IMDB
Kinoplakat: Ein (un)möglicher Härtefall
George Clooney in Hochform
Zeta-Jones spielt Zeta-Jones
Titel Ein (un)möglicher Härtefall
(Intolerable Cruelty)
Drehbuch Robert Ramsey + Matthew Stone
Regie Joel Coen & Ethan Coen, USA 2003
Darsteller George Clooney, Catherine Zeta-Jones. Geoffrey Rush, Cedric the Entertainer, Edward Herrmann, Paul Adelstein, Richard Jenkins, Billy Bob Thornton, Julia Duffy, Jonathan Hadary, Tom Aldredge, Stacey Travis, Jack Kyle, Irwin Keyes, Judith Drake u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
23. Oktober 2003
Inhalt

Miles Massey ist einer der prominentesten Scheidungsanwälte von Los Angeles, der so viel Geld verdient, dass er beginnt, sich zu langweilen - er hat selbst seine Luxuskarossen schon zweimal.

Miles Massey lässt sich regelmäßig seine Zähne bleichen, legt Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Da, wo andere ein Herz vermuten mögen, hat Miles eine Schublade für Zahnseide. Das hilft beim erfolgreich sein.

Wenn seine Klienten inflagranti mit einer nackten Blonden erwischt werden, egal: Massey haut sie raus - die betrogenen Ehepartner gehen stets leer aus. Da ist schmerzhaft in den Kreisen, für die Massey arbeitet. Aus der High Society in die Gosse ist durch Miles Massey nur ein kleiner Schritt. Die juristische Fakultät in Harvard befasst sich ein ganzes Semester mit dem „Massey-Ehevertrag”; ein absolut wasserdichtes Vertragswerk, sinnvoll für jeden Millionär, der nach der Scheidung von seiner blonden Ex-Sekretärin seine Millionen nicht an die Ex-Sekretärin (durch Anwälte wie Massey) verlieren und selber kellnern gehen will.

Zur Sache: Bei einem seiner Fälle sitzt ihm Marylin Rexroth gegenüber. Die hat ihren schwerreichen Göttergatten gerade per Video inflagranti erwischt: die Spitzenwäsche war signalrot, die Haare blond, das Lachen hell, die Figur flott. Natürlich hatte es Marilyn auf diesen Moment seit der Hochzeit abgesehen, irgendwie muss sie ja schließlich an Geld kommen und natürlich ist das Scheidungsverfahren zu ihren Gunsten schon so gut wie gelaufen.

Aber ihr gegenüber sitzt eben Miles Massey. Der haut den inflagranti Erwischten raus, spürt aber in jener Zahnseiden-Schubladen-Gegend einen seltsam unbekannten Stich.

Miles Massey verliebt sich in Marilyn Rexroth. Jene Marilyn Rexroth, die schon den nächsten Millionär anpeilt. Irgendwie muss sie ja schließlich an Geld kommen. Auf ihrer Hochzeitsfeier signalisiert sie Miles, dass sie „in sechs Monaten etwa” bedauernd erklären wird, dass sie wirklich alles getan habe, um die Ehe zu retten, aber leider ... und dann könne man - die um einige Millionen reichere Marilyn und der eh schon reiche Miles - vielleicht weitersehen.

Kinoplakat: Ein (un)möglicher Härtefall

Der Profi-Zyniker und die Profi-Zicke erleben ihre blauen Wunder, bei denen nicht einmal ein Massey-Ehevertrag helfen kann ...

Was zu sagen wäre

Großartig! Der erste Liebesfilm für das 21. Jahrhundert der Ich-AGs. Endlich eine Romanze zweier Individuen, denen es um nichts anderes geht, als um die eigenen Schäfchen, die es gilt, ins Trockene zu bringen. „Liebe“? Sentimentaler Quatsch.

George Clooney läuft zur Hochform auf, stilisiert seine smarten Manirismen auf 106 Prozent und setzt Gegenüber und Zuschauer mit seinem Charme matt. Wundervoll, ein neuer Cary Grant. Nein, besser: ein noch besserer George Clooney (Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind – 2002; Solaris– 2002; „Safecrackers oder Diebe haben's schwer“ – 2002; Ocean's Eleven – 2001; Der Sturm – 2000; O Brother, Where Art Thou? – 2000; Three Kings – 1999; The Thin Red Line – 1998; Out of Sight – 1998; Projekt: Peacemaker – 1997; Batman & Robin – 1997; Tage wie dieser … – 1996; From Dusk Till Dawn – 1996).

Catherine Zeta-Jones ist perfekt, solange sie die berechnende Zicke gibt. Da ist sie einfach glaubhaft. Schwierig wird es im romantischen Teil der Rolle; ehrliche, romantische Gefühle kriegt sie nicht glaubhaft hin - aber vielleicht haben die Coen-Brüder genau das ja beabsichtigt.

Das Drehbuch brilliert mit fantastischen Dialogen. Für des Englischen Mächtige lohnt sich unbedingt die Originalfassung!

Ein rundum gelungener, boshafter, zynischer Lacher unter der strahlenden kalifornischen Sonne.

Wertung: 6 von 6 €uro