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Kinoplakat: Die unheimlich verrückte Geisterstunde
Fünf böse Episoden, die
fürs Kino nicht taugen
Titel Die unheimlich verrückte Geisterstunde
(Creepshow)
Drehbuch Stephen King
Regie George A. Romero, USA 1982
Darsteller Hal Holbrook, Adrienne Barbeau, Fritz Weaver, Leslie Nielsen, Carrie Nye, E.G. Marshall, Viveca Lindfors, Ed Harris, Ted Danson, Stephen King, Warner Shook, Charlie Gereson, Gaylen Ross, Jon Lormer u.a.
Genre Komödie, Horror
Filmlänge 120 Minuten
Deutschlandstart
29. April 1983
Inhalt

Billy liebt Horrorcomics. Sein Vater nicht. und weil er glaubt, die Heftchen seien nicht gut für seinen Sohn, verbietet er ihm kurzerhand die lektüre und wirft Billys Lieblingscomic mit dem Titel Creepshow weg. In derselben Nacht erscheint der Creep vor Billys Fenster und zeigt ihm eine reale Welt des Horrors. Der Creep erzählt fünf makabre Geschichten aus dem Comic, in denen es um rachsüchtige Zombies, blutrünstige Monster, gnadenlose Insekten und ein unheimliches Gewächs aus dem Weltall geht:

  1. Einen Familientyrann, der es sich auch nach seinem Tod nicht nehmen lässt, seinen Geburtstag mit der unwilligen Verwandtschaft zu feiern.
  2. Einen Bauerntölpel, der nach dem Einschlag eines Meteors samt seines Besitzes von einer grünen Flechte überwuchert wird.
  3. Einen Professor, der in einer alten Kiste ein Monster entdeckt.
  4. Ein ehebrecherisches Pärchen, dass seinen Mord rächt.
  5. Einen Sauberkeitsfanatiker, der Besuch von ein paar Tausend Kakerlaken bekommt.

Als die Müllabfuhr kommt, finden zwei Müllmänner das Creepshow-Comic im Papierkorb. Sie lesen es begeistert und finden dabei eine Seite mit Anzeigen für Spielzeug, das man sich bestellen kann. Dabei bemerken sie, dass eines der Spielzeuge, eine Voodoo-Puppe, bereits bestellt wurde …

Was zu sagen wäre

Der Horror kommt auf leisen Sohlen und sieht selten aus, wie ein Geist, manchmal, wie ein Zombie und immer wieder mal wie eine Kakerlake. Fünf böse Geschichten sammelt der Film im Zuge einer hämisch Hände reibenden Rahmenhandlung. Das war kaum anders zu erwarten. Geschrieben hat diese Geschichten Stephen King, der in seinen Erfolgsromanen immer wieder den Horror im Alltag findet („Cujo“, „Shining“, Carrie), Regie führt George A. Romero, der schon häufiger mit sarkastischen Spitzen aufgefallen ist („Knightriders - Ritter auf heißen Öfen“ – 1981; „Zombie“ – 1978; „Martin“ – 1977).

Der Film besticht nicht durch seine Rahmenhandlung, er besticht durch seine Episoden; die aber sind alle nicht Kinotauglich – die Bilder zu zentriert (für den heimischen Bildschirm), die Geschichten zu klein. Es ist, wie in den Originalvorlagen aus den alten E.C.-Comics oder auch den MARVEL-Heften, in denen überzählige Seiten mit den vier bis sechsseitigen Gruselgeschichten gefüllt wurden. Diese Geschichten sind schnell erzählt und grußlig für den Moment. Da sitzt man dann im Kino, schaut zu, gruselt sich hübsch und hat bei der übernächsten Geschichte die erste schon wieder vergessen – ich gehe mit den ekligen Kakerlaken in die Post-Kino-Nacht, andere vielleicht mit dem lustigen Stephen King, der als Farmer Jordy Verrill von außerirdischem Moos überzogen wird.

Diese Geschichten sind in ihrem Ursprungsedium, den Comicheften, bestens aufgehoben; da lese ich sie abends im Schein der Nachtischlampe im Bett, grusele mich und dann ist gut. Eine Verfilmung macht die geschichten eigentlich schon zu groß, die Leinwand lässt sie in sich zusammenschnurren. Nun leben wir im Zeitalter des Films, also ist gegen die Verfilmung als solche nichts zu sagen. Aber das alles hätte mir im Fernsehen völlig ausgereicht.

Wertung: 5 von 9 D-Mark
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