Kinoplakat: Das Boot
Einer der besten (Anti-)
Kriegsfilme aller Zeiten
Titel Das Boot
Drehbuch Wolfgang Petersen
nach dem Roman „Das Boot” von Lothar-Günther Buchheim
Regie Wolfgang Petersen, Deutschland 1981
Darsteller Jürgen Prochnow, Hubertus Bengsch, Klaus Wennemann, Herbert Grönemeyer, Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht, Erwin Leder, Jan Fedder, Claude-Oliver Rudolph, Ralf Richter, Oliver Stritzel, Heinz Hoenig, Bernd Tauber, Martin May, Lutz Schnell, Otto Sander, Günter Lamprecht, Sky du Mont u.a.
Genre Drama, Krieg
Filmlänge 149 Minuten
Deutschlandstart
17. September 1981
Inhalt

Nach ausgelassenen Feiern inmitten der Kriegswirren 1941 sticht das U-Boot „U-96” wieder in See. Nach Einsätzen im Atlantik während des 2. Weltkrieges lautet der Befehl, die Blockade der Meerenge von Gibrlatar zu durchbrechen.

Die heroischen Träume des unerfahrenen Kriegsberichterstatters Werner zerbrechen schnell in der beklemmenden Enge des U-Bootes und der Todesangst: Luftangriffe, wütende Stürme auf offener See, Wasserbomben, Schleichfahrt … monatelang unter Wasser. Unter dramatischen Umständen gelingt der Durchbruch bei Gibraltar.

Aber das Boot ist manövrierunfähig und sinkt mit Mann und Maus in die Tiefen der See. Die Hoffnung der Männer sinkt ebenso schnell, wie der Sauerstoffvorrat an Bord …

Was zu sagen wäre

Der Film wurde parallel als sechsstündige TV-Serie und als Kinofilm konzipiert. Vorlage war der Dokumentarbericht des U-Boot-Fahrers Lothar-Günther Buchheim, der Petersens Film unterstützte, sich dann aber von ihm distanzierte. Durch seine technische Brillianz, den gewaltigen Materialaufwand und Petersens Regieleistung hatte „Das Boot“ nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA großen Erfolg und erhielt sechs Oscar-Nominierungen. Das war der konsequent realen Darstellung des Geschehens geschuldet.

Petersen drehte in einem 1:1-Modell, das auf einer Wippe montiert war, die die Erschütterungen der Unterwasserminen spürbar machte. Seinen Kameramann Jost Vacano scheuchte er mitsamt Kamera durch den gesamten Schlach des Bootes, um die Enge des Bootes deutlich zu machen; Vacano erzielte mit seinem schweren Steadycam-Geschirr unglaubliche Aufnahmen, die man aus U-Bootfilmen so bislang nicht kannte. Hollywoodregisseure nahmen sich gerne Platz, um ihre Schauspieler zu dirigieren – im drei Jahre früher gedrehten U-Boot in Not (1978) etwa scheint Charlton Heston sein Boot in einer Art Großraumbüro zu kommandieren; Atemnot, erdrückende Enge, die Angst der Eingeschlossenen spielt in jenem Film eine untergeordnete Rolle, obwohl die Ausgangssituation durchaus vergleichbar ist.

Kinoplakat: Das Boot – Director's CutDie (deutschen) Kritiker hatten Schwierigkeiten, Petersens Vorhaben zu würdigen, das Kriegsgeschehen neutral oder ablehnenswert darzustellen: Viele verurteilten „das spannende Abenteuer“ als konventionellen, ja kriegsverherrlichenden Actionfilm. Die Produktion des Films stellte die erste Multimillionen-Dollar-Produktion deutscher Provenienz seit dem Dritten Reich dar. Ihr Erfolg öffnete die deutsche Filmindustrie für den Weltmarkt. Wolfgang Petersen dreht in der Folge Die unendliche Geschichte – 1984, Enemy Mine – 1985, und siedelt dann über nach Hollywood.

Vom dem Film gibt es vier Versionen, die sich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden:

  1. Die zuerst veröffentlichte Fassung ist die erste Kinoversion von 1981, die am 17. September 1981 in München uraufgeführt wurde und tags darauf in den bundesdeutschen Kinos anlief. In den USA lief diese Version am 10. Februar 1982 in den Kinos an. Diese Version hatte eine Dauer von 149 Minuten und ist auch die Version, die für den Oscar nominiert wurde. Hier fehlen die erzählerischen Kommentare von Leutnant Werner.
  2. 1985 erschien die TV-Version. Diese wurde zunächst als Dreiteiler (zweimal 105, einmal 98 Minuten) und 1987 als Sechsteiler (sechsmal 52 Minuten) im deutschen Fernsehen gesendet und hat (einschließlich Rückblick und Vorschau am Anfang bzw. am Ende jedes Teiles) eine Spieldauer von über fünf Stunden. In dieser Version sind gelegentliche aus dem Off gesprochene, tagebuchartige Kommentare von Leutnant Werner enthalten.
  3. 1997 erschien der Director's Cut im Kino, anschließend auf DVD und später auch auf Blu-ray Disc. Dieser besteht aus der kompletten ersten Kinoversion und enthält zusätzlich Szenen aus der TV-Version. Laut Regisseur Petersen sollte diese Version 1981 in die Kinos kommen; aus kommerziellen Gründen sei dies aber nicht möglich gewesen. In den Kinos lief dieser Film in Deutschland am 11. Dezember 1997 und in den USA bereits am 4. April 1997 an.
  4. 2004 erschien die schon bekannte TV-Version auf DVD. Gegenüber der in mehreren Teilen ausgestrahlten TV-Version von 1985 wurden die mit Erzählerstimme unterlegten Zusammenfassungen entfernt, die zu Beginn und Ende der einzelnen Teile gezeigt wurden und eine Rückblende auf den vorherigen bzw. eine Vorschau auf den nächsten Teil bildeten. Die während der Filmhandlung aus dem Off gesprochenen Kommentare von Leutnant Werner sind jedoch enthalten.

Viele der Schauspieler schafften durch diesen Film den Durchbruch im Filmgeschäft. Heinz Hoenig, Uwe Ochsenknecht, Jan Fedder, Martin Semmelrogge, Claude-Oliver Rudolph, Ralf Richter, Oliver Stritzel, Klaus Wennemann und Herbert Grönemeyer waren bis dahin vorwiegend Theaterschauspieler, bzw. im Fall Grönemeyer ein noch wenig bekannter Musiker. Otto Sander und Jürgen Prochnow waren schon länger auch im Filmgeschäft bekannt. Einzig Hubertus Bengsch bekam keine großen Rollen mehr. Er ist aber einer der meistbeschäftigten deutschen Synchronsprecher, unter anderem als Standardsprecher von Richard Gere.

Wertung: 9 von 9 D-Mark