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Plakatotiv: Dracula Untold (2014)
Ein neuer Anfang, aber
das übliche Pixelgewitter
Titel Dracula Untold
(Dracula Untold)
Drehbuch Matt Sazama + Burk Sharpless
nach Charakteren von Bram Stoker
Regie Gary Shore, USA, Japan 2014
Darsteller Luke Evans, Sarah Gadon, Dominic Cooper, Art Parkinson, Charles Dance, Diarmaid Murtagh, Paul Kaye, William Houston, Noah Huntley, Ronan Vibert, Zach McGowan, Ferdinand Kingsley, Joseph Long, Thor Kristjansson, Jakub Gierszal u.a.
Genre Horror, Action
Filmlänge 92 Minuten
Deutschlandstart
2. Oktober 2014
Inhalt
Der transsilvanische Fürst Vlad lebte seit seiner Kindheit als Janitschare im Osmanischen Reich. Dort wurde er mit anderen Kindern aus seiner Region zum Kämpfen und Töten gezwungen. Er wird zu einem der besten Kämpfer, die der Balkan je gesehen hat und zu einem engen Freund des späteren Sultans Mehmed. Als er erwachsen wird und sein Vater stirbt, kehrt er zurück und wird der Herrscher seines kleinen Fürstentums. Er heiratet Mirena und bekommt mit ihr den Sohn Ingeras.

Als Mehmed Sultan wird und in Mitteleuropa einmarschieren will, fordert er von der transsilvanischen Provinz 1000 Jünglinge zur Kampfausbildung. Ingeras soll ebenfalls ausgebildet werden und sogar im Palast des Sultans wohnen dürfen. Vlad will den Jünglingen dieses Schicksal ersparen, sieht aber keine Möglichkeit, Mehmeds Wunsch abzulehnen.

Vlad wählt den letzten Ausweg: Er sucht im Reißzahngebirge einen Vampir auf und muss das größtmögliche Opfer bringen, das von einem Menschen verlangt werden kann: seine Seele.

Schließlich wird Vlad Tepes zum ersten Vampir, den die Menschheit je gekannt hat. Als Dracula bekämpft er seine Feinde und setzt alles daran, sein Land und seine Familie aus den Klauen des Sultans zu befreien.

Während seine Lieben dem Tod entgehen, ist der Prinz fortan verflucht, als Toter unter den Lebenden zu weilen und seinen Blutdurst an den Kehlen der Menschen zu stillen …

Was zu sagen wäre

Ein neues Gebiss macht noch keinen neuen Dracula. Die Ausgangsidee ist interessant, mal die Herkunft jenes weltbrühmten Vampirs zu erzählen, der ohne Vampirismus als „Vlad, der Pfähler“ in den Geschichtsbüchern stecken geblieben wäre.

Plakatotiv: Dracula Untold (2014)Nun also ist jener Graf im wallenden Mantel kein sinnlos blutsaugender Untoter mehr. Jetzt steckt in ihm ein – serientauglicher? – Edelmann, der sich zum Wohle seine Volkes hingegeben hat.

Diese originelle Herangehensweise verpufft indes schnell in einem jener in Hollywood gerade exzessiv betriebenen Pixelgewitter, die jeden originellen Storyansatz durch ihre schiere Wucht ersticken.

Alles ist auf Massenmarkt getrimmt: Ein Fantasy-Mittelalter à la „Game of Thrones“ kommt gerade gut? Check! Zuschauer lieben Männer in schwerem Leder, die mit großern Schwertern aufeinander eindreschen? Die Leute wollen originelle, innovative Geschichten? … Ach Quatsch!

Dracula, die einstige Horrorstory ist weder irgendwie gruselig, noch ist der heimlich erotische Ladykiller Dracula hier übermäßig romantisch. Der Film markiert den aufgeblasenen Versuch, Dracula einen historisch realistischen Sockel zu verleihen.

Dass Dracula im Schlusskampf mal an Bergen aus Silbermünzen fast zugrunde geht, anstatt immer an diesem Holzpflock, wehrlos dem Tageslicht ausgesetzt, ist auch ganz originell. Aber sonst: bebende Brüste, unschuldige Kinder, testosteronhaltige Männer, sanfte Frauen und das obligatorische Ich-muss-Dich-beschützen/retten-Ding mit Schauspielern aus dem Second Hand Laden.

Check! Die Universal-Studios sind dabei, ihre Schwarz-Weiß-Horror-Figuren neu zu belegen. Nach Dracula soll auch die Mumie wiederkehren, Frankenstein sowie Dr. Jeckyl & Mr. Hyde. Motto: „Wenn Serien im Fernsehen funktionieren geht das, siehe Marvel-Superhelden, auch im Kino.“

Wertung: 2 von 8 €uro
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