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Kinoplakat: Der Campus
Zu viel gewollt
für zu wenig Zeit
Titel Der Campus
Drehbuch Dietrich Schwanitz +Sönke Wortmann + Stefan Grund + Bettina Salomon
nach dem Roman von Dietrich Schwanitz
Regie Sönke Wortmann, Deutschland 1998
Darsteller Heiner Lauterbach, Axel Milberg, Sibylle Canonica, Barbara Rudnik, Armin Rohde, Rudolf Kowalski, Sandra Speichert, Barbara Rudnik, Stefan Jürgens, Maren Kroymann, Hans-Michael Rehberg, Martin Benrath, Hermann Lause, Anya Hoffmann, Bastian Trost, Yasmin Asadie u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 126 Minuten
Deutschlandstart
5. Februar 1998
Inhalt

Nur ein einziges Mal hat Professor Hackmanns Fassade gutbürgerlicher Wohlanständigkeit Brüche bekommen: durch eine Affäre mit Studentin Babsi. Jetzt will er sie beenden. Und entfesselt – ohne es zu ahnen – einen Sturm, der die Universiät zu Hamburg in Aufruhr versetzt. Babsi hat nämlich durch eine unbedachte Äußerung den Über-Prof in Verdacht gebracht, sie vergewaltigt zu haben.

Hintergrund des sich entwickelnden Dramas: Hackmann war an der Uni für das Amt des Präsidenten im Gespräch. Jetzt können die intellektuellen Wächter der Political Correctness, die von der radikalfeministischen Frauenbeauftragten über den karrieregeilen Disziplinarausschussleiter bis zum um seine Position bangenden Uni-Präsidenten eine in ihrer Ernsthaftigkeit lächerliche Hexenjagd entfesseln …

Was zu sagen wäre

Sönke Wortmann („Das Superweib“ – 1996; „Der bewegte Mann“ – 1994; „Mr. Bluesman“ – 1993; Kleine Haie – 1992; „Allein unter Frauen“ – 1991) kann selbst nicht genau definieren, wo er seinen Film ansiedelt; an sich eine Tragödie: lachhaft hier, dramatisch dort, im-Hals-steckenbleibendes-Lachen obendrüber. Manchmal möchte ich meinen, hätten da diverse es gut meinende Künstler versucht, die Karikatur eigener Befindlichkeiten zu betreiben. Da wird dann aus einer Frauenbeauftragten, die im Alltag fern der Dreharbeiten alle für ganz wichtig halten, im Script die hässliche Fratze politischer Korrektheit, was die Schauspielerin animiert, die Fratze tatsächlich nochmal mit Fratze zu spielen – das ist Charge, keine Schauspielerei, die doch bei so einer sensiblen Komik gerade wichtig wäre.

Der Film verliert sich in den Klischees der gezeigten Abziehbilder von Funktionsträgern. Das funktioniert im satirischen Roman von Dietrich Schwanitz noch gut, dessen Struktur an Tom Wolfes „Fegefeuer der Eitelkeiten“ (1987) erinnert. Im Kino, auf der großen Leinwand, wo Weniger mehr ist, also auf ein Mindestmaß runtergekürzt werden muss, geht das leicht schief. Ist hier leider so.

Wertung: 5 von 11 D-Mark
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