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Kinoplakat: Die Schlacht um den Planet der Affen

Jetzt reicht's aber auch

Titel Die Schlacht um den Planet der Affen
(Battle for the Planet of the Apes)
Drehbuch Paul Dehn + John William Corrington + Joyce Hooper Corrington
mit Figuren erschaffen von Pierre Boulle
Regie J. Lee Thompson, USA 1973
Darsteller

Roddy McDowall, Claude Akins, Natalie Trundy, Severn Darden, Lew Ayres, Paul Williams, Austin Stoker, Noah Keen, Richard Eastham, France Nuyen, Paul Stevens, Heather Lowe, Bobby Porter, Michael Stearns, Cal Wilson u.a.

Genre Science Fiction
Filmlänge 93 Minuten
Deutschlandstart
10. August 1973
Inhalt

Die Welt an der Pforte zum 21. Jahrhundert. Nach der Revolte intelligenter, durch die Menschen versklavter Affen ist die Erde in einem Atomkrieg verwüstet worden. Die Metropolen sind unbewohnbar geworden. Caesar führte eine Gruppe von überlebenden Affen und Menschen an, die auf dem Land eine neue Siedlung gründeten, in der Affen und Menschen friedlich, wenn auch nicht vollkommen gleichberechtigt, miteinander leben, da man bei einer führenden Rolle der Menschen Krieg und Gewalt und schließlich die Zerstörung der gesamten Erde befürchtet. 

Caesar erfährt, dass in den Ruinen einer Stadt ein Interview mit seinen verstorbenen Eltern existieren soll, die den Menschen einst ihre Zukunft prophezeiten. Zusammen mit Virgil und Mac Donald macht er sich auf, das Tonband zu suchen.

In der Ruinenstadt stoßen sie aber auch auf menschliche Wesen, die durch die Auswirkungen der atomaren Katastrophe entstellt sind. Caesar und seine Begleiter können gerade noch dem früheren Affen-Sklavenaufseher Kolp entkommen, als plötzlich Gorilla-General Aldo zum Kampf gegen die friedliebenden Schimpansen aufruft.

Jetzt ruht die ganze Hoffnung auf Caesar. Seine große Herausforderung ist es, die harmonische Gemeinschaft vor der endgültigen Vernichtung zu retten …

Was zu sagen wäre

Der letzte Teil der Planet-der-Affen-Serie. Und das ist auch gut so. Diese „Schlacht um den Planet der Affen“ ist billiges Dutzendware-Kino, wie wir es dauernd auf der Leinwand erleben – mal mit Gangstern, mal mit Römern, hier mal mit Affen. Hollywood fällt nichts mehr ein.

Der Fluch der jugendlichen Zielgruppe

Zehn Jahre sind etwa vergangen und – oh Zauber – alle Affen können sprechen, fließend. Als die Menschen die kleine Affensiedlung angreifen, werfen sie Nebelgranaten, um sich zu tarnen. „Schau!“, ruft da Caesar, „sie erzeugen eine Nebelwand!“ Dann brechen die Menschen durch den Nebel und Virgil antwortet „Da kommen sie!“ Dafür muss man nicht sprechen lernen. Aber zum Zeitpunkt dieses Dialoges die Planet-der-Affen-Serie längst kaputt. Da ist nichts mehr intelligent, nichts mehr scharfzüngig, nichts mehr allegorisch auf Liebe und Hass, Intelligenz und Dummheit.

Arthur P. Jacobs, dem Produzenten und dem 20th-Century-Fox-Studio war der Drehbuchentwurf zu diesem fünften und letzten Teil zu düster geraten. Autor Paul Dehn hatte da konsequent fortgesetzt, was sich über vier Filme aufgebaut hatte, Caesar hätte sich aufführen sollen, wie ein echter Cäsar, ein Diktator und Despot. Er sollte die Menschen jagen und versklaven und ihnen auf dem Operationstisch die Fähigkeit nehmen zu sprechen, damit sie dann so werden, wie wir sie im Original von 1967 kennenlernen – stumm. Das wollte das Studio aber nicht; das war ihm zu düster. Das Studio wollte eine jugendfreie, leichtere Affenwelt; deshalb gibt es nun diese grüne Wohnlandschaft mit Baumhäusern und fröhlich hopsenden Kindern.

Verstrahlte Menschen, naive Affen

Auf der anderen Seite gibt es die verstrahlten Menschen unter Führung des ehemaligen Tieraufsehers und Affenschinders Kolp. Die sind so verstrahlt, dass sie ihre unterirdischen Behausungen erstmals verlassen, weil sie Caesar, MacDonald und Virgil folgen, die dort nach alten Aufzeichnungen gesucht hatten. Da haben die Menschen offenbar zum ersten Mal begriffen, dass es da draußen noch eine grüne Welt mit gesunder Luft und Lebensmitteln gibt. Andersrum könnte man sagen: Da geht also diese allzerstörerische Bombe hoch, verwandelt die Stadt in einen surreal anmutenden, geschmolzenen Klumpen – und ein paar Kilometer weiter westlich leben glücklich die Affen in ihren grünen Bäumen.

Dabei handelt es sich allerdings um Affen, die sterben, wenn sie aus drei Metern Höhe vom Baum fallen; um Affen, die einen FlowerPower-Blumenkinder-Lebensstil mit Zwang zum Vegetarischen vorleben, der so naiv ist, dass sie nach Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen (mit vermutlich Misstrauen, Spionage und Gegenspionage) einen offensichtlich mörderisch aggressiven Gorilla in ihren Reihen nicht erkennen oder – „Ape don‘t kill Ape!“ – stillschweigend dulden. Es ist so furchtbar unrealistisch, was uns das Studio da unter der Regie von J. Lee Thompson erzählen will. Aber es soll ja jugendfrei sein. Aus demselben Grund hatten sie schon Die Eroberung vom Planet der Affen entschärft – da wurde Diktator Brent am Ende auf Caesars Geheiß hin erschlagen und war die Revolution viel blutiger; das wurde dann geändert, weil es sonst den jugendlichen Kinogänger verschreckt hätte.

Weil es jugendfei sein soll, darf wohl J. Lee Thompson (Mackenna's Gold – 1969; Immer mit einem anderen – 1964; Die Kanonen von Navarone – 1961) als einziger auch ein zweites Mal auf dem Regiestuhl des Affenplaneten Platz nehmen. Denn Thompson kann offensichtlich keine Action inszenieren: Das war schon im Vorgängerfilm schwierig, gefühlt stundenlang gesichtslosen Horden der einen oder anderen Seite bei wildem Gestikulieren oder Laufen zuzusehen. Da ist überhaupt kein Thrill, kein Jota Spannung in den Schlachten. Aber Horden von Leuten, die durch Rauch und Lärm und Feuer springen – Testosteron-Regie. Gefühlt stundenlang rattern in einer Totalen die Menschen mit ihren zusammengezimmerten Jeeps Richtung Affenstadt und feuern aus alten Rohren. Dann feuern die Affen in einer zweiten Totalen zurück und es gibt keine einzige Großaufnahme – sehr ermüdend. Sehr langweilig. Billig und stümperhaft das Ganze.

Si tacuisses.

Wertung: 1 von 8 D-Mark
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