Kinoplakat: 3 Engel für Charlie – Volle Power
Die Story knapp wie die Klamotten
Die Action saftig wie die Mädels
Titel 3 Engel für Charlie – Volle Power
(Charlie's Angels: Full Throttle)
Drehbuch John August + Cormac Wibberley + Marianne Wibberley
nach der TV-Serie von Ivan Hoff + Ben Roberts
Regie McG, USA 2003
Darsteller Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, John Forsythe, Bernie Mac, Demi Moore, John Cleese, Matt LeBlanc, Crispin Glover, Justin Theroux, Robert Patrick, Rodrigo Santoro, Shia LaBeouf, Luke Wilson, Ja'net DuBois, Cheung-Yan Yuen, Bruce Willis u.a.
Genre Action
Filmlänge 106 Minuten
Deutschlandstart
10. Juli 2003
Inhalt

Kinoplakat: 3 Engel für Charlie – Volle PowerDie nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten steht auf dem Spiel. Gangster haben zwei silberne Ringe in ihren Besitz gebracht, die mehr verbergen, als man auf den ersten Blick ahnt: Die Ringe sind Datenträger, auf denen sämtliche Informationen über jeden einzelnen Teilnehmer des amerikanischen Zeugenschutzprogramms gespeichert sind. Weil das FBI nicht mehr weiter weiß, werden Charlie und seine „Engel“ zu Hilfe gebeten. Als die ersten Zeugen sterben, machen sich Natalie, Dylan und Alex an die Arbeit – mit den gewohnten Witz, Charme und Esprit.

Es scheint jedoch, als hätten es die Meisterinnen der Spionage diesmal mit einem übermächtigen Gegner zu tun. Oder ist es nur Zufall, dass Ex-Engel Madison Lee am Surf-Strand auftaucht? Mit der tatkräftigen Hilfe ihres treuen Kollegen Jimmy Bosley lösen die Drei Stück für Stück das verzwickte Puzzle. Doch dann wird Dylan mit einem dunklen Kapitel aus ihrer Vergangenheit konfrontiert – und gefährdet damit das Leben ihrer Freundinnen …

Was zu sagen wäre

Der Film ist in allem der Komparativ seines Vorgängers:

  1. Die Story ist noch dünner
  2. Die Action noch haarsträubender
  3. Die Klamotten noch bunter, noch knapper, noch schriller
  4. Der Spaß am Unsinn noch überdrehter.

McG – Joseph McGinty Nichol – lässt seiner Vergangenheit als Clipregisseur für IKEA oder Coca Cola freien Lauf und reiht Spot an Clip und Clip an Spot:

  1. Auftakt-Prügel-und-Expolosionsorgie-in-der-Mongolei-Clip.
  2. Wer-sind-die-drei-Engel-und-wo-kommen-sie-her-Clip.
  3. Der-neue-Bosley-stellt-sich-vor-Clip.

Kinoplakat: 3 Engel für Charlie – Volle PowerAnschließend dürfen die Engel dann zeigen, was sie detektivisch drauf haben und da stecken sie sowas wie Sherlock Holmes locker in die Tasche. Und dann gibt's aber auch schon die nächsten Clips. Als ich nach dem Film wieder an der frischen Luft stand, hatte ich das meiste schon wieder vergessen. Ich hatte 100 Minuten fitten „Fun“ an „Action“ und mir war auch nicht immer klar, ob die Action nun gerade der Rettung eines aufgeflogenen Mitglieds aus dem Zeugenschutz-Programm galt oder der Verfolgung einer heißen Spur. Aber das war auch egal.

Der Film ist wie ein Hamburger – und damit wie sein Vorgänger: Satt macht er nicht, dafür aber Spaß. Viele freche Stiche gegen TV- und große Kinoproduktionen gibt es, nette Kurzauftritte – Ur-Engel Jacqueline Smith strahlt kurz vorbei, Bruce Willis lässt sich mit graumeliertem Bart nach zwei Minuten erschießen. Und nach sechs Jahren Kinopause hat Demi Moore („Harry außer sich“ – 1997; Die Akte Jane – 1997; „Striptease“ – 1996; Nicht schuldig – 1996; „Now & Then“ – 1995; Enthüllung – 1994; Ein unmoralisches Angebot – 1993; Eine Frage der Ehre – 1992; „Tödliche Gedanken“ – 1991; „Ghost – Nachricht von Sam“ – 1990; Nochmal so wie letzte Nacht – 1986; St. Elmo's Fire – Die Leidenschaft brennt tief – 1985) ihren ersten Auftritt. Und was für einen.

Moore spielt den gefallenen Engel Madison Lee. Gefallene Engel leben in der Hölle und Moore gereicht Lucifer zur Ehre – der ist womöglich schon mit unbekanntem Ziel verzogen. Was für Augen bei la Moore. Hat sie die Haftschalen in schwarz, die Cameron Diaz in himmelblau im Auge hat? Und was für teuflischer Charme. Demi Moore faltet die drei Engel – Cameron Diaz, Lucy Liu und Drew Barrymore – handlich und lässt sie in der Handtasche verschwinden.

Peinlich ist lediglich, dass Babe Cameron Diaz (Gangs of New York – 2002; Minority Report – 2002; Vanilla Sky – 2001; An jedem verdammten Sonntag – 1999; Being John Malkovich – 1999; Very Bad Things – 1998; Verrückt nach Mary – 1998) die Hyper-Clevere zu geben versucht, Babyface Drew Barrymore (Geständnisse – Confessions of a Dangerous Mind – 2002; „Donnie Darko“ – 2001; „Ungeküsst“ – 1999; Auf immer und ewig – 1998; Batman Forever – 1995) die harte Motorrad-Braut mit Vergangenheit und die Asiatin Lucy Liu sich als Tochter von John Cleese ausgeben muss. Aber was soll's … es ist doch Kino! Und es scheint, als hätten alle Beteiligten viel Freude bei der Arbeit gehabt. Will man als Zuschauer da Spielverderber sein?

Ein bisschen …

Wertung: 4 von 6 €uro