Kinoplakat: Drive Angry
Fahr zur Hölle? Okay!
Schlimmer kann's nicht werden!
Titel Drive Angry
(Drive Angry)
Drehbuch Todd Farmer + Patrick Lussier
Regie Patrick Lussier, USA 2011
Darsteller Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner, Billy Burke, David Morse, Todd Farmer, Christa Campbell, Charlotte Ross, Tom Atkins, Jack McGee, Katy Mixon, Wanetah Walmsley, Robin McGee, Fabian C. Moreno, Edrick Browne u.a.
Genre Action
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
24. Februar 2011
Inhalt
Milton sinnt auf Rache. Und endlich kann er die Jagd beginnen. Ein Sektenführer, Jonah, hatte seine Tochter entführt, geschwängert und später kaltblütig ermordet. Das Kind, Miltons Enkelin, will Jonah auf dem Altar der Apokalypse opfern, um der Hölle auf Erden Einlass zu bieten.

Milton war lange außer Gefecht gesetzt – er sagt „Gefängnis und Mord"; das muss reichen. An seiner Seite ist irgendwann Piper, eine junge Frau, die er in einem Diner aufgegabelt hat, die einen aufgemotzten Charger fährt und ihm irgendwann nicht mehr von der Seite weicht.

Und als sie merkt, dass die Gefängnis-Geschichte vielleicht nicht ganz stimmt und Milton auch die schwersten Schussverletzungen überlebt und ihm ein seltsamer Mann im schwarzen Anzug auf den Fersen ist, der sich „der Buchhalter" nennt, ist es für Piper längst zu spät auszusteigen.

Zudem hat sie längst selbst ein Huhn mit diesem Jonah zu rupfen. Milton und sie hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung, um Jonah und seine Anhänger zu stoppen …

Was zu sagen wäre
Das ist eine dieser Produktionen, die ein eng gestecktes Zielpublikum unterhalten und damit Geld machen will. Ein Film aus der ich-komme-aus-der-Hölle-und-bin-aber-eigentlich-ein-ganz-Lieber-Ecke, der mit Macho-Action und Splatter-Schauwerten trumpfen will. Das ist schief gegangen. Die Visual Effects sind beklagenswert schlecht, die Green-Screen-Montagen sehen aus, wie am Heimcomputer gebastelt und großflächig Fleisch verspritzende Schusswunden wirken, wie nachträglich aufs Bild kopiert. Zwischendurch explodieren ein paar Pick Ups.

Der satanische Oberschurke, der so überhaupt gar keine Gnade kennt, sagt da Sachen wie „Ich werde Dich erst töten und dann Deine Leiche schänden!", woraufhin die so Angesprochene erwidert „Aber erst poliere ich dir die Fresse!" Das Rätsel um den unkaputtbaren Milton wird eigentlich schon im fünften Frame des Films verraten – und im Trailer; man kann sich aber doof stellen – und der angepeilten Zielgruppe wird das nach obligatorischen zehn Bier nicht schwer fallen – und sich erst ein bisschen wundern. Dann bietet der Ach-so-Aha-verstehe-Effekt wenigstens noch etwas Substanz.

Amber Heard ist Piper in einer Szene aus dem Film Drive AngryDer einzig hübsche Schauwert ist die 25jährige Amber Heard (The Ward – Die Station – 2010; Zombieland – 2009; All the Boys Love Mandy Lane – 2006), die gerade Schlagzeilen macht, weil Johnny Depp sie sich nach gemeinsamen Dreharbeiten an der Hunter-S.-Thompson-Verfilmung „Rum Diary" gegriffen hat und die in „Kaltes Land" (2005) immerhin glaubhaft die junge Charlize Theron spielen konnte. Amber Heard ist das klassische Babe für Filme aus der Schlitzer- und Wet-T-shirt-contest-Sparte.

Ich wüsste zu gerne, an welcher Kreuzung Nicholas Cage, der für Leaving Las Vegas (1995) einst den Oscar bekam, die falsche Abzweigung genommen hat. Steht er auf Höllen-Stories? Im Ghost Rider (2007) feierte er sich ja auch schon ausgiebig als alberner Wiedergänger. Immerhin: Für alle drei Filme, in denen er 2011 die Hauptrolle spielte („Drive Angry“, „Der letzte Tempelritter“, „Trespass“), erhielt Cage eine Nominierung für den Negativpreis Goldene Himbeere in der Kategorie Schlechtester Schauspieler und zusammen mit seinen jeweiligen Filmpartnern in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar.

Wertung: 3 von 7 €uro