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Plakatmotiv: Der rosarote Panther kehrt zurück (1975)
Die Tücke des Objekts wird
zu einem Objekt mit Tücke
Titel Der rosarote Panther kehrt zurück
(The Return of the Pink Panther)
Drehbuch Frank Waldman + Blake Edwards
Regie Blake Edwards, UK, USA 1975
Darsteller
Peter Sellers, Christopher Plummer, Catherine Schell, Herbert Lom, Peter Arne, Peter Jeffrey, Grégoire Aslan, David Lodge, Graham Stark, Eric Pohlmann, André Maranne, Burt Kwouk, Victor Spinetti, John Bluthal, Mike Grady u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 113 Minuten
Deutschlandstart
26. September 1975
Inhalt

Der „Rosarote Panther“, der größte Diamant der Welt, wurde aus einem Museum gestohlen. Inspektor Clouseau wird auf den Fall angesetzt, und der hat auch gleich einen Verdächtigen im Auge: Sir Charles Litton, das „Phantom“.

Plakatmotiv: Der rosarote Panther kehrt zurück (1975)Diesmal hat der Sir allerdings mit der Sache wirklich nichts zu tun, und um seinen Ruf zu retten, macht er sich selbst auf die Jagd nach dem Dieb …

Was zu sagen wäre

Alles, was Inspector Clouseau einst zu jenem einzigartigen Erfolg verholfen hat, wird in diesem Film in sein Gegenteil verkehrt. 12 Jahre nach Erfindung des komischen Polizisten und elf Jahre nach der Erkenntnis, dass der Mann eine eigene Komödienserie weert sein könnte, macht Blake Edwards hier so ziemlich alles falsch, was geht. Der Titelvorspann deutet das schon an: So dreidimensional, also äußerlich neu, er wirkt, so wenig Neues bietet der rosa Panther mit dem langstieligen Zigarettenmundstück zu Henry Mancinis populärem Titelscore.

Der 60er-Jahre-Clouseau scheiterte souverän am Alltag. Der neue, der 70er-Jahre-Clouseau, wird laufend von Objekten übertölpelt. Konnte er sich damals in wunderbare Scharmützel mit einfachen Billard-Queues verheddern, die über Minuten die Handlung stoppten, rechnet hier jeder Beteiligte mit der Absurdität des Inspektors und nutzt sie strategisch für seine Zwecke, wird als Handlung Alfred Hitchcocks Story-Gerüst zu To cath a Thief imitiert.

Aber anders als beim Master of Suspense fährt dann Clouseau mit einem Auto, bei dem die Bremsleitungen durchgeschnitten sind. Auch das führt zu chaotischen Situationen, aber die haben halt die Qualität von Auto-fällt-in-Swimmingpool-Situationen. Wenn Clouseau sich mit Gepäck in einer Drehtür verheddert, ist das nicht Ausdruck souveräner Verpeiltheit, sondern einfach Pech, weil sein Gepäck zu sperrig und andere Passanten zu drängelig sind – lustig auf Niveau eines Kinderfilms, für Erwachsene eher nervtötend.

Plakatmotiv (US): The Return of the Pink Panther (1975)Bezeichnend für die mindere Qualität dieser „Komödie“ ist, dass Chef-Inspektor Dreyfus, Clouseaus leidgeprüfter Vorgesetzter, der sich vor elf Jahren mit einem achtfachen Mord eigentlich für immer aus der Erzähllinie genommen hatte, sich hier ganz ohne Clouseaus Zutun aus dem Rennen schießt, weil er dauernd zwei gleich aussehende Revolver verwechselt – der eine ist ein designtes Feuerzeug, die andere eine echte 9mm; und von ihrem ersten Auftauchen an ist klar, dass beide Objekte für schmerzhafte Gags genutzt werden, die, weil so vorhersehbar, jeglicher Komik entbehren.

Diese Komödie ist von ihrer Handlung abhängig, das Drehbuch erzählt – euphemistisch gesagt – eine komplexe Diebstahlsgeschichte von einem prominenten Diamanten, einem Dieb, der vortäuscht ein anderer, prominenterer zu sein, einem Polizisten, der diesem Dieb schon einmal auf die Schliche kam, und dem prominenten Dieb, der sein Double finden will. Da muss Blake Edwards mit zu vielen Bällen jonglieren, als dass er und Sellers noch Raum hätten, Situationskomik zu inszenieren. Beispielhaft dafür ist die Staubsaugerszene in einem Hotel: Da tarnt sich Clouseau als Roomservice, schaltet im zu durchsuchenden Hotelzimmer den Staubsauger an, mit dem er dann alles buchstäblich aus dem Rahmen saugt. Dabei ist die Saugkraft des Haushaltsgerätes jeweils so stark, wie es der jeweilige Gag halt erfordert, ob das nun realistisch ist oder nicht – da wird dann auch schon mal der Vogelkäfig leer gesaugt.

Wäre ich elf Jahre alt, fände ich das wahrscheinlich total lustig …

Wertung: 1 von 9 D-Mark
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