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Plakatmotiv: Der rosarote Panther (1963)
Eine wunderbare Farce
Titel Der rosarote Panther
(The Pink Panther)
Drehbuch Maurice Richlin + Blake Edwards
Regie Blake Edwards, USA 1963
Darsteller David Niven, Peter Sellers, Robert Wagner, Capucine, Brenda de Banzie, Colin Gordon, John Le Mesurier, James Lanphier, Guy Thomajan, Michael Trubshawe, Riccardo Billi, Meri Welles, Martin Miller, Fran Jeffries, Claudia Cardinale u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 115 Minuten
Deutschlandstart
19. Dezember 1963
Inhalt

Inspektor Clouseau ist auf der Jagd nach dem „Phantom“, das seit langer Zeit reiche Frauen um ihre Schmucksammlungen erleichtert. Jetzt kommt die indische Prinzessin Dala in sein Revier, und die ist Besitzerin des „Rosaroten Panthers“, des wertvollsten Diamanten der Welt.

George Lytton, der Neffe von Sir Charles, versucht in Besitz des Diamanten zu kommen und die Tat dem „Phantom“ in die Schuhe zu schieben. Dabei weiß er nicht, genauso wenig wie Clouseau, dass sein Onkel der lange gesuchte Diamantendieb ist. Sie treffen im Wintersportort Cortina d’Ampezzo aufeinander. Sir Charles ist vor Ort, um die Gelegenheit zu nutzen, den Diamanten zu stehlen. Inspektor Clouseau ist in Begleitung seiner Frau, Simone, anwesend, um gegebenenfalls das Phantom zu schnappen. Simone ist heimlich die Geliebte von Sir Charles und dessen Komplizin.

Sir Charles inszeniert eine Entführung des Hundes der Prinzessin Dala, um durch die heldenhafte Verfolgung des Täters ihr Vertrauen zu gewinnen. Durch Vortäuschung eines verletzten Beines geht der Plan dann auch auf. Ihm gelingt es sogar, die normalerweise abstinente Prinzessin betrunken zu machen. Dabei verliebt er sich in sie. Seine Geliebte Simone bekommt dies mit und sieht ihre Beziehung zu Sir Charles gestört.

Plakatmotiv: Der rosarote Panther (1963)Nach einigen Rückschlägen kann durch Ermittlungen in Bezug auf das Leihauto, das bei der Hunde-Entführung zum Einsatz kam, herausgefunden werden, dass der Komplize bei diesem Coup in Diensten von Sir Charles Lytton steht und somit nur dieser das Phantom sein kann; er kann jedoch in letzter Sekunde fliehen. Schließlich ergibt sich eine neue Gelegenheit, als der Diamant in einer hoheitlichen Villa in Rom aufbewahrt wird. Während eines Kostümfestes, bei dem auch Inspektor Clouseau samt Polizeitruppe in Verkleidung anwesend ist, machen sich Sir Charles und George Lytton (zufälligerweise im gleichen Gorillakostüm) daran, den Diamanten zu stehlen. Als sie den Tresor endlich geöffnet haben, ist der Diamant jedoch verschwunden …

Was zu sagen wäre

Diese Kriminalfarce sprüht vor Witz und Charme, ist dermaßen grotesk, dass wir jede noch so unglaubwürdige Wendung der Ereignisse still schmunzelnd akzeptieren. Blake Edwards' Salonkomödie beinhaltet einen Glücksgriff. Der Film wäre ein charmanter Schmunzler, wenn sich eine Nebenfigur nicht in den Vordergrund gespielt hätte: Peter Sellers.

Ursprünglich sollte Peter Ustinov den Inspektor Clouseau spielen, der kurz vor Beginn der Dreharbeiten absagte. Daraufhin wurde dem bis dahin international unbekannten Peter Sellers die Rolle angeboten, der für eine Gage von 90.000 Britischen Pfund zusagte. Sellers erweist sich als Meister des Slapstick, der variantenreich den Kampf mit der Tücke des Objekts führt – er stolpert über Koffer, versenkt seine hand in einem Bierkrug, bekommt vor dem erhofften Liebesspiel mit seiner Frau den Knoten im Bademantel nicht auf, verwechselt Feuerwerksraketen mit Kerzen, verläuft sich, wenn er das Haus verlässt und erscheint auf dem entscheidenden Maskenball, auf dem der Inspector schnell und unauffällig agieren müsste, erscheint der in einer steifen, eisernen Ritterrüstung und stolpert prompt die Treppe herunter – dabei bleibt er aber immer der nasale, arrogante Chef, steif und von seiner Einzigartigkeit überzeugt.

David Niven (Die Kanonen von Navarone – 1961), der die eigentliche Hauptrolle in dieser Travestie spielt, geht souverän einen Schritt zur Seite. Seine Rolle ist die des charmant plaudernden Millionendiebs, der die Frauen umgarnt und dessen kriminelles Tun mehr einem Kavaliersdelikt gleicht – eine klassische David-Niven-Rolle.

Um diese beiden Pole herum inszeniert Blake Edwards (Frühstück bei Tiffany – 1961; „Unternehmen Petticoat“ – 1959) eine überdrehte Farce um Gentleman-Gauner im Affenkostüm und Inspektoren-Ehefrauen, die mit dem einen Gentleman-Gauner schon eine Affaire hat und mit dem anderen so halb eine beginnt. Aus diesem Viereck macht Edwards eine zehnminütige Groteske im Hotelzimmer, in dem Simone, die Ehefrau, ihren Mann sowie die beiden Liebhaber, die nichts voneinander wissen, aber Onkel und Neffe sind, voreinander verstecken muss. Ähnlich grotesk gerät Edwards die Autojagd nach dem missglückten Diamantenraub durch die Straßen eines französischen Vorortes; die drei Autos mit Gorillas am Steuer, Rittern und Zebras verirren sich heillos in den Gassen und kreuzen den zentralen Marktplatz, auf dem sie einen alten Gitanes-Franzosen verstören. Großes Kino.

Wertung: 6 von 7 D-Mark
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