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Kinoplakat: Rampage – Big meets Bigger
Doof meets Doofer
Ein Monsterspaß.
Titel Rampage – Big meets Bigger
(Rampage)
Drehbuch Ryan Engle + Carlton Cuse + Ryan J. Condal + Adam Sztykiel
Regie Brad Peyton, USA 2018
Darsteller
Dwayne Johnson, Naomie Harris, Malin Akerman, Jeffrey Dean Morgan, Jake Lacy, Joe Manganiello, Marley Shelton, P.J. Byrne, Demetrius Grosse, Jack Quaid, Breanne Hill, Matt Gerald, Will Yun Lee, Urijah Faber, Bruce Blackshear u.a.
Genre Action
Filmlänge 107 Minuten
Deutschlandstart
10. Mai 2018
Inhalt

Mit seinen Mitmenschen kommt der renommierte Primatenforscher Davis Okoye nicht besonders gut zurecht, mit dem Albino-Gorilla George hingegen schon. Okoye hat den außergewöhnlich intelligenten Silberrücken aufgezogen, seit dieser ein kleines Affenbaby war. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft.

Doch dann geht ein illegales Genexperiment gehörig schief und der eigentlich so sanftmütige George mutiert zu einem gewaltigen, wildgewordenen, riesigen Monster. Auch andere Tiere wurden in wilde Bestien verwandelt und sorgen ebenso wie George für Tod und Zerstörung. Okoye schließt sich mit der Gentechnikerin Dr. Kate Caldwell  zusammen, um ein Gegenmittel zu entwickeln, das die Tiere wieder zurückverwandelt. Claire Wyden und ihr Bruder Brett würden genau das eigentich gern verhindern. Die schwerreichen Industriellen sind die Versacher der Katastrophe. Sie wollen die Monster nach Chicago locken, um ihnen Zellgewebe zu entnehmen und dann mit dem Militär ins Geschäft für eine biolgische Superwaffe zu kommen.

Okoye und Dr. Caldwell versuchen, die Monster irgendwie zu stoppen. Aber zu George, dem ehemals best buddy ist kein Durchkommen. Während George und zwei weitere gigantische Alpha-Jäger durch die Stadt marodieren, bereitet das Militär den Abwurf einer MoaB vor – der Mother of all Bombs. Dass es da einen gehörigen Kollateralschaden geben wird, nehmen die Männer in Uniform in Kauf.

Auf dem Dach des Sears-Tower treffen alle zusammen: das skrupellose Geschwisterpaar, Okoye und Caldwell – und George; auf dem Weg hier hoch sind zwei weitere Monster und die MoaB

Was zu sagen wäre

Dwayne Johnson gehört zu den vom Box Office her gesehen erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods (Jumanji: Welcome to the Jungle – 2017; Baywatch – 2017; Fast & Furious 8 – 2017; „Central Intelligence“ – 2016; San Andreas – 2015; Hercules – 2014; Pain & Gain – 2013; „Empire State“ – 2013; G.I. Joe – Die Abrechnung – 2013; Snitch – Ein riskanter Deal – 2013; „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ – 2012; Welcome to the Jungle – 2003; The Scorpion King – 2002). Seine Filme stehen meist an der Spitze der Charts. Die Fans mögen offenbar diese Art frauenverstehender Menschenberg mit Charme. Die Fans mögen, dass er immer aus allem heil herauskommt. Im Kino gibt es solche Figuren immer schon, seit den 80er Jahren haben ihr comichaftes Stehaufmännchen-Dasein entwickelt. Viele haben sich darin versucht, das Gros ist gescheitert und man kann also Johnson mit einiger Berechtigung als direkten, legitimen Nachfahren jener 80er-Action-Heroen Schwarzenegger, Willis und Gibson. Die dazugehörigen Filme? Kleiner Inhalt, großes Box-Office. Die erfolgreichen Johnson-Filme sind im Grunde immer gleich – mal besiegt er Terroristen, mal bekloppte Autodiebe, mal Strandschmuggler. Dwayne-Johnson-Charaktere bekommen einen Bauchschuss, der sie nicht hindert – „keine lebenswichtigen Organe getroffen“ –, voll Stoff weiter die Welt zu retten. Unter einem Dwayne-Johnson-Character mag ein Wolkenkratzer einbrechen; er kriecht unter den Trümmern hervor und stöhnt „Ich brauch' 'nen Drink.“ Dwayne-Johnson-Filme sind bildgewaltige Nichtse, die spätabends bei ein paar Drinks richtig Spaß machen.

Im aktuellen Film spielt Johnson den Primatenforscher Davis Okoye. der mach Tiere lieber als Menschen, die „alles tun, um zu kriegen was sie wollen“. Tiere sind da einfacher gestrickt: Jagen, fressen, schlafen, vögeln. Das ist ein klares, übersichtliches Lebensgefühl – nach dem sich die Kernzielgruppe solcher Filme gerade sehnt: Heranwachsende, die ihren Platz in der Welt suchen und alle, insbesondere das Erziehungspersonal, doof, eklig oder peinlich finden. In der Pubertät hätten Teenager gerne einen wie den verlässlichen Gorilla George an ihrer Seite, als so eine Art Mein Freund Harvey. Und Silberrücken George, der weidwunde, unschuldige Gorilla schaut sie aus wunderbar traurigen Augen an.

Als 2001 die Twin Towers in New York einstürzten und alle sagten, es habe ausgesehen, „wie in einem Film“, hieß es, Hollywood könne nie wieder große Endzeitfilme à la Roland Emmerich machen, der Katastrophenfilm habe seine Unschuld verloren. Heute spielt alle paar Monate ein Spektakelfilm mit den Motiven von NineEleven. „Rampage“ spielt in Chicago, zu wesentlichen Teilen auf dem Sears Tower, auf den die Mutationsmonster klettern. Der Sears Tower ist der Stolz Chicagos, in etwa das was das Empire State Building für New York ist. Raten Sie mal: Ob das Wahrzeichen Chicagos, auf dem drei Monster toben, wohl einstürzt?

Aber ist alles nur Spaß, am Ende hilft Monster-George einem kleinen Menschlein aus dem dritten Stock eines Trümmerhauses sanft auf die Straße zurück. Dass Brad Peyton (San Andreas – 2015) diese Szene schon in die Schlusseinstellung der sanft dem Katastrophengelände entschwebenden Kamera wie beiläufig einbaut spricht für sein feines Händchen für solche Bigger-than-life-Konstrukte. Natürlich ist der Film doof, seine Story wenig durchdacht, die Motivationen nahezu aller Beteiligter irrwitzig. Aber wir kennen das Plakat, wir haben die Trailer gesehen, wir sind also bestens vorbereitet auf ein Spektakelkino mit – hoffentlich – großen Bildern und spektakulären Effekten. Das macht den Film unter cineastischen Gesichtspunkten nicht besser. Immerhin aber wissen wir hier schon vorher, wofür wir unser Geld ausgeben.

Der Film ist eine Adaption des Videospiels „Rampage“, einem Arcade-Spiel, das 1986 von Bally Midway entwickelt wurde und in dem bis zu drei Spieler gleichzeitig spielen können. Ziel des Spieles ist es, Häuser zu zerstören, was von drei Monstern erledigt wird, einem Gorilla, einem Dinosaurier und einem großen Werwolf, die dies entweder durch Fausthiebe oder durch Fußtritte erledigen. Ursprünglich handelte es sich bei den drei Monstern um die Menschen George, Lizzie und Ralph, die verwandelt worden waren.

Wertung: 2 von 8 €uro
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