Kinoplakat: Die WonderBoys
Akademiker-Posse über die ein
oder andere Wahrheit im Leben
Titel Die WonderBoys
(WonderBoys)
Drehbuch Steve Kloves
nach dem Roman von Michael Chabon
Regie Curtis Hanson, USA 2000
Darsteller

Michael Douglas, Tobey Maguire, Frances McDormand, Robert Downey Jr., Katie Holmes, Richard Thomas, Rip Torn, Philip Bosco, Jane Adams, Richard Knox, Michael Cavaias u.a.

Genre Drama
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
2. November 2000
Inhalt

Ein knappes Jahrzehnt ist es her, seit der verschrobene Literatur-Professor Grady Tripp seinen ersten und einzigen Roman veröffentlichte. Aber einst als Wonder Boy gefeiert, kann sich der müde Mann inzwischen nur noch wundern. Darüber, dass ihn gerade schon wieder eine Ehefrau verlassen hat - die dritte. Dass sein neues Buch immer noch nicht fertig ist - nach über 2.000 Seiten Manuskript. Und dass mit James Leer einer seiner Studenten bedrohliche Anzeichen zum genialen Autoren zeigt, während mit Hannah Green eine andere Schülerin bedrohliche Andeutungen zu gutem Sex macht.

Eindeutig zu viele Entscheidungszwänge für einen, der die Lebenslethargie liebgewonnen und dessen Tages bester Freund tatsächlich der Joint ist. Dabei ahnt der rammdösige Mittfünfziger Grady noch nicht einmal, dass er an diesem Wochenende förmlich zum Erwachsenwerden und Wachsein gezwungen wird, als der alljährliche Literatur-Wettbewerb „Wordfest” ansteht.

Dafür werden Gradys sehr spleeniger Lektor Crabtree und Gradys sehr geschwängerte Geliebte Sara schon sorgen …

Was zu sagen wäre

Wenn Oscar-Preisträger wie Michael Douglas, Frances McDormand („Fargo“) und Regisseur Curtis Hanson (L.A. Confidential) mit jungen Shooting Stars wie Tobey Maguire (Gottes Werk und Teufels Beitrag - 1999) und Katie Holmes (Go!) zusammen kommen und gar noch einem gerissenen Szenendieb wie Robert Downey Jr. Platz in ihrer Mitte bieten, dann muss es sich schon um Filmstoff allererster Güte handeln.

Bob Dylan wurde für seinen Song „Things have changed“ im März 2001 mit einem OSCAR belohnt. „Wonder Boys ist eine Art ernsthafte Komödie, weil die Story ihre Wahrheiten findet, ohne deshalb mit einem besonders wichtigen Ton daherzukommen“, sagt Michael Douglas (Ein perfekter Mord – 1998; The Game – 1997; Der Geist und die Dunkelheit – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; Enthüllung – 1994; Falling Down – 1993; Basic Instinct – 1992; „Der Rosenkrieg“ – 1989; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987; Eine verhängnisvolle Affäre – 1987; „A Chorus Line“ – 1985; Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – 1985; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984; „Das China-Syndrom“ – 1979; „Coma“ – 1978). Für einen Film über Schüler und Lehrer des Lebens finde ich Wonder Boys wunderbar unakademisch. Vielmehr gefiel mir an Steve Kloves' Script auf Anhieb, dass es einen gelassenen, fast altersweisen Rhythmus hat und das Phänomen ausgebrannter Wunderknaben mit milder Sympathie betrachtet. Wie leicht hätte Wonder Boys eine zynische Komödie über ein paar Loser und Freaks werden können, mit den üblichen Gags über Kiffer und Lebenskünstler. Doch das Buch hat Respekt vor all diesen Figuren und beim Drehen haben wir uns bemüht, diese Aufrichtigkeit zu bewahren. Und natürlich hat mich mancher Aspekt der Geschichte auch persönlich angesprochen. So erinnere ich mich noch gut daran, wie ich mit dreißig einen Oscar als Produzent von Einer flog über das Kuckucksnest gewann und glaubte, den Höhepunkt meines Lebens hinter mir zu haben. Zum Glück war für mich das Gegenteil der Fall. Aber ich kann mir gut vorstellen, wie es sein muss, früh Großes zu erreichen und diesem Erfolg dann ein halbes Leben lang nachzuspüren, ohne zu begreifen, dass Erfüllung nur ganz woanders als im bereits Erlebten liegen kann.“

„Wonder Boys“ spielt in der Winterzeit, doch obgleich von Februar bis April 1999 gedreht wurde, verweigerte das Wetter die Kooperation. Von einer zweiwöchigen Phase im März abgesehen waren klare, schneelose Tage die Norm. Und als sehr viel früher als gewöhnlich der Frühling seine blühende Seite zu zeigen drohte, war eine spezielle Schnee-Crew erst recht damit beschäftigt, alles in Sichtweite mit biologisch abbaubarer, weißer Masse einzudecken, während Botaniker die knospende Natur hinter eigens herangebrachten Nadelbäumen versteckten.

Trotz all dieser Ausstattungstricks und Improvisationen legt Regisseur Hanson Wert darauf, dass „Visuelles und der Stil des Filmes dem Publikum nicht sonderlich auffallen, also sekundär bleiben sollten. Ich hoffe, einen Film gedreht zu haben, der seine Charaktere in ihrer realen Welt zeigt, ganz so, als ob man sie nur versehentlich auf Zelluloid gebannt hätte. Denn in Wonder Boys stehen wir Macher im Hintergrund und die Figuren im Vordergrund ...”.

Wertung: 9 von 11 D-Mark