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Kinoplakat: Bad Boys II
Keine Story, Kein
Witz, Kein Regisseur
Titel Bad Boys – Harte Jungs
(Bad Boys)
Drehbuch Ron Shelton + Jerry Stahl + Marianne Wibberley + Cormac Wibberley
mit Charakteren von George Gallo
Regie Michael Bay, USA 2003
Darsteller Martin Lawrence, Will Smith, Jordi Mollà, Gabrielle Union, Peter Stormare, Theresa Randle, Joe Pantoliano, Michael Shannon, Yul Vázquez, Jason Manuel Olazábal u.a.
Genre Action
Filmlänge 147 Minuten
Deutschlandstart
9. Oktober 2003
Inhalt

Kinoplakat: Bad Boys IIDrogenfahnder Mike Lowrey und Marcus Burnett übernehmen als Mitglieder einer Rauschgift-Sondereinheit des Miami Police Department den Auftrag, die größte bisher entdeckte Lieferung von Ecstasy nach Miami zu unterbinden. Sie decken eine weitreichende Verschwörung auf, in die ein gefährlicher Gangsterboss verwickelt ist. Dessen Ambitionen, den Drogenhandel in der Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, haben bereits einen blutigen Krieg in der Unterwelt entfacht.

Das freundschaftliche Arbeitsverhältnis von Mike und Marcus wird dabei überraschend auf eine schwere Probe gestellt, weil sich Mike in Marcus´ Schwester Syd verliebt, die undercover für das New Yorker Büro der DEA in der Sonnenstadt ermittelt. Dazu kommt, dass Marcus seit langem schon keine Lust mehr auf die ununterbrochenen Ballereien im Dienst hat und gerne an den Schreibtisch wechseln würde.

Aber vorher muss eben die Stadt noch von Auto-schmeißenden Übeltypen befreit werden …

Was zu sagen wäre

Eine angemessene Fortsetzung: Genau so nichts sagend, wie sein Vorgänger. Die Autoren schaffen es, Dialoge für Menschen zu schreiben, die in keine irgendwie erkennbare Story verwickelt sind. Passagen werden aus Teil 1 übernommen, der Rest aus vermeindlichen Erfolgsmustern vergangener Filme.

Schrecklich.

Michael Bay hat in den acht Jahren, die vergangen sind, nicht gelernt, Filme zu inszenieren, die länger als Drei-Minuten-Songs sind. Da inszeniert er eine halsbrechereische, verwegene Autojagd auf einem Highway bei Miami, in deren Verlauf ein Autotransporter nacheinander alle seine Autos verliert – der besseren Optik wegen sind es Nobelmarken, die da durch die Liuft fliegen. Und dass nur die Autojagd in Matrix: Reloaded (2003) noch schlechter ist, liegt einzig daran, dass Bay augenscheinlich weniger Computereffekte einsetzt.

Kinoplakat: Bad Boys IIDer Rest ist ein rohrkrepierter Witz: Bay baut seine 27.000 Kameras auf, filmt ab, was die Stuntleute abfeuern und montiert dann möglichst viele einzelne Schnipsel aneinander. Dabei achtet er vor allem darauf, dass der Zuschauer sich wegen des unermüdlich andauernden Bild- und Positionswechsels der Kameras nicht zurechfindet und sich ermattet in den Sitz fallen lässt; hier ist ein Stil erreicht, der filmisch keinen Sinn mehr ergibt und der die Action kaputt macht; es sind Szenen ohne räumliche Tiefe. Zwischendrin führen Lawrence und Smith einen ihrer Schnellfeuer-Dialoge, die ein bisschen Orientierung bieten.

Nach über zwei Stunden verlässt man gerädert das Kino mit der Erkenntnis: Großer Sound, High-Class-Technik und ein Regieschüler, der 130 Millionen Dollar verballert hat, dafür noch das Schweinebucht-Trauma der USA zu den Akten legt. Als hätte Pearl Harbor (2001) nicht gereicht, die Intention des Duos Bruckheimer/Bay zu verdeutlichen: „Die USA sind die Größten. Stimmt zwar nicht, verkauft sich aber gut!”

Halt: Die Szene, in der Marcus und Mike den verschüchterten Jungen – das erste Date für Marcus' Tochter – an der Haustür abfertigen, hat grausame Stand-up-Größe – wenn es auch selbstredend Gewalt verherrlichend ist.

Wertung: 2 von 6 Euro
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