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Plakatmotiv: Willkommen in Mooseport (2004)
Harmlose Komödie mit
Hauch von Großer Welt
Titel Willkommen in Mooseport
(Welcome to Mooseport)
Drehbuch Doug Richardson + Tom Schulman
Regie Donald Petrie, USA, Deutschland 2004
Darsteller Gene Hackman, Ray Romano, Marcia Gay Harden, Maura Tierney, Christine Baranski, Fred Savage, Rip Torn, June Squibb, Wayne Robson, John Rothman, Karl Pruner, David Macniven, Jackie Richardson, Paul Bates, Reagan Pasternak u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
22. Juli 2004
Inhalt

Präsident Monroe Cole ist gerade nach zwei erfolgreichen Amtszeiten aus dem Weißen Haus ausgezogen und plant seinen Ruhestand in seiner kleinen Urlaubsgemeinde Mooseport.

Doch als der Bürgermeister verstirbt, haben die Stadtoberen ganz andere Pläne: Cole soll das höchste Amt der Stadt doch bitte einnehmen. Und da er frisch geschieden ist und seine Frau ihm sein Sommerhaus abluchsen könnte, steigt Cole tatsächlich in den Wahlkampf ein. Doch als Cole sich mit der Tierärztin Sally anfreundet und sich eine Beziehung anbahnt, steigt deren eifersüchtiger bester Freund Handy Harrison mit in den Ring um das oberste Amt.

Er geht dabei so penetrant vor, dass Cole den Wahlkampf persönlich nimmt und seinen alten Wahlkampfstab mobilisiert. Die Bürgermeisterwahl sorgt von da an für kochende Emotionen in der ganzen Stadt …

Was zu sagen wäre

Das ist so ein Film aus der Verregneter-Sonntagnachmittag-Kategorie. „Mooseport“ hebt ein wenig die Stimmung, ist dabei aber so harmlos, dass er selbst asketischen Filmkritikern kaum auf die Nerven geht. Der Film von Donald Petrie („Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“ – 2003; Miss Undercover – 2000; „Wer ist Mr. Cutty?“ – 1996; „Richie Rich“ – 1994; „Ein verrücktes Paar“ – 1993) ist ganz albern und ohne irgendeine Tiefe. Sowas brauchen Filme wie dieser nicht. Wir schauen einfach einer 08/15-Boy-meets-Girl-Nummer zu, die als Kulisse diese smarten Secret-Service-Typen nutzt, die dicke Limousinen mit wahnsinnig wichtigen Menschen darin chauffieren und vom Boss dauernd eines auf die Nase kriegen. Und im Zentrum des eifersüchtelnden Streits zwischen Klempner und Ex-Präsident steht Maura Tierney als entzückende Sally („Insomnia – Schlaflos“ – 2002; Mit aller Macht – 1998; Zwielicht – 1996; „White Sands – Der große Deal“ – 1992).

Tatsächlich einer dieser Filme, die nichts wollen als zu unterhalten. Gene Hackman, Superstar (Im Fadenkreuz - Allein gegen alle – 2001; Die Royal Tenenbaums – 2001; Heist – Der letzte Coup – 2001; Heartbreakers – 2001; Helden aus der zweiten Reihe – 2000; Der Staatsfeind Nr. 1 – 1998; Im Zwielicht – 1998; Absolute Power – 1997; Die Kammer – 1996; The Birdcage – 1996; Crimson Tide – 1995; Erbarmungslos – 1992; No Way Out – 1987; Superman IV – Die Welt am Abgrund – 1987; Die verwegenen Sieben – 1983; Superman – 1978; French Connection II – 1975; Frankenstein Junior – 1974; Die Höllenfahrt der Poseidon – 1972; French Connection – Brennpunkt Brooklyn – 1971), spielt US-Präsident „Eagle“, Superstar, und hat augenscheinlich Spaß daran und also schauen wir dem David-gegen-Goliath-Duell zu, wundern uns lediglich darüber, dass der vielbeschäftigte und dabei wahnsinnig beliebte Klempner im Ort seine aparte Tierärztin Sally nicht längst gebeten hat, ihn zu ehelichen, während wir uns gleichzeitig über Marcia Gay Harden freuen (Mona Lisas Lächeln – 2003; Mystic River – 2003; Pollock – 2000; Space Cowboys – 2000; Rendezvous mit Joe Black – 1998; Flubber – 1997; Der Club der Teufelinnen – 1996; Die Geschichte vom Spitfire Grill – 1996; „Miller's Crossing“ – 1990)
Norma), die unter der Oberfläche der strengen Security Chefin in heimlicher Liebe entflammt ist zu ihrem „Eagle“, dem sie dauernd Tipps zur gesunden Ernährung unterschiebt. Und weil wir keine Hürden zu erwarten haben, lehnen wir uns einfach zurück und freuen uns über einen lustigen Film.

Die Fallhöhe ist einfach wunderbar: Ein toootal beliebter Ex-Präsident als OB-Kandidat in einer kleinen Stadt, und eine kleine Dreiecksgeschichte; das gibt der Geschichte alle Möglichkeiten für Entgleisungen: Secret-Service-Kerle, die ihrem Boss anbieten, den kleinen Nebenbuhler, naja Sie wissen schon, Sir, aber „es müsste natürlich nach einem Unfall aussehen“ und der Boss, der es sich in einer familienfreundlichen Komödie wie dieser leisten kann, über so einen Vorschlag ernsthaft entsetzt zu sein. Genre-üblicher Zynismus ist in dieser Politposse nicht nötig.

Und als running Gag gibt es einen asiatischen Architekten, der dauernd weint, weil die von ihm geplante Presidential Library – „größer als die von Clinton, Mr. President“ – nun immer kleiner wird, nachdem die Gelder immer knapper werden, weil der Ex-Präsident nun statt Bücher zu schreiben und sündteure Vorträge zu halten, lieber Oberbürgermeister werden will.

Wertung: 3 von 6 €uro
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