Kinoplakat: Boys don't cry
Junges Kino
Große Schauspieler
Titel Boys don't cry
(Boys don't cry)
Drehbuch Kimberly Peirce + Andy Bienen
Regie Kimberly Peirce, USA 1999
Darsteller Hilary Swank, Chloë Sevigny, Peter Sarsgaard, Brendan Sexton III, Alison Folland, Alicia Goranson, Matt McGrath, Rob Campbell, Jeannetta Arnette u.a.
Genre Drama
Filmlänge 118 Minuten
Deutschlandstart
3. Februar 2000
Inhalt
Lincoln, Nebraska. Die 18jährige Teena Brandon überprüft sich im Spiegel. Der Busen zur Unkenntlichkeit flachgewickelt, darüber ein lässiges Baumwollhemd, dazu Jeans und ein Cowboyhut. Teena will Brandon sein, sie will leben wie ein junger Mann; und sie will junge Frauen lieben.

Sie hat kein Geld und die Provinz bietet ihr wenig Möglichkeiten, aber um ihren Traum zu verwirklichen, ist sie bereit, alles zu riskieren. Auf einer Rollschuhbahn macht Brandon eine junge Frau an, aber deren männliche Freunde entdecken ihn und jagen ihn hasserfüllt bis zu dem Wohnwagen, den er zusammen mit seinem schwulen Freund Lonny teilt. Während die Männer draußen den Wohnwagen mit Dreck bewerfen, erklärt Lonny, erfahren in gesellschaftlicher Diskriminierung, dass Brandon die Wahrheit begreifen soll: Er ist eine Frau und niemand wird ihm erlauben, etwas anderes zu sein.

An einem anderen Abend betätigt sich Brandon in einer Bar als Beschützer der jungen Candace. Er gerät in eine Schlägerei und muss mit deren Freunden John und Tom fliehen. Die beiden laden ihn zu einer Party in Falls City ein, eine Nachtfahrt von Lincoln entfernt. Als Brandon am nächsten Morgen im Haus von Candace aufwacht, ist er stolz auf seine Blessuren und glücklich, dass man ihn für einen Mann hält. Er beschließt in Falls City zu bleiben. Kurz darauf bandelt Brandon mit Lana an, der ehemaligen Freundin von John.

Kinoplakat: Boys don't cryZum ersten Mal in seinem Leben fühlt er sich seiner Traumwelt, seinem anderen Ich, ganz nahe. Vor dem Spiegel im Schlafzimmer überprüft er erneut seine Erscheinung: Socke oder Dildo? Stirnfransen durcheinander oder gekämmt? Er ist fasziniert und ein wenig verliebt in sein Wunschbild. In seiner neuen Umgebung wird der charmante, etwas schüchterne Jüngling schnell zum beliebten Mittelpunkt. John und Tom fühlen sich geschmeichelt, weil er ihre Männlichkeit bewundert. Lana und ihre Freundin Kate lieben den hübschen Fremden wegen seiner außergewöhnlichen Sensibilität gegenüber Frauen. Und Lanas Mutter hält ihn für den perfekten Gentleman.

Doch als Brandons wahre Identität durch Scheck- und Kreditkartenbetrügereien (die er mehr aus Hilfsbereitschaft für andere begeht) herauskommt, bricht die ganze Illusion zusammen. Während Lana bereit ist, an ihre gemeinsame Liebe zu glauben, und Brandon weiterhin als die Person sieht, die er sein will, fühlen sich John und Tom zutiefst verunsichert. Was bleibt von ihrer Männlichkeit, wenn sie auf eine Frau hereinfallen, die sich als Mann ausgibt? Um die traditionelle Geschlechterordnung wiederherzustellen, begehen sie ein grausames Verbrechen …

Was zu sagen wäre

Kein Popcorn-Kino. Stories über Transsexuelle sind im Kino eher an dessen Rändern zu finden. Dieser Film katapultierte das Thema mitten hinein in die Multiplex-Kinos und war auf Anhieb ein voller Erfolg. Eindringlich und nah erzählt er fern der möglichen Klischees.

Innerhalb weniger Jahre brachte es „Boys don't cry” auf über 65 Nominierungen, darunter viele Kritiker- und Filmfestivalpreise, wovon er mehr als 40 gewinnen konnte, vorwiegend für die Darstellerinnen Hilary Swank und Chloë Sevigny, aber auch für die Regisseurin selbst.

Hilary Swank bekam für ihre Darstellung der Teena am 26. März 2000 den Hauptrollen-Oscar.

Wertung: 11 von 11 D-Mark