Kinoplakat: Der seltsame Fall des Benjamin Button
Ein überschätztes Drama
ein hilfloser Brad Pitt
Titel Der seltsame Fall des Benjamin Button
(The curious case of Benjamin Button)
Drehbuch Eric Roth + Robin Swicord
Regie David Fincher, USA 2008
Darsteller Brad Pitt, Cate Blanchett, Julia Ormond, Faune A. Chambers, Elias Koteas, Donna DuPlantier, Jacob Tolano, Earl Maddox, Ed Metzger, Jason Flemyng, Danny Vinson, David Jensen, Joeanna Sayler, Taraji P. Henson, Mahershalalhashbaz Ali, Fiona Hale, Patrick Thomas O'Brien, Danny Nelson, Marion Zinser, Peter Donald Badalamenti II, Paula Gray, Lance E. Nichols u.a.
Genre Drama
Filmlänge 166 Minuten
Deutschlandstart
29. Januar 2009
Website warnerbros.de/benjaminbutton/
Inhalt

Benjamin Button wurde unter ungewöhnlichen Umständen auf die Welt gebracht. Er sieht schon als Säugling aus wie ein 80-jähriger Mann. Und von Geburt an wird er jünger. Ben Button kann sidch auf den tag ausrechnen, wann er - „sterben” ist nicht das richtige Wort - von der Welt abtreten wird.

Nicht nur sein Körper verändert sich, auch die Gefühle erwachen neu. Als er die 30-jährige Daisy trifft, verliebt er sich in sie und beginnt eine Beziehung. Die wird jedoch von der Sorge überschattet, dass sie sich auseinander entwickeln: Während Daisy altert, wird Benjamin immer jugendlicher …

Was zu sagen wäre

Ein Film, der die Erwartungen erfüllt, nur nicht die ihn ihn hineingeschriebenen. Finchers Film ist eine ideenlose Aneinanderreihung von Episoden aus dem Leben eines „Forrest Gump”, der jünger statt älter wird. Nur ohne den Charme und das einnehmende Wesen des Forrest Gump. Das ist nicht wirklich so verwunderlich: Eric Roth schrieb sowohl das Drehbuch zu Forrest als auch das zu Benjamin Button.

Brad Pitt looking at things

Es ist eine interessante Beobachtung Finchers und seines Autors Eric Roth, dass der kleine Junge Dinge aus dem Leben der Erwachsenen-Welt erfährt, nur weil alle glauben, er sei ein lebenserfahrener, alter Mann. Aber das ändert an seinem Leben nichts. Er benimmt sich in den Annährungsversuchen an seine große Liebe Daisy genau so tapsig, wie jeder normal alternde Mensch.
In Benjamins Leben tauchen Menschen auf und verschwinden wieder, die jeweils für eine besondere Erkenntnis stehen - meist so etwas Dolles, wie, dass Menschen sterben.

Brad Pitt steht eigentlich nur herum. Musste er aufpassen, dass sein Make-Up bei zu viel Bewegung abfällt? Eher nicht. Das Make-Up - zu Recht mit einem Oscar geehrt (insgesamt gab es drei von 13 Nominierungen) - wurde zumeist digital bearbeitet. Nein, er hat einfach nichts zu tun, als zu gucken, als würde er „Aha, so ist das” denken.

Teaserplakat: Der seltsame Fall des Benjamin Button

Cate Blanchett als unterforderte Schönheit

Cate Blanchett ist wie immer wunderschön; das Drehbuch zwingt ihr allerdings einen allzu platten Charakter nach Schema F auf. Junges Mädchen will Tänzerin werden, schafft es fast ganz nach oben und verliert sich in wilder Jugend in Künstlerkreisen, in denen man sich vornehmlich durch schwarze Klamotten als Künstler definiert. Schließlich muss sie einen schweren Schicksalsschlag verarbeiten, der ihr nach Hollywood-Moral aber Recht geschieht; hier erinnert sie an Forrest Gumps Freundin Jenny.

Die Episoden mit Tilda Swinton in Russland sind eigentlich völlig überflüssig. Was will uns der Autor sagen? Wie der attraktiver werdende Benjamin seine in Bordells gesammelten Erfahrungen jetzt umsetzt? Verändert ihn die Beziehung zu ihr? Nö!

Fincher preist die Liebe - Das ist mal besonders

Zweieinhalb Stunden lang ist der Film eine Und-dann-passiert-und-dann-kommt-Reihung von Episödchen in einem Film, der lediglich von dem Wunder lebt, dass da einer jünger statt älter wird. Der Film hat dramatische Situationen, komische Agenblicke, große Ideen, schöne Bilder. Aber die tragen keinen Bogen von zweieinhalb Stunden. Eineinhalb Stunden hätten's auch getan. Und am Ende steht: Liebe ist das Wichtigste im Leben. Das ist - immerhin - in einem David-Fincher-Film („Panic Room” - USA 2002; „Fight Club” - USA 1999; Sieben - USA 1995; „Alien 3” - UK/USA 1992) eine echte Überraschung.

„The Curious Case of Benjamin Button” war ursprünglich eine Kurzgeschichte, die F. Scott Fitzgerald („Der große Gatsby”) in den 1920er-Jahren schrieb – er wiederum ließ sich von einem Mark-Twain-Zitat inspirieren: „Das Leben würde unendlich viel glücklicher verlaufen, wenn wir mit 80 geboren und uns langsam auf 18 zubewegen würden.”

Wertung: 3 von 6 €uro