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Kinoplakat: Ein perfekter Mord
Stylishe Bilder und schöne Menschen
in einem modifizierten Hitchcock-Plot
Titel Ein perfekter Mord
(A perfect Murder)
Drehbuch Patrick Smith Kelly
nach dem Dreiakter für die Bühne „Dial M for Murder“ von Frederick Knott
Regie Andrew Davis, USA 1998
Darsteller

Michael Douglas, Gwyneth Paltrow, Viggo Mortensen, David Suchet, Sarita Choudhury, Michael P. Moran, Novella Nelson, Constance Towers, Will Lyman Maeve McGuire, Stephen Singer, Laurinda Barrett, Aideen O'Kelly, Reed Birney, Robert Vincent Smith u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
22. Oktober 1998
Inhalt

Der millionenschwere Industrielle Steven Taylor liebt seine Frau sehr. Aber die, Emily, hat ihn – zumindest im Kopf – längst verlassen. Die Rolle des bezaubernden Accessoires in ihres Gatten Welt liegt ihr nicht. Sie pflegt ein Verhältnis mit einem gutaussehenden, wiewohl erfolglosen Maler. Die Affaire läuft seit Monaten. Leidenschaftliche geheime Treffen in Davids Loft in Brooklyn. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Steven dahinterkommt, warum seine Frau sich zumehmend zurückzieht.

DVD-Cover: Ein perfekter MordSteven schmiedet einen Plan. Er sucht den Nebenbuhler auf, konfrontiert ihn mit dessen krimineller Vergangenheit und droht, Emily darüber aufzuklären. Es sei denn, David bringt Emily um. Eifersucht ist dabei nur ein Motiv. Der von ihr verwaltete, beeindruckende Treuhandfond ist das viel interessantere …

Was zu sagen wäre
Michael Douglas, Jahrgang 1944, ist also verheiratet mit Gwyneth Paltrow, Jahrgang 1972 – na gut, 28 Jahre Unterschied zwischen Mann und Frau, das ist in der New Yorker Society ja gang und gäbe. Schwer, für den reichen Sack oder die schöne Geldverliebte viel zu empfinden. Aber in Hitchcocks Version von Bei Anruf MordDial M for Murder (1954) war auch Ray Milland, Jahrgang 1905, verheiratet mit der 24 Jahre jüngeren Grace Kelly …

„Ein perfekter“ Mord ist ein stylisher Thriller in edlem Ambiente, gefilmt von einer in Brauntöne verliebten Kamera. Gwyneth Paltrow („Eisige Stille“ – 1998; Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht – 1998; „Jane Austens Emma“ – 1996; „Moonlight & Valentino“ – 1995; Sieben – 1995; Malice – Eine Intrige – 1993) ist trotz ihres zwielichtigen Charakters ein eleganter Hingucker in ausgesuchter Garderobe und Michael Douglas pflegt sein Hobby, seine beeindruckenden Karriere durch möglichst unterschiedliche Figuren zu erweitern (The Game – 1997; Der Geist und die Dunkelheit – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; Enthüllung – 1994; Falling Down – 1993; Basic Instinct – 1992; „Der Rosenkrieg“ – 1989; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987; Eine verhängnisvolle Affäre – 1987; „A Chorus Line“ – 1985; Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – 1985; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984; „Das China-Syndrom“ – 1979; „Coma“ – 1978). Der Dritte im Bunde, Viggo Mortensen, unterstreicht, warum er Filme mit seiner Präsenz adeln kann. Der herb anmutende Schauspieler hat Ausstrahlung („La pistola de mi hermano“ – 1997; Die Akte Jane – 1997; Daylight – 1996; Crimson Tide – 1995). Die nutzt er klug.

Die große Überraschung dieses Films heißt Andrew Davis. Der Regisseur ist bislang eher selten durch das feingesponne Thriller-Genre aufgefallen. Er pflegt sonst mehr den rustikalen Stil („Außer Kontrolle“ – 1996; „Different Minds – Feindliche Brüder“ – 1995; Auf der Flucht – 1993; „Alarmstufe: Rot“ – 1992; „Nico“ – 1988; „Cusack – Der Schweigsame“ – 1985) seines Kumpels Steven Seagal.

„Perfect Murder“ ist ein Remake des Hitchcock-Klassikers „Dial M for Murder – Bei Anruf Mord“ – beide basieren auf dem gleichnamigen Theaterstück von Frederick Knott. Nicht nur die Kulissen hat er in das moderne New York der High Society verlegt, auch die Probleme seiner Akteure sind differenzierter, als dies bei Hitchcock – dem Meister der Vereinfachung – nötig war.

Wertung: 8 von 11 D-Mark
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