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Kinoplakat: Eroberung vom Planet der Affen

Warten auf die Freiheitsstatue
Nix Neues auf dem Affenfelsen

Titel Eroberung vom Planet der Affen
(Conquest of the Planet of the Apes)
Drehbuch Paul Dehn
mit Figuren erschaffen von Pierre Boulle
Regie J. Lee Thompson, USA 1972
Darsteller

Roddy McDowall, Don Murray, Natalie Trundy, Ricardo Montalban, Hari Rhodes, Severn Darden, Lou Wagner, John Randolph, Asa Maynor, H.M. Wynant, David Chow, Buck Kartalian, John Dennis, Paul Comi, Gordon Jump, Dick Spangler u.a.

Genre Science Fiction
Filmlänge 88 Minuten
Deutschlandstart
10. August 1972
Inhalt

1991, in einem diktatorisch regierten US-Stadtstaat. Zwanzig Jahre sind seit der Tötung des sprechenden Schimpansenpaares Dr. Cornelius und Dr. Zira vergangen, Affen haben die Funktion von Hausangestellten und Zwangsarbeitern übernommen. Sie werden von den Menschen wie Sklaven behandelt.

Caesar, das Kind von Dr. Zira, wurde gerettet. Zirkusdirektor Armando hat sich seiner angenommen und im Zirkus versteckt. Caesar, inzwischen 25 Jahre alt, erlebt einen brutalen Polizeieinsatz gegen seine geknechteten Artgenossen und verliert dabei seine getarnte Beherrschung. Gouverneur Breck ersteigert den entflohenen Caesar zufällig auf einer Auktion.

Unter der Maske eines gewöhnlichen Affen gelingt ihm der Einblick in die Schaltzentrale der Macht, wobei er von dem farbigen Mitarbeiter des Gouverneurs, MacDonald, unterstützt wird. Zusammen mit anderen intelligenten Schimpansen plant Caesar die Revolte. Doch per Zufall entdeckt man seine wahre Identität und will ihn töten.

Durch eine List MacDonalds gelingt Caesar die Flucht, und wenig später treten die von ihm angeführten Affen gegen Brecks Miliz an. In der Stadt bricht die Hölle los …

Was zu sagen wäre

Die Männer tragen Uniformen im Nazi-Style, die Frauen haben keinen Spaß mehr am Rauchen, seit sie wissen, „dass es nicht tödlich ist“. Alle paar Minuten tönt eine blecherne Stimme aus Lautsprechern, die anordnet, eine „verbotene Ansammlung von Affen“ aufzulösen. Der zukünftige Mensch hat offenbar Angst vorm Affen, will ihn aber ungerne wieder hergeben.

1981 brachte ein Astronaut einen tödlichen Virus mit aus dem All – tödlich für Katzen und Hunde. Die Menschen waren ihrer Haustiere verlustig gegangen und wollten andere; und Affen waren so gelehrig. Während also Affen einerseits lernen, komplizierte Tabletts voller Gläser durchs Café zu balancieren und Bücher zu kaufen, maltraitiert der Polizeistaat sie gleichzeitig mit Elektroschocks und Flammenwerfern. Und all das nur, damit der Mensch sich sein Haustier halten kann? Es ist eine idiotische, widersprüchliche Welt, die J. Lee Thompson (Mackenna's Gold – 1969; Die Kanonen von Navarone – 1961) hier inszeniert, eine tote Betonwüste.

„Conquest of the Planet of the Apes“ zeigt uns eine Ansammlung von Schreihälsen und Bürokraten, die zum töten in den Folterkeller gehen. Diktator Brent gibt andauernd Parolen mit Ausrufezeichen nach jedem Wort von sich („Wir hassen Euch Affen, weil Ihr die dunkle Seite in uns verkörpert!“), schmettert ansonsten Befehle in Mikrofone und beschwört schmerzverzerrt das Ende der Menschheit; MacDonald, sein schwarzer Assistent, darf das Gewissen der Sklaverei verkörpern und den gepeinigten Kreaturen zur Flucht verhelfen. Der Film, der den Untergang der Menscheit einläutet, zeigt nicht ein einziges menschliches Wesen. Wer will hier leben? Und dann lässt sich dieser allmächtige Polizeistaat, der sofort jede Ansammlung von drei Gorillas entdeckt, von einem – immerhin denkenden – Schimpansen am Nasenring durch die Betonwüste ziehen?

Roddy McDowall spielt wieder mit und ist sein eigener Sohn, Caesar, der sich Hals über Kopf in Schimpansin Lisa verliebt, die ihn mit nuttigem Augengeklimper ködert, Geht‘s noch? Es beschämt, wie dieser vierte Teil die „Planet der Affen“-Reihe der Lächerlichkeit preis gibt, indem nun gar keine Geschichte mehr erzählt und eine alberne Gesellschaft gezeigt wird. Eine kommerzielle Fließbandproduktion, die wenig Liebe fürs Detail erkennen lässt, sondern lieber brachial draufhaut und Schlachten inszeniert. Ein bisschen angeödet beginne ich, darauf zu warten, dass die Welt – und mit ihr die Statue of Liberty (siehe Teil 1) – endlich in einem atomaren Feuerball versinkt.

Wertung: 2 von 8 D-Mark
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