IMDB
Plakatmotiv: Der Dunkle Turm
Müder Auftakt zu einer Serie
nach Stephen Kings Turm-Zyklus
Titel Der Dunkle Turm
(The Dark Tower)
Drehbuch Akiva Goldsman + Jeff Pinkner + Anders Thomas Jensen + Nikolaj Arcel
nach der Romanserie „Der Dunkle Turm“ von Stephen King
Regie Nikolaj Arcel, USA 2017
Darsteller Matthew McConaughey, Idris Elba, Tom Taylor, Dennis Haysbert, Ben Gavin, Claudia Kim, Jackie Earle Haley, Fran Kranz, Abbey Lee, Katheryn Winnick, Nicholas Pauling, Michael Barbieri, José Zúñiga, Nicholas Hamilton, Inge Beckmann u.a.
Genre Fantasy, Horror
Filmlänge 95 Minuten
Deutschlandstart
10. August 2017
Inhalt

Der zwölfjährige New Yorker Jake Chambers hat Albträume und wird von Visionen aus einer anderen Welt heimgesucht, in der ein schwarz gekleideter Mann versucht, mit der Hilfe von Kindern, mit denen er experimentiert, einen Turm zu zerstören, und ein anderer Mann mit einem Revolver versucht, diesen aufzuhalten. Immer wieder taucht dabei auch die Zahl 19 auf und auch ein verfallenes Haus.

Alles was Jake in seinen Träumen sieht, hält er auf Papier fest. Seine Umwelt hält ihn jedoch für verrückt, so seine Mutter Laurie, deren neuer Mann Lon und auch der Nachbarjunge Tommy, der sein bester Freund ist. Auch sein Psychiater Dr. Hotchkiss glaubt ihm nicht, dass die Erdbeben, die es überall auf der Welt in letzter Zeit gegeben hat, von denen jedoch niemand weiß, warum sie sich ereignen, irgendwie mit dem Turm aus seinen Träumen in Verbindung stehen. Jake denkt, dass es sich um mehr, als nur Träume handelt. Auch wenn Jake nicht träumt, sieht er Menschen, deren Haut im Gesicht nur aufgezogen zu sein scheint und über seltsame Nähte verfügt.

Gleichzeitig in einer parallelen Dimesion: Revolvermann Roland Deschain ist der letzte seiner Art und gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O’Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz. Roland ist fest entschlossen, ihn daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält. Das Schicksal aller Welten steht auf dem Spiel, als das Gute und das Böse in einer ultimativen Schlacht aufeinanderprallen. Denn Roland ist der Einzige, der den Dunklen Turm vor dem Mann in Schwarz verteidigen kann. Bis er auf Jake Chambers trifft …

Was zu sagen wäre
Am Ende löst sich das GANZ BÖSE in einem gigantischen Feuerball. Das gehört zum guten Ton, seit James Bond Anfang der 1960er Jahre die Basis von Dr. No zerstörte und zum Wertekanon der Millenials, seit jede Star Wars-Episode mit so einem Big Bang endet. Insofern verrate ich an dieser Stelle also nicht zu viel. Stephen King's Romanvorlage zieht sich über sieben dicke Bücher und gelten als schwer bis gar nicht verfilmbar – aber das ist heutzutage auch mehr ein Marketing Euphemismus für Wir machen's trotzdem.

Dieser Versuch einer Verfilmung beginnt stark, lässt dann nach und verliert sich schließlich in einem dieser jährlich mehrmals zu erlebenden Quatschfilme mit Special Effects und wortkargen Figuren, in deren Reigen ein Kind eine wichtige Rolle spielt. Mit Kings Romanserie hat der Film nicht so ganz viel zu tun, sieht eher aus wie ein Amalgam aus den ersten drei Büchern der Serie

Dabei beginnt der Film vielversprechend. Die erste halbe Stunde erleben wir klassisches Teenager-Drama: Jake erkennt in seinen Albträumen sehr reale Visoionen, die ihm niemand glaubt, deretwegen ihn alle hänseln und schubsen und dann findet er in einem „Explorers“-haften Moment das Portal in eine andere Welt … und ab da nähern wir uns rapide der same procedure as in every movie und am Ende ist der böse Mann in Schwarz tot. Das macht nichts – das ist er im Buch auch; da allerdings nach gestorben in einem zehn Jahre ununterbrochen dauernden Palaver mit dem Revolvermann, dem Idris Elba (Star Trek: Beyond – 2016; Bastille Day – 2016; „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ – 2013; Pacific Rim – 2013; Prometheus – Dunkle Zeichen – 2012; Ghost Rider: Spirit of Vengeance – 2011; Thor – 2011; „American Gangster“ – 2007) im Film wenig geben kann außer schlecht gelauntem Knurrem. Die Serie kann auf der Leinwand also weitergehen. Nur will man das? Eigentlich nicht.

Mit dem Mann in Schwarz nämlich geht auch der einzige Lichtblick: Matthew McConaughey (Interstellar – 2014; The Wolf of Wall Street – 2013; „Dallas Buyers Club“ – 2013; Magic Mike – 2012; Der Mandant – 2011; Tropic Thunder – 2008; Die Herrschaft des Feuers – 2002; U-571 – 2000; EDtv – 1999), der mit Lust am Boshaften seiner eindimensionalen Satans-Figur ordentlich Zucker gibt. Als Nächstes – sollte es ein Nächstes geben – wartet dann wohl Marten, jener zeitlose Zauberer, der in Kings Universum verdammt ist, rückwärts in der Zeit zu leben und in allerlei King-Büchern auftaucht – als Randall Flagg ist er der Dämon in Kings „Die Augen des Drachen“ und „The Stand – Das letzte Gefecht“.

60 Millionen US-Dollar hat die Produktion gekostet – plus Marketing. Weltweit eingespielt hat der Dunkle Turm dann 111,8 Millionen Dollar – nach heutigen Refinanzierungsregeln reicht das nicht für eine Fortsetzung in spätere Erfolge.

Wahrscheinlich wäre es sinnvoller gewesen, Kings Fantasy-Serie als TV-Serie zu etablieren. Da hätten findige Filmerzähler die Hürde des wortkargen, von inneren Monologen beherrschten ersten Buches nehmen und der ganzen Geschichte ihre Tiefe lassen können. In der aktuellen Kinoproduktion geht die Tiefe völlig flöten und wird mühsam ersetzt mit wörtlichen Zitaten aus dem legendären Star Wars – A new Hope und einem Schwarzen Mann, der mit Darth Vader-Moves gegen schießende Gegner vorgeht.

Wertung: 2 von 8 €uro
IMDB