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Kinoplakat: Der Ghostwriter
Perfekter Thriller
Titel Der Ghostwriter
(The Ghost Writer)
Drehbuch Robert Harris + Roman Polanski
nach dem Roman von Robert Harris
Regie Roman Polanski, Frankreich, Deutschland, UK 2010
Darsteller Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams, Kim Cattrall, Tim Preece, James Belushi, Timothy Hutton, Jon Bernthal, Anna Botting, Tom Wilkinson, Yvonne Tomlinson, Eli Wallach, Milton Welch, Tim Faraday, Alister Mazzotti, Marianne Graffam u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 128 Minuten
Deutschlandstart
18. Februar 2010
Inhalt

Ein britischer Ghostwriter übernimmt den Job, die Memoiren für den ehemaligen britischen Premierminister Adam Lang zu vollenden. Lang hatte zwar schon seinen Mitarbeiter Mike McAra als Ghostwriter engagiert, der die Memoiren auch bereits weitgehend erstellt hatte. McAra kam jedoch unter mysteriösen Umständen ums Leben.

Adam Lang ist wegen seiner Rolle im Irakkrieg unter Druck geraten und wurde vom früheren britischen Außenminister und UN-Beauftragten Richard Rycart angeklagt, Terrorverdächtige entführt und an die CIA ausgeliefert und gefoltert zu haben. Lang hat sich auf die Insel Martha’s Vineyard zurückgezogen. Zusammen mit einer kleinen Gefolgschaft, darunter Ehefrau Ruth und seine Assistentin Amelia fühlt er sich im bunkerartigen Ferienhaus eines Mäzens vor einer Auslieferung sicher, da die Vereinigten Staaten von Amerika den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen.

Der Ghost stößt bald auf Ungereimtheiten in Langs Leben. Mike McAra scheint nach Aussagen von Inselbewohnern ermordet worden zu sein. Auch Langs Frau Ruth zweifelt an der offiziellen Version der Geschichte. Er entdeckt Hinweise seines Vorgängers und besucht den Mann, den McAra vor seinem Tod besuchen wollte – den emeritierten Professor Emmett, der offenbar mit Lang studiert hat, ohne dass beide sich jedoch gut kannten. Nun wird auch das Leben des Ghosts bedroht.

Als Vorwärtsverteidigung kontaktiert er Richard Rycart, den Kläger, von dem sich der Ghost Aufklärung erwartet, aber letztlich ist es doch ein Satz Emmetts, der den Ghost auf die entscheidende Spur in McAras Manuskript bringt – und sein Leben in Gefahr …

Was zu sagen wäre

Es war ein wenig in Vergessenheit geraten, dass Roman Polanski unter den A-Klasse-Regisseuren eine Sonderstellung ganz oben inne hat („Oliver Twist“ – 2005; „Der Pianist“ – 2002; Die neun Pforten – 1999; „Der Tod und das Mädchen“ – 1994; „Bitter Moon“ – 1992; „Frantic“ – 1988; „Piraten“ – 1986; „Tess“ – 1979; Der Mieter – 1976; Chinatown – 1974; „Was?“ – 1972; „Macbeth“ – 1971; „Rosemaries Baby“ – 1968; „Tanz der Vampire“ – 1967; „Wenn Katelbach kommt …“ – 1966; Ekel – 1965).

Jetzt weiß man es wieder. Lange gab es keinen Film mehr, der so wunderschön durchstrukturiert ist, so elegant fotografiert und so beeindruckend gespielt wurde. Polanski braucht nur wenige Minuten, da sind alle Figuren auf dem Schachbrett verteilt, die Story umrissen, das Geheimnis gesetzt und der ahnungslose Held im freien Fall.

Das Setting: Superb. Die Drehorte, etwa Sylt als graues, wie ein Hochsicherheitstrakt wirkendes Martha’s Vineyard, oder das elegante, hochtourig durchgestylte Haus, in dem Lang residiert, bieten Schauwerte ohne Ende – „Eyecandy“. Der Filmschnitt wiegt den Film in einem rhythmischen Tanz, variiert das Tempo je nach Stimmungslage. Die Kamera hat sich auf dem Beobachterposten eingerichtet, tritt nicht durch mutwilliges Gewackel als ein handelndes Moment in Erscheinung.

Die Schauspieler geben alles. Allen voran Pierce „James Bond” Brosnan, der einen Mann ohne Eigenschaften spielt und den Zuschauer erst Glauben lässt, er, Brosnan, sei in der Rolle des ehemaligen Regierungschefs überfordert. Dass das Gegenteil richtig ist, ist der Twist am Ende des Films.

Ein großer, eleganter, schöner, anziehender, klassischer, zeitloser Thriller.

Wertung: 7 von 7 €uro
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