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Kinoplakat: Das Dschungelbuch
Ein Glücksfall fürs Gemüt
Titel Das Dschungelbuch
(The Jungle Book)
Drehbuch Larry Clemmons + Ralph Wright + Ken Anderson + Vance Gerry
inspiriert durch die Mowgli-Geschichten von Rudyard Kipling
Regie Wolfgang Reitherman, USA 1967
Stimmen

Bruce Reitherman, Stefan Sczodrok, Sebastian Cabot, Joachim Cadenbach, Phil Harris, Edgar Ott, George Sanders, Siegfried Schürenberg, Louis Prima, Klaus Havenstein, Sterling Holloway, Erich Kestin, J. Pat O'Malley, Martin Hirthe, Verna Felton, Ursula Krieg, Clint Howard, Steffen Müller, Karl Hellmer, Tim Hudson, Erich Fiedler, Digby Wolfe, Achim Strietzel, Chad Stuart, Hugo Schrader, John Abbott, Jochen Schröder, Ben Wright, Joachim Nottke, Darleen Carr, Susanne Tremper u.a.

(aufgeführt sind die Original- und die deutschen Synchronstimmen)

Genre Zeichentrick
Filmlänge 78 Minuten
Deutschlandstart
13. Dezember 1968
Website WaltDisney.org
Inhalt

Mogli ist ein Findelkind, das im Dschungel von einem Rudel Wölfe großgezogen wird. Eines Tages taucht der böse Tiger Shir Khan auf, der es auf den kleinen Jungen abgesehen hat.

Mit Hilfe des Panthers Baghira zieht Mogli los, um Schutz in der Menschensiedlung zu suchen. Unterwegs treffen sie auf  den gemütlichen Bären Balou, der es gar nicht gerne sieht, dass Mogli zurück zu den Menschen muss.

Als auch noch die listige Schlange Kaa auftaucht und der Orang-Utan Louie beschließt König zu sein, steht der Dschungel endgültig Kopf …

Was zu sagen wäre

„The Jungle Book“ ist der Inbegriff des modernen Klassikers. Eine Geschichte über Mut, Freundschaft, Verrat, über die Suche nach der eigenen Identität und dem eigenen Platz in der Welt. Das Menschenkind Mogli, das in einem Bastkorb – wie einst Moses in Ägypten – im Dschungel ausgesetzt und dort mit verschiedenen Lebensformen konfrontiert wird, glaubt sich unabhängig und selbstbestimmt, klammert sich gleichzeitig aber an jeden, der ihm zuhört. Er wächst auf bei den Wölfen, wirft sich dann Baghira an den Hals, dann dem Bären Balu, schließlich King Louie, dem Orang Utan und ganz am Ende findet er schließlich seine Welt – ein junges Menschenmädchen mit glockenheller Stimmer und entzückendem Augenaufschlag.

Charaktere für die Filmgeschichtsbücher

Der Film, der lediglich von einer dünnen Storyidee zusammengehalten wird, ist eine Sammlung epochaler Charaktere, angeführt von dem einzigartigen Gemütlich-Bär Balu und dem nach Feuer gierenden, tanzenden King Louie.

Dann ist da Kaa, die lispelnde Schlange mit der rauchigen Stimme und den hypnotischen Augen, die Schwierigkeiten hat, ihren langen Körper unter Kontrolle zu bekommen, Baghira, die elegante, edle Stimme der Vernunft, Colonel Hathi und sein Elefanten-Stoßtrupp, die im Gleichschritt Lieder schmetternd durch den Dschungel marschieren und Hathi lernen muss, dass seine Frau in wirklichkeit die Hosen anhat; dann sind da vier entscheidungsunfreudige Geier, die charmant, hilfsbereit und todesmutig so gar nichts an sich haben, was wir so mit den Aasfressern verbinden. Im Hintergrund lauert stets Shir Khan, der große Tiger mit den blitzenden Augen und dem eleganten Oxfordakzent in der Stimme.

Diese Tiere sind, jedes für sich, eine Schau – großartig gezeichnet, fantastisch bis in kleine Details animiert. Mit diesem Film festigt Walt Disney, dessen letzte Zeichentrickproduktion dieser Film werden sollte, seine Patenschaft dafür, dass wir Tiere mit menschlichen Eigenschaften besetzen; Fabeln gibt es natürich schon länger, als Disneys Filme. Aber Disney hat vermenschlichte Tiere massentauglich gemacht. Er sorgte dafür, dass „Das Dschungelbuch“ so aussieht, wie es aussieht. Geplant war ein viel düsteres Stück – so, wie es der Vorspann anklingen lässt. Nach Walt Disneys Veto wurde sukzessive diese rythmische Jam-Session im Urwald daraus mit Liedern, die zu Evergreens wurden.

Eine spritzige, witzige, charmante, alberne, faszinierende Nummernrevue.

Wertung: 8 von 8 D-Mark
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