zehn!”, sagt Kane.

Die Freude über diesen spektakulären Fund – Harry erkundigt sich schon mal nach den Flugpreisen für Stockholm, um den Nobelpreis in Empfang zu nehmen – währt nicht lange. Ira bemerkt zu seinem Grausen, wie schnell sich die Organismen entwickeln. Im Gegensatz zur Jahrmillionen andauernden Evolution des Menschen brauchen die Lebensformen nur Tage, um vom Einzeller zur Amphibie zum Säugetier zum Primaten zu werden.

Die Zeit drängt. Nur wenige Tage bleiben den Wissenschaftlern, um das rapide Ausbreiten des außerirdischen Ökosystems zu stoppen. Zusammen mit der Alien-Forscherin Allison Reed und dem leidenschaftlichen Wayne Green nehmen Ira und Harry den Kampf gegen die Aliens auf. Das Militär, das mit herkömmlichen Mitteln gegen die Invasion vorgeht, macht die Situation nur noch schlimmer.

Teaserplakat: EvolutionMittlerweile haben sich Flugsaurier zur Nahrungsaufnahme in die nahegelegene Shopping-Mall begeben. Wenige Stunden, bevor das vom Militär in Stellung gebrachte Napalm hochgeht, um die ganze Brut zu verbrennen, entdecken die Wissenschaftler, dass Feuer die Evolution dieser Viecher etwa vertausenfacht. Napalm ist also keine so ganz gute Idee.

Zum Glück kommen die beiden Klassendödel auf die rettende Idee. Aber reicht die Zeit ..?

Was zu sagen wäre

Regisseur Ivan Reitman (Sechs Tage, sieben Nächte – 1998; Kindergarten Cop – 1990; Zwillinge – 1988; „Staatsanwälte küsst man nicht” – 1986; Ghostbusters – Die Geisterjäger – 1984) hat als Kind am liebsten die Alien-B-Movies im Fernsehen gesehen. Ein Glück. Mit viel Liebe zum Detail und guten Schauspielern hat er eine 1-A-Komödie abgeliefert, die all seine geliebten schwarz-weiß-Klassiker zitiert.

Orlando Jones, der Harry Block spielt, war gerade erst in der Hauptrolle von Die doppelte Nummer (2001) und in „Ohne Worte” (2001) bei uns zu sehen. Vor diesen beiden Filmen zog er in der Football-Komödie „The Replacements” mit Keanu Reeces und Gene Hackman und in Harold Ramis' „Bedazzled” mit Brenadan Fraser und Elizabeth Hurley das Interesse auf sich.

Wer David Duchovny vor allem aus „Akte-X” kennt, wird sich über seine Zeile „Wir werden nicht die Regierung einschalten, glaube mir, ich kenne diese Leute!” freuen. Sein stoisches Gesicht tut der Komödie gut.

Das Drehbuch war zuerst ein ernst gemeinter Alien-Thriller. Als Reitman das Buch in die Hände bekam, erinnerte er sich an seine TV-Nachmittage und daran, dass er vor allem Komödien kann. Mithilfe des Autors Don Jakoby rang er dem Script die komischen Elemente einer „Außerirdische greifen die Erde an”-Story ab. Das war sicher eine gute Idee: Aliens, die die Erde angreifen, sind ein bisschen aus der Zeit gefallen – jedenfalls, wenn man die Grundidee dieses Scripts als ernsten Horror genommen hätte. So ist eine erfrischende Sommerkomödie entstanden mit ordentlichen Special Effects, Julianne Moore und einem Hauch Mystery. Wer allerdings glaubt, lachen zu können ohne den kleinen Igitt-Faktor, der täuscht sich. Einige der Aliens sind kaum größer als mutierte Mücken, haben dafür aber einen viel längeren Stachel …

Wertung: 9 von 11 D-Mark
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