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Kinoplakat: Cop Land

Stallone überraschend wandlungsfähig
ein höflicher DeNiro, eine dünne Story

Titel Cop Land
(Cop Land)
Drehbuch James Mangold
Regie James Mangold, USA 1997
Darsteller

Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Janeane Garofalo, Robert Patrick, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Noah Emmerich, Cathy Moriarty, John Spencer, Frank Vincent, Malik Yoba, Arthur J. Nascarella u.a.

Genre Drama, Crime
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
29. Januar 1998
Inhalt

Sie leben in New Jersey. Blicken auf die glitzernde Fassaden der Manhattan-Skyscraper; zwischen denen sie ihren Dienst tun. Das kleine Städtchen am Hudson River, gegenüber der Welthauptstadt, ist ihre Heimat, der Ort, wo es bezahlbaren Wohnraum für die New York Cops gibt, wo die Gemeinschaft eng, der Zusammenhalt alles ist. Hier ist Cop Land. Freddy Heflin erledigt hier seinen Dienst als Sheriff. Nicht der Hellste seines Berufsstands (und deswegen auch eher als „Dorfsheriff” verlacht) beneidet er die Kollegen, die allabendlich aus dem großen New York über den Hudson nach Hause kommen.

Einmal kommt einer mit, der auch Cop ist, aber nicht hier lebt. er ist von den Internal Affairs (der Polizei innerhalb der Polizei). Er bearbeitet den Fall eines verschwundenen Polizisten, der zwei Schwarze auf dem Gewissen hat. Jetzt muss sich der kleine Vorstadt-Cop entscheiden: Steht er auf Seiten seiner bewunderten Kollegen, oder auf Seiten des Gesetzes.

Schwer, denn Cop Land wurde von der Mafia finanziert …

Was zu sagen wäre

Und plötzlich kommt so ein Thriller, der die Kino-Afficionados aufhorchen lässt: Silvester Stallone verlässt den Boxring, kehrt Vietnam den Rücken und nimmt das coole Streichholz aus dem Mund und spielt den Widerpart des amtlich anerkannten Großschauspielers Robert De Niro. Das wird ein Schauspiel! Stallone nahm sich seinen Oscar-gekrönten Starkollegen zum Vorbild, hat sich eine mächtige Wampe angefressen, sich ins Zeug gelegt – und bestanden. Die Rolle des einfach strukturierten Mannes mag ihm schlicht auf den Leib geschrieben sein, aber dann gilt Stallones Spiel halt als Method Acting. Erfolgreiches Hollywood-Kino ist unter anderem erfolgreich wegen seines professionellen Typecastings. Der Zuschauer bekommt, wofür er bezahlt. Und wenn der Typ auf der Leinwand seinen Job dann auch noch beherrscht, ist doch gut!

Robert DeNiro („Marvins Töchter” –1996; „Sleepers” –1996; Heat –1995; Casino –1995) ist ein freundlicher Sparringspartner, braucht Stallone nicht eitel Szenen zu schenken, sondern entwickelt sichtlich Spaß an diesem Zusammenspiel und gibt seiner New Yorker Arroganz auf dieses kleinstädtische New Jersey ordentlich Feuer. In vieler Hinsicht machte diese Konstellation neugierig auf den Film, der mit einem kalten, schwarz-blauen Plakat für sich wirbt. Und es hat seine Berechtigung (hier hat es die mal), dass Stallone und DeNiro auf dem Plakat größer als alles andere einschließlich Manhattan sind. Der Film funktioniert über seine Hauptfiguren.

Und die Story? Blutige Männerwirtschaft unter Hypotheken-Zahlern und Nadelstreifen-Schnauzern, zwischen heiligen Frauen und fordernden Frauen. Wunderbar gespielt und fotografiert. Aber zu schlicht erzählt. Das Drehbuch versucht unbedingt, auf dem Boden zu bleiben. Also zuckt man im Kino die Schultern, „Ja, die Mafia halt …” und geht wieder heim. Ein bisschen mehr eskapistisches Kaiserreich hätte diesem Cop Land gegenüber der Weltregierungsmetropole Manhattan mit lauter Richelieus gut getan.

Wertung: 9 von 11 D-Mark
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