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Kinoplakat: Copykill
Ordentlich spannend,
zündet aber nicht
Titel Copykill
(Copycat)
Drehbuch Ann Biderman + David Madsen
Regie Jon Amiel, USA 1995
Darsteller

Sigourney Weaver, Holly Hunter, Dermot Mulroney, William McNamara, Harry Connick Jr., J.E. Freeman, Will Patton, John Rothman, Shannon O'Hurley, Bob Greene, Tony Haney, Danny Kovacs, Tahmus Rounds, Scott DeVenney, David Michael Silverman u.a.

Genre Thriller
Filmlänge 123 Minuten
Deutschlandstart
25. Januar 1996
Inhalt

Die als Profiler tätige Psychologin Helen Hudson wird nach einem Vortrag über Serienmörder in der Toilette fast erhängt. Der Täter Daryll Lee Cullum tötet dabei einen Polizisten.

13 Monate später. Helen leidet an Agoraphobie, verlässt kaum noch ihre Wohnung. Als die Inspektorin M. J. Monahan nach dem dritten Fall in einer Mordserie um Hilfe bittet, lehnt sie eine Mitarbeit zunächst ab. Sie betrachtet die Tatfotos nur widerwillig, weil sie an ihr eigenes Schicksal erinnert wird. Dann erkennt Helen bei dem mit einem Strumpf erdrosselten Opfer eine Parallele zum Boston Strangler. Per E-Mail erhält sie ein makabres Video, das auf das nächste Opfer hinweist, sich aber sofort selbst löscht.

Wenig später entdeckt die Polizei nach einem Hippie-Festival die Leiche einer jungen Frau, die nach dem Vorbild der Hillside Stranglers getötet wurde. Der Mord an einer weiteren Frau in einem Auto nahe einer Tankstelle erinnert an David Berkowitz. Am Tatort gibt es eine Nachricht für Helen, die den Text des Police-Songs „Murder by numbers“ enthält. Als die Psychologin den Brief analysiert, erinnert sie sich an frühere Mörder.

In der Nacht findet sie einen abgetrennten Finger und eine persönliche Widmung …

Was zu sagen wäre

„Copycat“ schaft gerade eben noch den Surf auf der Sympathie-Welle, die Serienkiller-Thrillern eine Zeit lang entgegengebracht wurde, bevor das Genre im Dickicht aufgeblasener Fernsehserien und billiger Videothekenware verschwand. Es ist ein prominent besetzter, professionell inszenierter Thriller, der ein en-voge-Thema variiert. Seit Hannibal Lecter 1991 ist der Serienkiller salonfähig. seither überbieten sich Autoren und Regisseure mit kruden Mordphantasien.

Im vorliegenden Fall machen Kopien unappetitlicher Morde den Reiz aus. Die Einschränkung der Psychologin durch Agoraphobie hat es hingegen schwer: Eine traumatisierte Psychologin also … aha. Wenigstens fallen Jon Amiel („Sommersby” – 1993; „Julia und ihre Liebhaber” – 1990) ein paar schöne Spielereien mit der Angst vor großen Plätzen ein. Das Serienkiller-Genre wechselte später das Medium und führt heute als sadistischer Killer in Krimis meist aus dem skandinavischen Raum ein auskömmliches Erwerbsleben in Büchern, die später zu „TV-Events” verarbeitet werden.

„Copykill” präsentiert erstmals zwei Frauen im Zentrum eines großen Hollywood-Thrillers: Sigourney Weaver („Jeffrey“ – 1995; „Der Tod und das Mädchen“ – 1994; Dave – 1993; 1492 – Die Eroberung des Paradieses – 1992; Aliens – Die Rückkehr – 1986; Ghostbusters – 1984; Alien – 1979) als Psychologin und Holly Hunter („Die Firma” – 1993; „Das Piano” – 1993; Always – Der Feuerengel von Montana – 1989; „Broadcast News – Nachrichtenfieber“ – 1987; „Arizona Junior“ – 1987) als Cop geben eine schöne Buddy-Alternative zum Besten.

Wertung: 7 von 11 D-Mark
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