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Plakatmotiv: Skyscraper (2018)
Wuchtige Kerle vor
gepixelter Kulisse
Titel Skyscraper
(Skyscraper)
Drehbuch Rawson Marshall Thurber
Regie Rawson Marshall Thurber, USA 2018
Darsteller Dwayne Johnson, Neve Campbell, Chin Han, Roland Møller, Noah Taylor, Byron Mann, Pablo Schreiber, McKenna Roberts, Noah Cottrell, Hannah Quinlivan, Adrian Holmes, Elfina Luk, Kevin Rankin, Gretal Montgomery, Jett Klyne u.a.
Genre Action
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
12. Juli 2018
Website skyscraper.com
Inhalt

Der ehemalige FBI-Agent und beinamputierte Will Sawyer lebt mit seiner Familie in dem mit 240 Etagen höchsten Wolkenkratzer Hongkongs. Der Wolkenkratzer selbst ist bekannt als „The Pearl“ und gilt als sicherster Wolkenkratzer in der Gegend.

Sawyer soll in dem Skyscraper für die notwendige Gebäudesicherheit sorgen. Kaum hat er sein Amt angetreten, kommt es zur verhängnisvollen Katastrophe. Terrorsiten setzen „The Pearl“ in Brand und schalten ale Sicherungen aus: Die 96. Etage steht in Flammen.

Wills Familie ist dem Feuer ausgeliefert und er selbst wird der Brandstiftung beschuldigt.

Sawyer versucht nun die Brandstifter zu finden, seine Familie zu retten und schließlich seine Unschuld zu beweisen …

Was zu sagen wäre

Die Filmindustrie darbt. Hollywood ist auf der Suche nach Wegen aus der Krise, ist auf der Suche nach der neuen Idee. Da entwickeln Drehbuchautoren einen Rekord-Wolkenkratzer in San Franzisco, einer, bei dem schnell klar ist, dass der Probleme bereiten wird. Pfusch am Bau sorgt für eine Katastrophe, ein Feuer bricht aus, eine elegante Einweihungs-Party im oberen Stockwerk wird zur Todesfalle. Das war 1974 in Towering Inferno, die Hauptrollen spielten die Weltstars Paul Newman und Steve McQueen. Der Film wurde ein Kassenschlager und ein Klassiker des 70er-Jahre-Kinos. Aber die Zukunft der Filmindustrie retten konnte er nicht. Das übernahmen Regisseure wir Martin Scorsese, Francis Coppola, Steven Spielberg oder George Lucas.

Plakatmotiv: Skyscraper (2018)Dwayne Johnson ist der kassenträchtigste Star seiner Zeit (Rampage – Big meets Bigger – 2018; Jumanji: Welcome to the Jungle – 2017; Baywatch – 2017; Fast & Furious 8 – 2017; „Central Intelligence“ – 2016; San Andreas – 2015; Hercules – 2014; Pain & Gain – 2013; G.I. Joe – Die Abrechnung – 2013; Snitch – Ein riskanter Deal – 2013; Welcome to the Jungle – 2003; The Scorpion King – 2002; Die Mumie kehrt zurück – 2001). Filme, in denen er mitspielt, werfen den meisten Gewinn ab. Und ausgerechnet ihn stecken Hollywoods Produzenten in einer Zeit, in der Hollywood zwischen lauter Superhelden-Movies rätselt, wo seine Zukunft liegen könnte, in ein brennendes Hochhaus; unbd dazu verpassen sie ihm ein künstliches Bein. Das kann nur ein Hilferuf sein. Die Filmstudios an der Westküste sind ganz oben angekommen. Da aber brennt die Hütte, da ist der nächste Schritt zwangsläufig der Absturz.

Der Rest ist Müll. Ein Hochhaus gerät in Brand, das nicht in Brand geraten dürfte, es aber tut weil irgendwer irgendwas will. Und dann kommt der ehemalige Wrestler „„The Rock“ und verhindert, dass der Böse seinen Willen bekommt. Das wird erzählt mit allerlei Action-Greenscreen-SFX, die keine Spannung erzeugt, weil mich die Figuren kalt lassen. Immer, wenn ich einen bösen Hintermann erahnt habe, hat auch Dwayne Johnson ihn entdeckt und ausgeschaltet, und dazwischen tanzt er auf digitalen Hochhauswänden herum, in die digitales Feuer gebaut worden ist.

Schaut man sich Towering Inferno heute, 44 Jahre später nochmal an, kann man durchaus die klassische Filmkritiker-Bemerkung fallen lassen, der Film sei „schlecht gealtert“. Klar: Filme, die keine ultimativen Wahrheiten verkünden sondern dem Zeitgeist unterworfen sind, bleiben ihrer Entstehungszeit verhaftet. Dennoch ist Flammendes Inferno heute ein Klassiker. Vielleicht nur, weil McQueen und Newman aktuelle Architektur diskutierten, während um sie herum sehr effektiv Menschen um ihr Leben fürchteten in einem Feuer, das existenziell war. „Skyscraper“ wird in Kürze vergessen sein.

Weil da ein Hochhaus brennt, in dem keine Menschen gefährdet sind. Sondern nur Drehbuchfiguren. Die Suche Hollywoods nach der Zukunft geht weiter.

Wertung: 2 von 8 €uro
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