Kinoplakat: Blade Runner
Philip Marlowe der Zukunft
Ein Neo-Klassiker des Kinos
Titel Blade Runner
(Blade Runner)
Drehbuch Hampton Fancher + David Webb Peoples
nach der Novelle "Do Androids Dream of Electric Sheep?" von Philip K. Dick
Regie Ridley Scott, USA, Hongkong, UK 1982
Darsteller Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Edward James Olmos, M. Emmet Walsh, Daryl Hannah, William Sanderson, Brion James, Joe Turkel, Joanna Cassidy, James Hong, Morgan Paull, Kevin Thompson, John Edward Allen, Hy Pyke u.a.
Genre Drama, Science Fiction
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
14. Oktober 1982
Inhalt

Los Angeles 2018: Künstliche Menschen, „Replikanten”, sind unerlaubt auf die Erde zurückgekehrt. Diese besondere Spezies verfügt über die mehrfache Kraft und Intelligenz eines Menschen und ist von ihm kaum zu unterscheiden. Die Replikanten müssen ausgeschaltet werden. Für die Polizei gibt es nur einen, der für diesen Job in Frage kommt. Einen, der seinen Dienst lange quittiert hat: Deckard! Ein „Jäger”. Deckard ist ausgebildet, Replikanten zu erkennen, sie zu jagen und sie zu erledigen. Bei seinen Ermittlungen lernt er Rachel kennen. Sie ist Replikantin. Aber sie weiß es nicht. Sie ist ein Modell der neuesten Generation.

Ausgestattet mit künstlichen Erinnerungen an ihre Kindheit geht Rachel davon aus, ein Mensch zu sein. Und sie ist es – fast. Deckard verliebt sich in sie. Der Replikanten-Jäger gerät in einen Interessenskonflikt, während er die entflohenen Replikanten einen nach dem anderen erledigt.

Bis nur noch Batty übrig ist. Ihr Anführer. Stark. Gerissen und auch – fast - ein Mensch …

Was zu sagen wäre

Die Zahl derer, die „Blade Runner” als Besten Film der 80er Jahre bezeichnen, steigt mit jeder erneuten Aufführung in irgendeinem Kino in der Welt. Anfangs sahen die Anbeter vor allem die epochemachende Ausstattung des Films, denn die philosophischen Anwandlungen waren damals nur am Rande zu erkennen.

Die Produzenten, die Ridley Scott nach seinem Welterfolg „Alien” (1979) freie Hand gelassen hatten, erschraken angesichts seiner hochphilosophischen Vision einer entmenschlichten Zukunft und legten Hand an den Final Cut. Sie ließen Deckard aus dem Off seine Geschichte kommentieren und machten daraus einen Detektivfilm, der an Noir-Krimis wie „Tote schlafen fest” oder „Der Malteser Falke” erinnerte. Erst Anfang der 90er Jahre konnte Ridley Scott seine ursprüngliche Version vorlegen: der Off-Kommentar verschwand und der Film erhielt eine Szene zurück, die die bisher bekannte Geschichte auf den Kopf stellte, ohne den Film selbst länger zu machen.

Mit „Blade Runner – Director's Cut” überrollte eine neuer Begriff die Kinoszene: „Director's Cut”. In der öffentlichen Wahrnehmung galten sie anfangs als Ausdruck künstlerischen Rebellentums durch Robin Hoods des Gutfilms – schließlich hatte hier der Regisseur – der gute Künstler – sein Recht erkämpfen können gegen die Studios – die bösen, geldgierigen Erbsenzähler. In wenigen Fällen hält diese Robin-Hood-Attitüde der Realität stand. Mit dem Kürzel „DC” kommen seither Filme wieder in die Kinos (oder in der modernen Variante auf DVD und Blu-ray heraus), deren Erstaufführung schon wenig hergegeben hatte und deren (meist) sehr viel längere DC-Version auch nichts zu deren Erhellung beitrugen. 

Prominente Vertreter des Director's Cut sind James Cameron, dessen Terminator 2 (1991) auf DVD ebenso um 20 Minuten länger wurde, wie Camerons Fortsetzung „Aliens – Die Rückkehr” (1986) und George Lucas, der ein Jahr vor Krieg der Sterne – Episode I: Die Dunkle Bedrohung seinen Trilogie-Klassiker restauriert wieder auf die Leinwand brachte. Während Camerons DCs seinen Filmen durchaus verloren gegangene Charakterzüge zurückgab, brachte Lucas' Star Wars-Relaunch wenig neues Erhellendes, aber die Special Effects waren zeitgemäß aufgepeppt.

„Blade Runner” basiert auf der Kurzgeschichte „Träumen Roboter von elektrischen Schafen” von Philip K. Dick, dessen Story „We can remember it for You Wholesale” 1990 die Vorlage für den Schwarzenegger-Film Die totale Erinnerung lieferte.

Wertung: 9 von 9 D-Mark